• Salvador

    15–22 Feb 2025, Brazil ⋅ ☀️ 31 °C

    Nach einer langen, aber kurzweiligen Fahrt kehre ich nach Salvador zurück. Die knapp 500 Kilometer von Caeté-Açu lege ich wieder mit drei Mitfahrern zurück – eine gute Gelegenheit für Gespräche und um die Landschaft an sich vorbeiziehen zu lassen.

    Salvador, mit knapp drei Millionen Einwohnern, ist nicht nur die drittgrößte Stadt Brasiliens, sondern auch eine der geschichtsträchtigsten. Als erste Hauptstadt des Landes spielte sie eine zentrale Rolle in der Kolonialzeit und ist bis heute das kulturelle Herz Bahias. Vor allem afrikanische Einflüsse prägen die Stadt – sei es in der Musik, im Essen oder in den religiösen Traditionen.

    Mein erster Weg führt mich ins Pelourinho, das historische Zentrum Salvadors. Kopfsteinpflasterstraßen schlängeln sich vorbei an pastellfarbenen Kolonialbauten, prunkvollen Kirchen und kleinen Plätzen. Trotz seines touristischen Charakters hat das Viertel eine besondere Ausstrahlung – Straßenmusiker spielen Samba oder Axé, und aus kleinen Bars dringt Livemusik. Ein Stück weiter lande ich im ruhigeren Carmo, wo die Gassen breiter und die Atmosphäre entspannter ist. Hier scheint das echte Leben der Stadtbewohner durch.

    Der markante, etwa 90 Meter hohe Elevador Lacerda verbindet die Ober- und Unterstadt miteinander und erinnert mich an die Aufzüge in Lissabon.
    In der Unterstadt besuche ich den Mercado Modelo, einen der bekanntesten Märkte der Stadt. In dem historischen Gebäude gibt es Kunsthandwerk, Souvenirs und lokale Spezialitäten.

    Zurück in der Oberstadt zieht es mich zur Casa do Carnaval da Bahia, einem interaktiven Museum, das sich ganz dem Karneval widmet. Hier gibt es Kostüme, Musik und viele Geschichten rund um dessen Traditionen zu erleben.

    Ein weiteres Highlight ist die Basílica do Senhor do Bonfim. Schon von weitem sieht man die unzähligen bunten Bänder, die die Kirchenzäune schmücken. Die sogenannten „fitas“ sind nicht nur ein Souvenir, sondern ein Symbol für Wünsche und Segen.

    Auch wenn ich den eigentlichen Karneval nicht miterleben werde, hatte ich das Glück, einen Vorgeschmack zu bekommen: die Lavagem de Itapuã. Diese traditionsreiche Feier, die seit 120 Jahren zelebriert wird, ist eine Mischung aus religiösem Fest und Karnevalsumzug. Direkt am Strand von Itapuã versammeln sich Musiker, Tänzer und Gläubige, um die Straßen mit Trommeln und Gesängen zu erfüllen. Es ist ein faszinierendes Zusammenspiel aus katholischen und afrobrasilianischen Elementen – ein perfekter Einblick in die Seele Salvadors.
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