• Tag 83, 57 Km/12705 Km

    November 20, 2024 in Sierra Leone ⋅ ⛅ 29 °C

    Ich packe am Morgen zusammen und möchte eigentlich gerade starten, sitze sogar schon im Auto als mein Handy klingelt. Das Visum von Ghana ist fertig und kann abgeholt werden. Es hätte keinen besseren Zeitpunkt geben können, so kann ich Freetown tatsächlich final verlassen und muss mich nicht noch einmal durch den Verkehr quälen. Ich fahre zur Botschaft, Pass und Visum liegen bereit. Bis ich die Botschaft verlassen kann, dauert es trotzdem noch 30 Minuten, es muss noch alles mögliche ausgefüllt werden, Quittung, alle Daten in ein Buch (wozu??), Unterschrift hier, Unterschrift da.
    Ich fahre anschließend zu einem der Aussichtspunkte auf einem der Berge und schließlich endlich raus aus der Stadt. Verkehr, Luftverschmutzung, Lärm, Hektik und Armut lassen kein anderes Wort als 'heftig' im Gesamteindruck zu. Die Kindersoldaten, die vor 20 Jahren im Krieg abhängig von Drogen wurden, sind es zum Großteil heute noch. Abhängige habe ich in den letzten drei Tagen zu Tausenden gesehen. Daneben gibt es eigentlich keinen Ort in der Stadt, der nicht schwer bewacht wird. Selbst vor dem Supermarkt, den ich auf dem Weg ansteuere, stehen drei Männer mit Maschinengewehr. Im Supermarkt gibt es zum ersten Mal seit Senegal alles was man sich vorstellen kann. Ich finde sogar einen Schokoriegel. Ich kann mein Glück kaum fassen und kaufe sogar gleich zwei!
    Die Strände rund um die Halbinsel sollen sehr schön sein, also fahre ich rund eine Stunde weiter in den Süden bis der Trubel nicht mehr zu spüren ist. Am Nachmittag finde ich einen Stellplatz direkt am Meer, die Wasserkante ist bei Flut 3 Meter entfernt. In einem kleinen Restaurant gibt es gebratenen Kalamar mit Pommes, der von einem der Fischer am frühen Morgen direkt in der Bucht gefangen wurde. Welch ein Kontrast zu den letzten Tagen in den beiden großen Städten Conakry und Freetown.
    Read more