• Tag 97, 195 Km/14102 Km

    December 4, 2024 in Ivory Coast ⋅ ☀️ 32 °C

    Bei der Abfahrt am frühen Morgen spüre ich es zum ersten Mal, der Defender hat keine richtige Leistung mehr. Ein Phänomen, was sporadisch seit Jahren immer mal auftritt und nach einigen Sekunden verschwindet, so nur leider heute nicht. Heiner kommt kaum den Berg hoch. Wurde auch mal wieder Zeit, dass was am Auto kaputt geht. Das Problem tritt glücklicherweise nur bei hoher Leistung auf, somit kann ich erstmal in Richtung Elfenbeinküste starten. Die Grenze ist schnell erreicht und mittlerweile stressen mich Grenzübergänge auch nicht mehr. Ich weiß nach 10 Grenzübertritten in Afrika genau, wann ich charmant und wann ich bestimmend sein muss. Die liberianische Seite ist vollkommen entspannt, was meinen positiven Eindruck des Landes noch einmal bekräftigt. Dann geht es rüber auf die andere Seite. Es läuft alles recht schleppend, der Pass wird in Zeitlupengeschwindigkeit gestempelt. Als ich beim Zoll ankomme, wo ein ähnliches Tempo herrscht, kommen plötzlich die Beamten von der liberianischen Seite dazu. Einer hat einen Sack voller Schuhe, dieser wird auf dem Vorhof vom Zollbüro ausgekippt und alle Anwesenden beider Seiten der Grenze dürfen sich neue Schuhe aussuchen. Natürlich will der Beamte, der gerade mein Carnet ausfüllt auch Schuhe, also bin ich 20 Sekunden später plötzlich fertig und darf einreisen. Die Elfenbeinküste begrüßt mich mit einer schlechten Offroadpiste, die glücklicherweise später zu Asphalt wird. Landschaftlich unterscheidet sich die Elfenbeinküste nicht von Liberia, volle Städte, dazwischen dichter Urwald. Die Tankstellen haben immerhin hier eine elektronische Preisanzeige. Ich fahre bis in die Stadt Man, besorge eine SIM, finde nach Wochen endlich einen Geldautomaten der funktioniert und tanke, dank der elektronischen Anzeige kenne ich den Preis sogar jetzt schon vorher!
    Ich treffe auf zwei bekannte Reisende auf dem Parkplatz vom städtischen Krankenhaus, wo wir übernachten. Direkt neben dem Stellplatz gibt es einen Fußballplatz der am Abend voller Jugendlicher ist, niemanden stört jedoch unsere Anwesenheit, selbst dann nicht, als wir den Grill rausholen und Würstchen und Dosenfleisch grillen. Typisch Deutsch geht auch in der Elfenbeinküste.
    Ich reinige am Abend die Luftansaugung vom Turbolader, in der Hoffnung, dass der Leistungsverlust darin begründet ist. Leider stelle ich zusätzlich fest, dass durch die schlechten Straßen beide Sensoren für den Füllstand der Bremsflüssigkeit abgerissen sind. Eine weitere Sache, die ich in den kommenden Tagen reparieren muss.
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