• Tag 163, 273 Km/21183 Km

    February 8, 2025 in Cameroon ⋅ ⛅ 33 °C

    Bevor die Hochzeit an der Kirche am frühen Morgen beginnt, packe ich ein, verabschiede mich von meiner Reisebegleitung und fahre alleine raus aus Yaoundé und rein nach Douala. Hört sich einfach an aber schon das Verlassen von Yaoundé dauert zwei Stunden. Normalerweise recherchiere ich vor jeder Stadt die 'bösen' Viertel und versuche nicht hineinzufahren aber der Stau ist einfach so dicht, dass ich an einer Stelle falsch abbiege und plötzlich in einem der härteren Viertel von Yaoundé fahre. Solange der Verkehr rollt habe ich damit kein Problem, aber so ist es leider nicht. Ich stehe nach kurzer Zeit und bin nach rund einer Stunde ohne Zwischenfälle durch den dichten Stau wieder auf einer der großen Straßen, lediglich an die Seitenscheiben wurde geschlagen. Nach Douala gibt es ebenfalls einen brandneuen, vierspurigen Highway, mitten durch den Regenwald. Auf der Straße begegnet mir pro Stunde rund ein weiteres Fahrzeug. Der Highway ist irgendwann zu Ende, es geht auf der Landstraße weiter. Die Temperaturen steigen deutlich, es ist wieder über 30 Grad warm. Auf der Landstraße gibt es wieder unzählige Kontrollen, fast alle halten mich an. Wird mein Lächeln und mein Winken nicht erwidert weiß ich direkt, dass es spannend wird. An einer Stelle möchte man die Papiere sehen, dann den Feuerlöscher und das Warndreieck. Der super unfreundliche Polizist nimmt sein Gewehr von der Schulter in die Hand und läuft um das Auto, bisher habe ich ihm keinen Anlass dazu gegeben. Er reklamiert die getönten Scheiben im Heckbereich und das ist mein Zeichen plötzlich kein Französisch mehr zu sprechen. "Je ne comprends pas" als Antwort auf jeden Satz. Mangels Englischkenntnisse seinerseits ist keine Konversation mehr möglich, lediglich den letzten Satz, dass ich weiterfahren darf, verstehe ich dann irgendwann.
    Douala taucht schließlich auf, was sich mit dichtem Stau bemerkbar macht. Zwei Spuren, eine in jede Richtung und auf jeder Spur mindestens zwei Fahrzeuge nebeneinander, auf dem Mittelstreifen ein weiteres Fahrzeug, welches zickzack Mal in die eine Richtung, mal in die Andere fährt. Auf dem staubigen Seitenstreifen noch eine weitere Fahrzeugreihe. An einer Stelle sehe ich im Gegenverkehr einen Tuktukfahrer dösen, er schließt nicht sofort die Lücke nach vorne. Ein Polizist eilt herbei und schlägt dem Motorradfahrer mit der flachen Hand ins Gesicht. *Zack*, so jetzt wird gefälligst weitergefahren.
    Auch in Douala wird, wie in Lagos, der Müll in die Vororte gefahren und irgendwann angezündet, allerdings nicht so viel wie in Lagos. Dichter schwarzer Rauch wabert trotzdem durch die Randbezirke.
    Ich erreiche irgendwann das reservierte Hotel, Heiner passt nicht in die Garage und muss zwangsläufig an der Straße stehen. Das gefällt weder ihm noch mir, also sage ich an der Rezeption, dass ich die Reservierung storniere falls man keinen sicheren Ort für das Auto findet. Nach einer Stunde schafft man es, ich parke zwei Meter vor der Hoteleingangstür direkt neben dem Security.
    Ich hätte Douala gerne ausgelassen, aber habe mich hier für den kommenden Tag mit meiner langjährigen Freundin Clarisse verabredet. Hoffentlich wird es die letzte große, chaotische Stadt in Afrika bis Angola sein.
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