Tag 144, 115 Km/18433 Km
20 Januari 2025, Nigeria ⋅ ⛅ 28 °C
Die Nacht läuft alles andere als gut, ich bekomme Fieber. Das Fieber kommt und geht, ein typisches Zeichen für Malaria. Nachdem ich in der Nacht mehr wach war als ich geschlafen habe, stelle ich mir am Morgen die Frage, wie es weitergehen kann. Ich habe morgens kein Fieber mehr und fühle mich eigentlich okay, also treffe ich den Entschluss nicht länger zu warten und nach Nigeria einzureisen. Ich muss gestehen, dass ich als ich starte nicht frei von Nervosität bin. Ich erreiche um 09:00 Uhr die Grenze, es ist nicht viel los. Trotzdem dauert es ewig bis das Carnet in Benin ausgestempelt wird. Der Chef muss erst kommen und der ist irgendwo verschwunden, also stehe ich vor dem kleinen Zollhäuschen in der prallen Sonne bei bereits 32 Grad und merke, wie das Fieber wieder zurückkommt. Während ich mich irgendwo im Schatten hinsetze um nicht umzukippen werde ich von diversen Leuten umringt, die alle mein Geld wechseln wollen. In ganz Nigeria gibt es keine Bank, die eine europäische Kreditkarte akzeptiert und auch so gut wie keine Wechselstube, das Geld muss auf dem Schwarzmarkt getauscht werden. Während ich im Schatten sitze verhandle ich mit einem der Geldwechsler, bis die Rate für mich akzeptabel ist. Für 400€ bekomme ich einen Stapel Geldscheine, für den man zwei Hände zum Festhalten braucht. Ich gebe 4 Euroscheine ab und erhalte 1300 Scheine in der nigerianischen Währung Naira. Nachzählen tu ich nicht, das passt schon.
Ziemlich angeschlagen fahre ich zur Polizei, lasse den Pass ausstempeln und verlasse Benin. Bis hierher anstrengend aber problemlos.
Auf der nigerianischen Seite ist fast gar kein Betrieb, ich komme überall direkt und ohne zu warten dran. Mein Visum wird geprüft und der Herr bringt mich zu seinem Chef. Nachdem dieser fast 15 Minuten in meinen Pass schaut, sagt er dass auf dem Visum nicht angegeben ist, wieso ich nach Nigeria reise. Tatsächlich wurde das Feld von der Botschaft nicht angekreuzt. Er überlegt lange, was er mit mir macht und ich habe zwischendrin das Gefühl, hier heute nicht einreisen zu dürfen. Ich soll zum 'Big Man', der möge die Entscheidung fällen. Der 'Big Man' ist der Grenzchef, freundlich empfängt er mich und gewährt mir 30 Tage Aufenthalt. Nachdem alles drei- und viermal geprüft und in zig Bücher geschrieben wurde, bin ich nach knappen 2 Stunden in Nigeria. Eine SIM-Karte mit mobilem Internet gibt es für Ausländer im ganzen Land nicht zu kaufen, ich habe mir vor einigen Wochen jedoch bereits eine besorgt die es glücklicherweise auch tut.
Der Weg bis nach Lagos ist nicht weit, rund 80 Kilometer. Auf dem Stück gibt es um die 150 Polizeicheckpoints, eine solche Dichte an Kontrollen habe ich noch niemals in irgendeinem Land gesehen. Manche in Uniform und freundlich grinsend, andere in Zivil, vermummt und bewaffnet. Bis zum Schluss weiß man nicht, ob man von der Polizei oder von Banditen angehalten wird. Mittlerweile geht es mir richtig mies und ich nehme eines der Malariamedikamente, die ich für Notfälle dabei habe. Die Medikamente wirken schlagartig und nach 30 Minuten geht es mir schon deutlich besser, auch das Fieber verschwindet wieder. Trotzdem nehme ich mir vor, am Abend in Lagos in ein Krankenhaus zu gehen.
Lagos erreiche ich nach Stunden, der Verkehr wird dicht und man muss immer 100% präsent sein, die Atmosphäre wirkt wie in einem Endzeitszenario, bei dem alle noch lebenden Menschen sich an einem Ort zusammenrotten und uns Überleben kämpfen. Leute schlagen an meine Scheibe, brüllen mir irgendetwas zu oder rennen soweit sie können neben meinem Auto her. In einem der nördlichen Stadtteile habe ich ein Hotelzimmer reserviert, treffe hier Sunday meinen Bekannten aus Nigeria. Er bringt mich zuerst ins Krankenhaus, der Bluttest ergibt glücklicherweise keine Malaria aber hohe Infektionswerte. Eine Malaria ist dennoch plausibel, die Einnahme der Medikamente verhindert laut Ärztin den positiven Test.
Es gibt Tage, die einen hier maximal herausfordern. Heute gehört definitiv dazu.Baca lagi
















PengembaraGute Besserung!
PengembaraGute und schnelle Besserung!
Pengembara
so etwas braucht man dann zu allem nicht auch noch 🙈! Alles gute!