• Tag 101, 287 Km/14776 Km

    December 8, 2024 in Ivory Coast ⋅ ☁️ 28 °C

    Ich verlasse Yamoussoukro am Vormittag in Richtung Abidjan. Zwischen den beiden Städten gibt es durchgehend einen vierspurigen Highway. So etwas hatte ich seit Marokko nicht mehr, wenn auch der Highway hier mit Schlaglöchern durchzogen ist. Auf der gesamten Strecke gibt es immer wieder Personen, die ganze Bananenstauden verkaufen. Ich frage mich, wer die ganzen Bananen essen soll, würde ich eine der Stauden kaufen, wäre das Auto voll.
    Die Motorleistung ist glücklicherweise wieder hergestellt und ich hab das Gefühl als würde ich mittlerweile wieder einen Rennwagen fahren.
    Die Stadt Abidjan taucht auf und es wird hektischer. Auch wenn nicht die Hauptstadt, ist Abidjan das wirtschaftliche Zentrum der Elfenbeinküste. Der Highway gabelt sich an einer Stelle und das Navi schickt mich rechts in einen der Vororte, großer Fehler. Die Straßen sind voller Fahrzeuge, dazwischen Obdachlose und Drogenabhängige. Was ein Drecksloch und ich mit deutschem Kennzeichen mittendrin. Mein Gespür sagt mir: raus hier. Im Stau gibt es eigentlich nur zwei Varianten: aggressiv drängeln und einen Blechschaden riskieren, oder keinen Meter vorankommen. Hupend, spurwechselnd und drängelnd komme ich schnell wieder auf den Highway. Immerhin bekomme ich im Stau bei einem der Händler Bananenchips für 70 Cent.
    Ich habe kein Interesse, die Stadt zu besichtigen oder auch nur eine Minute länger zu bleiben als notwendig, also verlasse ich Abidjan in Richtung Grand-Bassam.
    In Grand-Bassam suche ich einen Stellplatz für die Nacht. Ich frage zunächst bei einem Restaurant am Ortsausgang. Hier lässt man mich übernachten, der Restaurantparkplatz hat jedoch genauso viel Charme wie ein Obdachlosenheim in Indien. Schon beim Aussteigen werde ich von Kindern und Verkäufern belästigt. Das Restaurant schließt um 19 Uhr, ich will gar nicht wissen wie es dann wird. Ich frage bei drei Hotels in der Nähe doch niemand willigt ein. Die Sicherheitslage sei nicht entsprechend, höre ich. Es gab vor 8 Jahren einen schweren Terroranschlag durch Al-Qaïda direkt am Strand dieser kleinen Stadt und ein im Auto schlafender Tourist passt vielleicht auch dadurch nicht ins Bild. Im letzten Hotel, dem 'Place to be' der Stadt, bietet man mir schließlich ein Zimmer an. Mangels Alternative gebe ich auf, es gibt also für mich heute wieder eine warme Dusche und ein richtiges Bett. Schließlich entscheidet es auch ein bisschen der Zapfhahn in der Hotelbar, den ich schon beim Betreten des Hotels entdecke. Bier vom Fass gab es seit der Abreise nicht mehr.
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