Tag 234, 206 Km/31840 Km
20. huhtikuuta 2025, Namibia ⋅ ☀️ 33 °C
Ich gehe am Morgen in eine kleine Werkstatt nicht weit weg von der Campsite. Es ist Sonntag und die Werkstatt hat geschlossen, es lungert trotzdem jemand herum. Edelstahl schweißen kann hier generell niemand, obwohl ein passendes Schweißgerät da wäre. Zufällig hat man jedoch ein Stück Rundaluminium, welches genau die gleiche Dicke wie das gebrochene Scharnier hat. Ich darf Schraubstock und Werkzeug benutzen und da Biegen mein zweiter Vorname ist biege ich das gebrochene Scharnier einfach nach. Sieht am Ende fast aus wie original und hält auch echt gut. Um zu testen, ob es auch die Wellblechpisten Afrikas übersteht und nicht nur hübsch aussieht, fahre ich wieder einmal auf einer Piste rund 100 Kilometer auf die andere Seite vom Brandberg. Es gibt hier eine alte Zinnmine, die vor Jahren aufgegeben wurde. Die Piste wird nach und nach immer schlechter, es gibt auch heute die ganze Strecke keinen Empfang, kein Wasser, keinen Diesel und vor allem keine anderen Menschen. Irgendwann fahre ich auf Tiefsand, ich muss aufpassen keinen der Reifen auf den immer wieder aus dem Sand herausstehenden spitzen Steinen zu beschädigen. Schließlich fahre ich auf das verlassene Minengelände. Eigentlich darf das Gelände nicht betreten werden, aber es ist niemand da um dies zu kontrollieren. Es gab hier einst Gebäude, mittlerweile sind alle eingestürzt. Weglos geht es über das Bergbaugelände, wo ich immer wieder tiefe Löcher im Boden umfahren muss, die vor Jahren durch die Bergbautätigkeiten entstanden sind. Es gibt einen Damm, über den ich mich noch gerade so traue zu fahren. Der Damm wurde vor vielen Jahren hier aufgeschüttet, gebaut aus dem Abraum der Mine. Ich laufe zu Fuß weiter bis runter an den niedrigsten Punkt, an dem sich ein grüner See gebildet hat. An den Seiten liegen noch immer Mineralien, die in Vergessenheit geraten sind. Der Ort wirkt angsteinflößend und anziehend zugleich.
Ich fahre irgendwann wieder zurück nach Uis, das nachgebogene Scharnier hält den ganzen Tag. Ich bin mir sicher, mit dem reparierten Bügel bis nach Kapstadt zu kommen.
Als ich am Nachmittag zurück an der Campsite bin, fragt mich Basil, der Besitzer, ob ich mit ihm eine Runde in seinem alten Landrover fahren möchte. Na klar, da bin ich dabei! Basil ist ein alter Haudegen, hat sich einen Bierflaschenhalter in sein Auto eingebaut, damit er auch während der Fahrt trinken kann und fährt mit mir hoch auf eine der Dünen, von wo es einen tollen Ausblick auf den Brandberg bei Sonnenuntergang gibt. Seine Freunde kommen ebenfalls, ballern noch ein bisschen mit den mitgebrachten Gewehren herum bevor wir dann kurz vor Einbruch der Dunkelheit wieder zurückfahren. Das Basil sich vor der Rückfahrt die dritte Flasche Bier aufmacht ist eigentlich auch egal. Er hat zum Glück den Bierflaschenhalter.Lue lisää






















