• Tag 152, 316 Km/19545 Km

    28 Ocak 2025, Nijerya ⋅ ☀️ 35 °C

    Nach einer schönen Verabschiedung von den Schwestern im Waisenhaus geht es früh am Morgen los, es soll ein langer Fahrtag werden. Keine fünf Minuten auf der Straße, die Sonne ist seit ca. 20 Minuten aufgegangen, liegt eine Leiche auf der Straße. Quer über beide Fahrbahnen, das Blut auf der Straße ist bereits geronnen, der Mann ist vermutlich in der Nacht überfahren worden. Niemand hält an, alle fahren drumherum, keiner kümmert sich. Vielleicht möchte aber auch niemand der Erste sein, der den Toten meldet um nicht irgendwie mit hineingezogen zu werden. Also fahren auch wir weiter, der Tote liegt mitten in einem belebten Dorf und sicherlich ist man nicht auf die zwei Europäer angewiesen, die gerade zufällig über diese Straße fahren.
    Die Checkpoints nehmen in Richtung der Grenze zu Kamerun wieder zu, fast alle sind freundlich, hier und da wird mal nach Geld oder Geschenken gefragt. Der Satz "Show me some love" soll mir sagen, dass ich doch bitte Geld abgeben möge und ist mein Highlight des Vormittags. An einem Checkpoint prüft man unsere Visa und wir plaudern über Fußball und Bayer Leverkusen, die 'tatsächlich in der letzten Saison kein einziges Mal verloren haben', wie man uns erklärt. Fußball geht in Afrika immer, selbst an kleinen Checkpoints irgendwo im Osten von Nigeria.
    Die Straße wird einsamer in Richtung der Grenzstadt Ikom, kurz dahinter liegt bereits Kamerun. Wie verlockend es doch ist, hier einfach weiterzufahren und nach Kamerun einzureisen, wohl wissend, dass hinter der Grenze die Situation noch viel schlimmer ist als davor. In Westkamerun ist seit Jahren Bürgerkrieg, die Grenze ist faktisch geschlossen und für uns sicherlich kein Durchkommen. Die Landschaft ändert sich deutlich, es sind viel weniger Fahrzeuge unterwegs und endlich wieder Bäume zu sehen. Wir biegen in Ikom auf eine kaputte Asphaltstraße ab und aufgrund der Länge und des Zustandes schlaucht das Stück ziemlich. Ich setze an zwei Stellen hart auf, lege mich schließlich sicherheitshalber einmal unters Auto und sehe, dass Öl aus der Hinterachse läuft. Ob durch das Aufsetzen oder durch Verschleiß, kann ich aktuell nicht herausfinden, sollte ich aber zeitnah.
    Die Straße wird schließlich schlechter und schlechter und endet im Nationalpark Afi Mountains, wo es ein kleines Camp direkt im dichten Regenwald gibt. Rund ums Camp gibt es mehrere Gruppen von Affen, unter anderem Schimpansen und Drills. Insbesondere die Drills mit ihrem bunten Gesäß sind ein Genuss anzuschauen. Das Camp ist zwar eingezäunt aber die Drills finden natürlich trotzdem den Weg vorbei am Elektrozaun. Was für ein großartiger Ort in den Bergen Nigerias.
    Okumaya devam et