• Tag 123, 220 Km/16642 Km

    30 Disember 2024, Ghana ⋅ ⛅ 33 °C

    Über Silvester soll es zum Volta-Stausee im Zentrum Ghanas gehen und da der Weg dorthin aufgrund der schlechten Straßen für einen Tag zu weit ist, starten wir am Vormittag vom Bosomtwe-See. Auf der gesamten Strecke bis zum Stausee gibt es leider keine wirkliche Möglichkeit zum Übernachten, übers Internet finde ich eine Farm ungefähr auf der Hälfte der Strecke, bei der die Möglichkeit zur Übernachtung gegeben sein soll. Über Facebook kündigen wir uns an und erhalten sogar eine Antwort, dass man uns erwartet. Wir verlassen also nach rund 4 Stunden den kaputten und staubigen Highway auf eine Bergstraße ins Hochland von Ghana. Die Straßenqualität bleibt schlecht und die Dörfer werden immer ärmlicher und einfacher. Immerhin gibt es seit dem Verlassen des Highways keine Checkpoints mehr, an denen wir auch heute mehrfach nach einem nachträglichen Weihnachtsgeschenk gefragt wurden. Die Farm liegt auf einem Hügel und die Straße wird immer schlechter. Ich frage in einem der Dörfer, ob wir auf dem richtigen Weg sind aber mittlerweile spricht auch niemand mehr englisch, nur noch Stammessprache. An den Straßen wird Buschfleisch angeboten, welches die Einheimischen im Wald geschossen haben. Tiere die aussehen wie Eichhörnchen, Ratten oder manchmal sogar geflecktes Fell wie eine kleine Raubkatze haben. Die Straße ist mittlerweile so schlecht, dass ich nicht mehr glaube richtig zu sein. Mono-Track, Tiefsand und stark ausgewaschen. Die Region ist neben einzelnen Gebieten in Sierra Leone und Liberia eine der ursprünglichsten in Afrika, die ich bislang gesehen habe. Mitten auf der schlechten Piste durch den Wald gibt es eine Lichtung, wo Kinder in 10-Liter Dieselkanistern Wasser holen und dieses dann die zig Kilometer den Berg ins nächste Dorf zurückschleppen.
    Trotz eigentlich guter Beschreibung der Route zur Farm finden wir im Gewirr zwischen Wald und winzigen Urwaldpfaden den Weg zur Farm nicht. Da es weder Internet- noch Handyempfang gibt, müssen wir nach einer Stunde suchen umdrehen. Wohin nur jetzt? Wildcampen kommt hier nicht in Frage, überall Dörfer und immer wieder Personen und ich möchte nicht am Abend oder in der Nacht von einem bewaffneten Wilderer geweckt werden, der dann nicht mal Englisch spricht. Erstmal zurück zum Highway und dann mal weitersehen. Auf dem Weg zum Highway kommen wir plötzlich an einem Hotelkomplex vorbei und im ersten Moment denke ich, dass dieser Ort eigentlich gar nicht in dieser Umgebung existieren kann. Niemand ist anwesend und der Parkplatz komplett verweist, bis auf eine gelangweilte und unfreundliche Dame an der Rezeption. Das Zimmer kostet 13€ pro Person und der Hotelkomplex macht samt dem Zimmer den Eindruck eines 5-Sterne Hotels. Zumindest auf den ersten Blick, auf den zweiten sind es afrikanische 3-Sterne, alles ist ziemlich in die Jahre gekommen. Im Restaurant gibt es nur ein einziges Gericht, serviert von einer gelangweilten Kellnerin (Reis mit Hühnchen) und an der Poolbar läuft laute Musik, obwohl niemand außer ein paar sich in den Plastikstühlen lümmelnden Kellnern anwesend ist. Wozu auch immer das Hotel dient, sicherlich nicht um Gäste unterzubringen. Eines der komischsten Hotels in denen ich jemals war.
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