Tag 170, 190 Km/22562 Km
February 15, 2025 in Congo ⋅ ☁️ 34 °C
Ich muss mich am frühen Morgen sputen, zeitnah muss ich in der ersten richtigen Stadt seit hunderten Kilometern sein: Ouesso. Also fahre ich früh los und durchquere den letzten Abschnitt bis Ouesso wieder einmal den dichten Regenwald. Die einzelnen Dörfer sind abgeschnitten vom Internet, Elektrizität, Wasser. Was muss das ein Leben sein, hier dauerhaft in diesem unberührten Wald zu leben.
Auf der Strecke nach Ouesso gibt es einen Checkpoint der Nationalparkranger, alle Autos werden nach illegal gejagtem Wildfleisch durchsucht, so auch meins. Der erste Checkpoint, der seit Reisebeginn in meinen Augen Sinn macht.
Rund um die Straße gibt es hunderttausende Schmetterlinge, über viele Stunden sehe ich sie auf der Straße sitzen und umherfliegen.
Ich erreiche schließlich Ouesso, es gibt vier Tankstellen, drei davon sind geschlossen, die vierte hat keinen Diesel. Ich hatte gehofft, hier tanken zu können, aber an der Tankstelle erklärt man mir, den nächsten Diesel gibt es in rund 500 Kilometern, sofern es eine Lieferung gegeben hat.
Ich fahre schließlich zu einem Hotel, das angeblich beste der Stadt. Hier treffe ich zwei Herren, die bereits an der Lobby auf mich warten. Einer der beiden, Ugor, wird mich morgen mit einem Boot in die Zentralafrikanische Republik fahren. Es war wichtig, heute schon gegen Mittag einzutreffen, da unendlich viel vorab zu organisieren ist. Die beiden nehmen zuerst meinen Pass entgegen und machen sich auf den Weg zur Polizei, um die Ausreise zu besprechen. Währenddessen packe ich alles zusammen, was ich in den nächsten 8 Tagen benötige, vorher werde ich nicht zurück in die Republik Kongo kommen. Das Auto bleibt solange an dem Hotel stehen. Es ist zugegeben nicht einfach, Zeug für 8 Tage in einen kleinen Rucksack und eine Tüte zu bekommen, aber anders geht es nicht.
Die beiden Herren kommen irgendwann zurück, die Ausreise ist organisiert. Dass die beiden überhaupt hier stehen und ich morgen mit dem Boot die 200 Kilometer flussaufwärts in die Zentralafrikanische Republik fahren kann, dessen ist eine monatelange Abstimmung und Organisation vorausgegangen.
Kapitän Ugur bittet um eine frühe Anreise, die Fahrt wird 16 Stunden dauern, da der Sangha aktuell zu wenig Wasser führt und sich die reguläre Reisezeit somit verdoppelt. 05:30 Uhr Abreise ist für mich aktuell glücklicherweise eine normale Zeit geworden.
So geht es also morgen früh hoffentlich einigermaßen reibungslos in den Nationalpark Dzanga Sangha, einer der schwierigsten zu erreichenden Nationalparks von Afrika. Reiche Reisende lassen sich einfliegen oder fahren tagelang durch Kamerun und zahlen zehntausende Euro um hier die Waldelefanten zu sehen. Ich muss glücklicherweise 'nur' 16 Stunden mit dem Boot fahren.
Leider ist die Zentralafrikanische Republik alles andere als ein sicheres Reiseland, somit muss Heiner zwangsläufig in der Republik Kongo stehen bleiben, die Einreise mit dem Fahrzeug ist mir zu riskant. Die ganze Zentralafrikanische Republik ist eigentlich unbereisbar, der Aufenthalt im Nationalpark ist davon als einziges ausgenommen.Read more












