• Tag 124, 108 Km/16750 Km

    31 Disember 2024, Ghana ⋅ ⛅ 34 °C

    In der menschenleeren Bar des menschenleeren Hotels läuft bis tief in die Nacht Musik. Es ist zwar niemand da, der feiern könnte, aber immerhin stimmt die Musik schon einmal. Auch wenn ich an der Rezeption frage, ob die Musik die ganze Nacht läuft und man mir versichert, dass die Musik 'gleich aus' ist, ist sie es tatsächlich erst gegen 1 Uhr in der Nacht. So ist Afrika nunmal, man schläft hier nicht, wenn die Sonne verschwindet, sondern wenn man müde ist.
    Am Morgen verlassen wir das komische Grusel-Hotel in Richtung Volta-Stausee, natürlich dauert es keine 5 Minuten und der erste Checkpoint des Tages wartet. Ich werde - rund eine Woche zu spät - von der Polizistin mit 'Merry Christmas' begrüßt und ich weiß direkt was folgen wird. Nach dem üblichen Small-Talk kommt die Frage: "Where is my Christmas Present?" Die Konversation war nett, anders als bei den beiden anderen wartenden Fahrzeugen, die von vermummten Beamten mit Maschinengewehr aus dem Auto zitiert und angeschrien werden, also biete ich ihr einen Kugelschreiber als Weihnachtsgeschenk. Den will sie nicht, also schwerere Geschütze und die kleine Tüte Weingummi. Auch diese reicht ihr nicht, ich hätte zuletzt noch das Feuerzeug. "I don't know how to smoke." Tja, da fällt mir nichts mehr ein, was sie wohl meinen könnte. Ihr aber offenbar, also wird meine Frage, ob ich weiterfahre darf dreimal in Folge mit "Will you leave me like that" beantwortet. Geld gibt es von mir auch heute keins, also geht es nach kurzer Zeit tatsächlich weiter. Auf dem Weg gibt es ohne großen Umweg einen Wasserfall, den wir besichtigen wollen. Am Eingangstor hält man uns an, der Eintritt kostet 20€ pro 'weißer' Person. 'Schwarze' zahlen nur 7€. So eine Preisgestaltung stelle man sich mal an einer Sehenswürdigkeit in Europa vor. 20€ sind mir auch echt zu teuer und als die Empfangsdame dann auch noch sagt, dass der Wasserfall aufgrund der Trockenzeit kein Wasser hat, hab ich genug. Auch wenn man noch zu einer Steinformation wandern kann, die wie ein Regenschirm aussieht, zahle ich keine 20€, da soll sie was am Preis machen. Sie fragt ihren Chef, der dann auch kommt und noch einmal alles erklärt und auch wieder 20€ verlangt. Dieser fragt dann wiederum seinen Chef und dieser willigt schließlich den Rabatt von 10€ ein. Auf dem Parkplatz hat irgendjemand eine Bassbox aufgestellt und dermaßen aufgedreht, dass ich beim Aussteigen denke mir fliegt das Gehirn raus. Mal wieder ist eigentlich niemand da, der irgendetwas von dieser Musik haben könnte und ich fühle mich direkt wieder an letzte Nacht erinnert. Auf dem Weg zum Regenschirmfelsen gibt es noch eine weitere Top-Sehenswürdigkeit, einen Felsen der gleichzeitig aussieht wie ein männliches und weibliches Geschlechtsteil. Oh man...naja die 20€ Eintritt müssen sich ja irgendwie lohnen. Immerhin ist der Regenschirmfelsen ganz nett.
    Auf der ersten wirklich guten Straße in ganz Ghana geht es schließlich zum Volta-Stausee, hier steht das einzige wirkliche 4-Sterne Hotel Ghanas. Auch wenn nicht günstig, ist mir bewusst, dass es eine solche Möglichkeit für viele Wochen, vielleicht sogar Monate nicht mehr geben wird, also sprengen wir unser Tagesbudget und bleiben 4 Nächte in diesem Luxushotel - schließlich ist ja auch Silvester. Einen guten Rutsch!
    Baca lagi