• Tag 333, 90 Km/48466 Km

    28 lipca 2025, Afryka Południowa ⋅ ☀️ 17 °C

    Früh am Morgen breche ich auf, fahre zuerst in eines der Industriegebiete südlich von Kapstadt, wo es für das Hubdach im dritten Anlauf nun endlich einen neuen Zeltstoff gibt, der dann auch passt. Auch wenn ich dreimal herfahren musste, hat es sich gelohnt, der neue maßangefertigte Zeltstoff kostet rund ein Drittel von dem, was er in Deutschland gekostet hätte. Nachdem alles verladen ist, muss ich mich ein wenig sputen, ich fahre in die Stadt Simons Town, wo ein Boot am Mittag auf mich wartet. Mit dem Boot geht es raus in die Bucht der False Bay, einer der wenigen Orte Weltweit wo die Chance auf Haie besonders groß ist. Bis vor wenigen Jahren war dies ein guter Platz für Weiße Haie, vor rund 15 Jahren verschwanden die Tiere nach und nach, mittlerweile gibt es keine mehr in der Bucht. Die letzte Sichtung war 2022. Niemand weiß so recht, wieso sich die Weißen Haie aus der Bucht zurückgezogen haben, Futter gäbe es genug, was die großen Seehundkolonien zeigen, an denen wir vorbeifahren. Irgendetwas wird der Menschheit schon eingefallen sein. Immerhin gibt es noch reichlich Bronzehaie, bis zu vier Meter lang. Nach einer knappen Stunde wird der Käfig, der hinten am Boot befestigt ist, zu Wasser gelassen. Ich steige in einen Neoprenanzug und betrete schließlich den Käfig. Das eiskalte Wasser ist wie ein Schlag ins Gesicht, ich kann kaum atmen, bekomme keine Luft. Hinzu kommt das beklemmende Gefühl des Käfigs, der hier im Eiswasser treibt. Ach ja, und Haie gibt es auch noch. Vier große Haie sind mittlerweile da, ich brauche mindestens zehn Minuten bis ich auf die Situation klar komme und weiß, wo ich mich festhalten kann und wie ab- und auftauchen funktionieren. Die Haie schwimmen ganz nah am Käfig vorbei, keine 20 Zentimeter von mir entfernt. Wenn einer der ausgewachsen Tiere den Käfig mit Schnauze oder Flosse trifft, wird dieser hin- und hergeschlagen. Auch wenn der Käfig rundum geschlossen ist, traue ich mich kaum die Beine auszustrecken, vor allem dann nicht, wenn man mit Kopf über Wasser plötzlich eine der Flossen oberhalb der Wasseroberfläche auf einen zuschwimmen sieht. Nach 20 Minuten muss ich aus dem Wasser, meine Hände sind fast taub vor Kälte. Während ich mich anziehe, übergeben sich die Ersten ins Wasser, das Meer ist ziemlich unruhig. Zum Glück habe ich schon gestern Abend vorgesorgt und ein gutes Mittel gegen Seekrankheit eingenommen. Es geht irgendwann am Nachmittag zurück an Land und schließlich nach Kapstadt. Ein wahnsinniges Erlebnis an einem der letzten Tage in Afrika. Czytaj więcej