Tag 232, 319 Km/31562 Km
April 18, 2025 in Namibia ⋅ 🌙 18 °C
Ich verlasse Cape Cross und fahre so früh es geht wieder ein Stück zurück in Richtung der Skelettküste. Schon bald verlasse ich die ohnehin schon menschenleere Hauptstraße, biege auf einen Offroad-Track ab. Mir ist bewusst, auf was ich mich hier einlasse, habe Route und Notfallnummer vorher geteilt. Um weiter in den Messum-Krater, einen erloschenen Vulkan zu gelangen, muss ich über eine knüppelharte Wellblechpiste mehr als 50 Kilometer durch ein ausgetrocknetes Flussbett fahren. Niemand, wirklich niemand fährt diese Route. Ich werde den ganzen Tag keinen einzigen anderen Menschen treffen. Empfang gibt es schon lange keinen mehr, die Fahrspuren werden nach und nach immer dünner und weniger, ich fahre weglos per GPS und Kompass. Das Wellblech ist so übel, man muss Angst haben, dass einem die Zähne rausgeschüttelt werden, schneller als 15 Km/h traue ich mich nicht zu fahren. Würde die Piste hier irgendwas am Fahrwerk beschädigen würde das bedeuten: den ganzen Weg von über 50 Kilometern zu Fuß zurück. Das Stück ist das einsamste der ganzen Reise. Unzählige Welwitschia-Pflanzen wachsen im Flussbett, Strauße rennen in der Ferne davon. An einer Stelle ist die Caldera des Vulkans durch den mittlerweile ausgetrockneten Fluss durchbrochen, ich kann also bis mitten in den Vulkan fahren. Genau dort steht ein Berg, der weglos bestiegen werden kann, von oben gibt es einen atemberaubenden Ausblick auf das Flachland rund um den Vulkan. Drei Stunden Anreise haben sich gelohnt. Heiner zickt auch bei der Rückreise nicht, je näher ich an die Hauptstraße komme umso entspannter werde ich auch, am Ende bin ich froh den Krater wieder fahrend zu verlassen.
Ich fahre am Nachmittag bis Uis, eine winzige Stadt im Osten vom Brandberg, dem höchsten Berg Namibias. Uis ist eine ehemalige Bergbausiedlung und aufgrund des mittlerweile nicht mehr vorhandenen Bergbaus fast schon eine Geisterstadt. Der einzige Supermarkt der Stadt wurde vor ein paar Monaten geschlossen, es gab zu wenig Kunden. In Uis gibt es einen Zeltplatz, der ein wenig an die Serie Twin Peaks erinnert. Im Hof stehen Autos, durch die mittlerweile bereits Bäume wachsen, Männer mit Cowboyhüten und langen Bärten sitzen an der Bar, in der Mitte ein Pool, der mit Palmen umrandet ist. Charme hat der Ort, also bleibe ich ein paar Tage um die Region rund um den Brandberg zu erkunden.Read more























TravelerEin extra Abenteuer im Abenteuer! 😁