• Tag 171, 0 Km/22562 Km

    February 16, 2025 in Central African Republic ⋅ ☁️ 35 °C

    Es ist noch stockdunkel als ich an der Lobby des Hotels abgeholt und zum Hafen gefahren werde. Kapitän Ugur steht mit 10 Kanistern Benzin und einem Boot bereit um mich in die Zentralafrikanische Republik zu fahren.
    Es ist frisch und mit dem Fahrtwind sogar fast schon kalt, als wir aufbrechen. Dichter Nebel liegt auf dem Wald und dem Fluss, die Luftfeuchtigkeit ist extrem hoch und innerhalb kurzer Zeit ist alles klamm, bis irgenwann schließlich die Sonne aufgeht und den Nebel verdrängt. Das Boot hat kein Dach, was ich aber schon wusste, also schütze ich mich so gut es geht gegen die Sonne, aber auch gegen die Zugluft und den Lärm des Motors. Ugor muss immer wieder um die Sandbänke herummanövrieren, wir bleiben mehrfach stecken und müssen das Boot von Hand von der Sandbank zurückdrücken. Sand setzt auch der Kühlung des Motors zu, den Ugur immer wieder reinigt. Trotzdem kommen wir gut voran. Auch auf dem Wasser gibt es mehrere Checkpoints, Ugur besticht schnell, sodass wir zügig weiter kommen. Mal gibt es einen Liter Benzin, mal Zigaretten, mal direkt Bargeld. Nach fünf Stunden erreichen wir Bomassa, die letzte Stadt der Republik Kongo. Wir liegen sehr gut in der Zeit, Ugur sagt, dass er letzte Woche bis hierher schon 12 Stunden gebraucht hat. Schnell werde ich aus der Republik Kongo ausgestempelt, es geht schließlich weiter in die Zentralafrikanische Republik. Ich habe für die Einreise kein Visum, ist aber eigentlich auch egal. Für 50€ drückt man an der winzigen Grenze ein Auge zu und gewährt mir die Einreise, auch ohne Visum. Das offizielle Visum hätte das vierfache gekostet und außerdem halte ich mich eh nur im Nationalpark auf, also wird auch niemand nach dem Visum fragen.
    Nach der Einreise in die Zentralafrikanische Republik überqueren kleine aus Baumstämmen geschnitzte Pirogen immer wieder mit Holzpaddeln oder Stangen den Sangha, zum Teil derart beladen, dass wir abbremsen müssen, damit unsere Wellen nicht in die kleine Piroge schlagen. Auch sehe ich an einer Stelle ein Hippo im Fluss treiben, Sekunden später taucht er jedoch schnell ab. Vom Fluss aus wirkt die Zentralafrikanische Republik unglaublich ärmlich, es gibt kein einziges Gebäude das nicht aus Stroh und Lehm bestehen. Die Einwohner baden im Fluss, waschen dort Wäsche, ab und an auch mal ein Motorrad.
    Nach etwas mehr als zehn Stunden kommen wir endlich an, immerhin deutlich schneller als gedacht. Ich übernachte in einer schönen Lodge direkt am Fluss, werde herzlich empfangen und trinke nach zehn Stunden in der prallen Sonne endlich ein eiskaltes Bier an der Bar.
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