Tag 137, 9 Km/17869 Km
13 Januari 2025, Benin ⋅ ⛅ 32 °C
Houston, wir haben ein Problem. Ich starte am Morgen das Auto und will mich eigentlich auf den Weg in den Norden machen, also ich ein Geräusch aus dem Motorraum höre. Das Geräusch - ein Klackern - war in den letzten drei Wochen insgesamt dreimal bereits zu hören, verschwand aber immer nach wenigen Sekunden so dass ich es nicht genau lokalisieren konnte. Heute morgen ist es nicht so, es klackert aus dem Motorraum. Ich fühle an der Luftansaugung, ob Luft gleichmäßig angesaugt wird aber spüre leider überhaupt keinen Luftstrom, als ich in dem Moment das Problem sehe: der Luftfilterkasten ist an einer Seite nicht richtig verschlossen. Die Folge: der Staub und Sand der letzten Wochen ist ungefiltert über Turbo und Ladeluftkühler in den Motor gezogen worden. Das Filtergehäuse wurde zuletzt beim Stoßdämpferwechsel von der Werkstatt in Accra geöffnet und auch wieder verschlossen, offenbar nicht richtig - einer der Halter ist nicht richtig eingehakt gewesen. Natürlich ärgere ich mich auch über mich selber, die Arbeit der vermeintlich guten Werkstatt nicht noch einmal kontrolliert zu haben. Somit öffne ich den Ventildeckel am Motor, leider kann ich den feinen Staub bereits im Öl rund um die Kipphebel sehen. Das Ansaugrohr zum Turbo sieht richtig übel aus. Glücklicherweise endet der Sandfilm vor dem Ladeluftkühler, also scheinen Kühler und Motor erstmal sauber. Wie es im Turbo aussieht, kann ich nicht erkennen, dafür müsste ich den Turbo ausbauen und das mache ich sicherlich nicht hier am Strand. Also alles so gut reinigen wie es geht, zusammenbauen, Motor an: kein Klackern mehr - immerhin. In Deutschland würde ich den Motor und den Turbo zerlegen oder zumindest die Kompression messen aber hier in Benin wird das nicht gehen. Ich werde bei der nächsten Gelegenheit noch einmal einen Ölwechsel machen, auch wenn ich keinen neuen Ölfilter mehr habe. Bei der Probefahrt scheinen Motorgeräusche und Leistung wie immer zu sein, aber das heißt aktuell noch nichts.
Immerhin komme ich bei der kurzen Probefahrt an einer kleinen Aufzuchtstation für Schildkröten vorbei. Die im Wasser schwimmenden Babyschildkröten sollen in der Nacht freigelassen werden und man sagt mir, ich kann am frühen Morgen gerne teilnehmen. Die Auto-Aktion ist sowieso beendet, also parke ich ein kleines Stück weiter am Strand und hoffe darauf, bis Südafrika (mindestens aber bis Namibia) von einem Motorschaden verschont zu bleiben. Der Wunsch gilt gleichermaßen für Ladeluftkühler und Turbo.
Es gibt ein kleines Restaurant direkt dort, wo ich zum Übernachten stehe. Es gibt Tische, Stühle, eine Bar nur leider: keine Küche und auch keinen Kühlschrank. Ich werde also zuerst gefragt, was ich denn trinken möchte. Der 'Kellner' zieht dann los und holt in einem der kleinen Lädchen im Dorf das Getränk, mit dem er 15 Minuten später wiederkommt. Dann das Essen. Es gibt logischerweise auch keine Speisekarte, also erzählt er mir, was die umliegenden Restaurants so anbieten. Mit dem Essenswunsch zieht er dann ein zweites Mal los und bringt 30 Minuten später das gewünschte Essen. Bei jeder Bestellung, die ich aufgebe, möchte er direkt das Geld haben. Er kann ohne Geld schließlich nichts kaufen. Afrika in Perfektion. Vielleicht sollte ich erwähnen, dass ich der einzige Gast bin. Für einen zweiten Gast wäre bei diesem Konzept nur ein Kellner auch sicherlich nicht ausreichend.Baca lagi

Die Schlange ist gut getarnt. [E.L.]










