• Tag 173, 0 Km/22562 Km

    18. februar 2025, Den Centralafrikanske Republik ⋅ ☁️ 34 °C

    Nachdem sich der Nebel am Morgen irgendwann verzogen hat, machen wir uns auf zur Dzanga Bai, dem eigentlichen Highlight des Parks. Die Dzanga Bai ist die größte Lichtung und durch das viele Salz, was im Boden ist, kommen die Waldelefanten hier sehr gerne hin um das Salz aus dem Boden aufzunehmen. Wir fahren ein kurzes Stück, dann bekomme ich Instruktionen wie ich mich bei einer Begegnung mit einem Elefanten auf dem Weg zur Bai zu verhalten habe. Dann laufen wir ungefähr 45 Minuten durch den dichten Regenwald. Wir überqueren den Dzanga zu Fuß, glücklicherweise ist der zweite Fluss, der dem Nationalpark seinen Namen gibt, aufgrund der noch nicht richtig begonnenen Regenzeit hier nur etwa knietief. Als wir schließlich weiter durch den Wald laufen stoppen beide Ranger abrupt. Rund 20 Meter vor uns bewegen sich die Äste und ich sehe einen Rüssel im Dickicht. Wie gut, dass ich die Instruktionen genau befolge und statt stehen zu bleiben reflexartig versuche rückwärts zu laufen. Leonce hält mich fest, keiner spricht mehr, der Elefant schaut uns an und wir ihn. Wir sind definitiv viel zu nah dran, selbst im Kölner Zoo ist mehr Abstand zu den Elefanten und da ist noch ein Zaun dazwischen. Weder mir, noch dem Elefanten ist heute nach Konfrontation und so dreht er sich nach einigen Sekunden weg und verschwindet in den dichten Wald. Da hat er aber Glück gehabt!
    Wir erreichen schließlich die Bai und als ich auf den Aussichtspunkt hochsteige und von oben auf die Lichtung schaue, kann ich kaum glauben was ich sehe. Ich habe schon oft wilde Elefanten gesehen, in Botswana, Tansania, Namibia, aber so etwas, das habe ich noch nie gesehen. Es sind rund 150 Elefanten auf der Lichtung. Die Elefanten sind damit beschäftigt, den Boden umzupflügen, sie kommunizieren und interagieren mit dem Rüssel und vertreiben schwächere Artgenossen von den Wasserlöchern. Es gibt sekündlich neue Motive und dass gleichzeitig auch noch eine Horde Büffel und rund 50 Bongos anwesend sind, ist eigentlich nebensächlich. Neben mir und den beiden Rangern ist nur ein Wissenschaftler anwesend, sonst habe ich diesen Ort vollkommen für mich alleine. Am Mittag ändert sich durch die Hitze und das Sonnenlicht die Farbe der Elefanten von dunkelgrau ein bisschen ins Goldene. Wir machen uns nach Stunden zurück auf den Weg zur Lodge, wo bei einem Feierabendbier das Gesehene in irgendeiner Form glücklicherweise gut verarbeitet werden kann.
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