• Tulum

    24 Feb–3 Mac 2025, Mexico ⋅ ☀️ 29 °C

    Nach zweieinhalb Monaten in Brasilien heißt es Abschied nehmen. Ein Land voller Farben, Rhythmen und unvergesslicher Momente liegt hinter mir, doch ein neues Abenteuer steht bevor. Mein Weg führt mich nach Mexiko. Die Anreise per Flugzeug mit einem Zwischenstopp in der brasilianischen Hauptstadt Brasília verläuft zwar reibungslos, doch am Flughafen Cancún stoße ich zum ersten Mal auf dieser Reise auf unerwartete Hürden bei der Einreise. Der überforderte Grenzbeamte will mir nicht wie üblich die maximalen 90 Tage gewähren. Erst nach einigem Überzeugen und Verhandeln bekomme ich schließlich knappe sechs Wochen eingetragen.

    Bevor es weitergeht, verbringe ich zwei Tage allein in Cancún, dann ist es soweit: Ich hole André und Doreen vom Flughafen ab. Nach anderthalb Jahren ohne persönliches Treffen ist das Wiedersehen emotional und herzlich. Noch am selben Abend fahren wir mit dem Mietwagen gemeinsam weiter nach Tulum. Dort erwartet uns eine für meine Verhältnisse ungewohnt luxuriöse Wohnung, in der wir eine Woche verbringen.

    Die sogenannte Riviera Maya, an der Tulum liegt, bietet eine Fülle an Sehenswürdigkeiten. Eines der bekanntesten Highlights sind die Ruinen von Tulum, die auf einer Klippe über dem karibischen Meer thronen. Ursprünglich unter dem Namen Zamá bekannt, gehört sie zu den wenigen Mayastätten direkt an der Küste und ist zudem von einer schützenden Mauer umgeben. Ihre Blütezeit liegt zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert, als sie ein bedeutender Handelsstützpunkt ist. Heute zieht die Anlage nicht nur wegen ihrer Geschichte, sondern auch wegen der spektakulären Kulisse Besucher an. Zwischen den alten Mauern tummeln sich zahlreiche Leguane, die sich auf den warmen Steinen sonnen. Direkt unterhalb der Ruinen erstreckt sich der Traumstrand Playa Pescadores, dessen weißer Sand und türkisfarbenes Wasser die perfekte Kulisse für eine Abkühlung nach der Erkundung der Stätte bieten.

    Ein weiteres Highlight ist die Gran Cenote. Cenoten sind natürliche Kalksteinlöcher, die mit Süßwasser geflutet sind. Sie sind Teil eines weitverzweigten unterirdischen Wassersystems und spielten für die Maya sowohl eine religiöse als auch eine praktische Rolle, da sie als heilige Stätten und wichtige Wasserquellen dienten. Es gibt verschiedene Arten von Cenoten: offene, halboffene und Höhlen-Cenoten. Jüngere Cenoten sind meist noch von einer Felsdecke überdacht, während ältere sich mit der Zeit zu offenen Wasserlöchern wandeln.
    Die Gran Cenote ist ein halboffenes Exemplar und besonders bekannt für ihre beeindruckenden Felsformationen, die sich über und unter Wasser erstrecken, sowie für ihre Schildkröten und Fledermäuse, die in den Höhlen leben. Beim Schnorcheln eröffnet sich eine faszinierende Unterwasserwelt aus Tropfsteinen und schimmernden Lichtspielen.

    Gleich zweimal besuchen wir das Biosphärenreservat Sian Ka’an. Unser erster Versuch endet allerdings frühzeitig, da die extrem schlechte Küstenstraße das Weiterkommen nahezu unmöglich macht. Bevor wir jedoch umkehren, entdecken wir einen menschenleeren Naturstrand – eine willkommene Entschädigung. Auch ein Abstecher in die nahen Mangroven sorgt für einen besonderen Moment.
    Beim zweiten Anlauf wählen wir eine andere Route und unternehmen eine private Bootstour durch die türkis leuchtenden Lagunen Laguna de Muyil und Laguna Chunyaxché. Das Highlight: Am Ende der Tour lassen wir uns mit Schwimmwesten ausgestattet durch einen natürlichen Mangrovenkanal treiben. Das Wasser ist angenehm warm und die Umgebung fast surreal friedlich.

    Auch in Tulum selbst genießen wir entspannte Momente. Nur wenige Minuten von unserer Unterkunft entfernt liegt ein idyllischer Strand. Einer der wenigen in der Gegend, der glücklicherweise kostenlos zugänglich ist.

    Bereits nach den wenigen Tagen hier kann ich deutlich spüren, was es bedeutet, dass die Halbinsel Yucatán als internationales Urlaubsziel sehr beliebt ist: Auf Massentourismus ausgelegte Hotelzonen, die den Großteil der Küste für sich beanspruchen, hohe Ticketpreise und dazu an vielen Stellen ein Mangel an Authentizität.
    Baca lagi