• Tag 307, 230 Km/45461 Km

    2 de julio de 2025, Lesoto ⋅ ☀️ 11 °C

    Ich fahre am Morgen zur Grenze. Beide Seiten laufen problemlos, auch wenn man auf der Seite von Südafrika noch nie ein Carnet de Passage gesehen hat und niemand eine Ahnung hat, was damit zu tun ist, nicht mal die Zollchefin. Nachdem ich den Zöllnern erkläre, wie ich das Fahrzeug legal wieder ausführen kann, darf ich ausreisen und schließlich in Lesotho einreisen. 500 Meter hinter der Grenze halte ich an um mich nach einer SIM-Karte für Lesotho umzusehen. Eigentlich sind alle Grenzen zwischen Marokko und Südafrika mehr oder weniger verrucht, überall lungern komische Typen rum von denen man keine Ahnung hat, was diese wollen. So auch hier. Ich sitze noch im Auto und orientiere mich, da kommt ein komplett vermummter Mann zur Fahrertür, versucht diese zu öffnen und schreit durch die verschlossene Tür "Give me your Passport!" Ich gebe ihn zu verstehen, dass er verschwinden soll nur benutze ich dafür nicht ganz so höfliche Worte wie jetzt hier. Zu meiner Überraschung geht er tatsächlich, ich kann also 2 Minuten später aussteigen und eine SIM kaufen.
    Ich fahre schließlich weiter rein nach Lesotho, deutlich ärmer als alle anderen Ländern des südlichen Afrikas. Es gibt hier keine Slums mehr wie in Südafrika, hier sind einfach gefühlt alle arm. Die Straße ist mal wieder kaputt, es gibt Checkpoints die eher der Korruption als der Sicherheit der Bevölkerung dienen, Menschen leben in Lehmrundhütten an den Berghängen. Es gibt eigentlich nur zwei Arten von Menschen, die mir auf der Straße begegnen: diejenigen die winken und die, die ihre Hand aufhalten, fast alle sind in Decken gekleidet um sich gegen die schneidende Kälte zu schützen.
    Dann unterziehe ich Heiner dem ultimativen Test, über den Mahasela Pass geht es auf über 3200 Meter Höhe, höher als die Zugspitze. Es liegt Schnee, schon weit vor dem Gipfel. Die Landschaft ist eine der Schönsten der letzten Wochen, schöner als alles was ich in Südafrika bislang gesehen habe.
    Kurz hinter dem Gipfel gibt es eine Skipiste und ein Luxus-Resort, zumindest was den Preis und die Arroganz der Mitarbeiter angeht. Ich hätte mir vorstellen können hier zu übernachten, entscheide mich aber schnell aus besagten Gründen dagegen und investiere mein Geld lieber in einem der kleinen lokalen Restaurants als hier.
    Es ist zugegeben nicht einfach, auf dem weiteren Stück einen Übernachtungsplatz zu finden. Überall sind kleine Dörfer, links und rechts neben der Straße liegt Schnee. In einem weiteren Anstieg fahre ich hoch bis auf den Gipfel vom Sani-Pass wieder auf über 3200 Meter Höhe. Der Sani-Pass führt in einer steilen und unbefestigten 4x4-Strecke über hunderte Kurven runter nach Südafrika und ich habe eigentlich am Nachmittag keine Lust mehr mich auf dieses Stück einzulassen. Also frage ich kurz vor der Grenze bei den dort wohnenden Einheimischen, ob ich die Nacht hinter den Rundhütten des kleinen Dorfs verbringen kann. Es wäre auch möglich, in einer der Hütten zu schlafen, aber ich bevorzuge das Auto mit Standheizung. Ich bin mir sicher, die kälteste Nacht der Reise vor mir zu haben, mitten im Winter auf fast 3000 Metern Höhe. Wenn alles klappt und ich die Nacht nicht einfriere, verlasse ich morgen Vormittag Lesotho wieder.
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