• Tag 91, 0 Km/13435 Km

    November 28, 2024 in Liberia ⋅ ☀️ 28 °C

    Ich lese am Morgen im Internet, dass es in der Stadt eine Bäckerei geben soll, die frisches Brot und Zimtschnecken backt. Die Chance auf Zimtschnecken hat es schon sehr lange nicht mehr gegeben, also laufe ich die 20 Minuten bis zur Bäckerei. Die Bäckerei gibt es, es gibt auch eine Verkäuferin, aber leider weder Brot noch Zimtschnecken. Alle Regale sind leer. Als ich die Verkäuferin frage, ob sie irgendetwas hat, sagte sie: "Nein, es hat niemand gebacken." Die Frage, wieso der Laden überhaupt geöffnet ist, stelle ich mir noch. Die Frage, wieso niemand gebacken hat eigentlich nicht mehr. Immerhin finde ich trockenes Stangenbrot in einem kleinen Straßenshop auf dem Weg zurück.
    Ich kümmere mich am Vormittag um das Visum für Kamerun, immerhin ein e-Visum ohne Botschaftsbesuch. Die Seite funktioniert genauso gut wie die Lebensmittelversorgung in Liberia und nach etlichen Anläufen und plötzlichen Fehlern klappt der Antrag. Immerhin sitze ich währenddessen direkt am Strand und kann den Fischern bei der Arbeit zusehen. Es wird ein hunderte Meter langes Netz mit Ruderbooten ins Meer gelassen und dann von Hand eingezogen. Die Ausbeute ist entsprechend mager. Ist ein großer Fisch im Netz, wird laut gejubelt. Kleinen Fischen wird - knack - der Kopf abgebissen und der Fisch direkt roh verspeist. Pünktlich und wie besprochen bekomme ich von einem der Fischer wieder Essen gebracht. Es gibt Fischköpfe mit verkochtem Gemüse. Die Fischköpfe sind immerhin nicht diejenigen, die am Strand abgebissen wurden, sondern andere und das Essen schmeckt besser als es sich anhört.
    Am Nachmittag starten wir zu dritt zu einem Schiffswrack, was rund eine Stunde zu Fuß entfernt ist. Auf einem kurzen Stück durch den Urwald beißt mir ein großes schwarzes Insekt ein kleines Stück aus dem Oberarm. Immerhin ist die Varianz der Insekten die mich stechen größer als die Varianz beim Essen.
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