Cobá
February 26, 2025 in Mexico ⋅ ☀️ 29 °C
Ein weiterer Tagesausflug führt uns nach Cobá. Die alte Maya-Stadt liegt rund 45 Kilometer nordwestlich von Tulum, eingebettet in dichten Wald und fernab der Küstenorte der Riviera Maya.
Cobá war in seiner Blütezeit zwischen 600 und 900 n. Chr. eine der bedeutendsten Städte der Maya-Kultur. Mit einer geschätzten Bevölkerung von bis zu 50.000 Menschen und einem weitreichenden Netzwerk aus Handelswegen spielte sie eine zentrale Rolle in der Region. Noch heute zeugt ein beeindruckendes Merkmal von dieser Vergangenheit: die sogenannten Sacbé. Diese gepflasterten Dammwege verbinden verschiedene Teile der Stadt und reichen teils über Dutzende Kilometer hinaus bis zu anderen Maya-Zentren.
Das Gelände der archäologischen Zone ist weitläufig und wir erkunden es zu Fuß. Die schattigen Wege schlängeln sich durch den Wald, vorbei an alten Tempeln, zerfallenen Mauern und mehreren Ballspielplätzen, den sogenannten Juego de Pelota, auf dem das rituelle Maya-Spiel ausgetragen wurde. Dieses Spiel hatte nicht nur sportlichen, sondern auch religiösen Charakter. Die Spieler durften den schweren Kautschukball nur mit Hüfte, Ellenbogen und Knien berühren und mussten ihn durch steinerne Ringe an den Seiten des Spielfelds befördern. Der Ausgang der Spiele konnte über Prestige, Macht und sogar Menschenopfer entscheiden.
Der Höhepunkt unseres Besuchs ist der Nohoch Mul-Tempel, mit 42 Metern die höchste Pyramide auf der Yucatán-Halbinsel. Die Stufen sind steil, und der Aufstieg ist heute nicht mehr erlaubt, doch selbst vom Fuße des Bauwerks aus ist die Größe beeindruckend.
Nach Stunden in der Hitze sehnen wir uns nach Abkühlung. Nur wenige Kilometer von Cobá entfernt liegt die Cenote Multum-Ha, eine geschlossene Höhlencenote, die über eine hölzerne Wendeltreppe erreicht wird. Sie liegt 18 Meter unter der Erde und reicht stellenweise bis zu 30 Meter in die Tiefe. Das Wasser ist tiefblau, kühl und kristallklar. Die Atmosphäre in der Halbdunkelheit, umgeben von Tropfsteinen, ist magisch. Die meiste Zeit haben wir den Ort ganz für uns allein, ein seltenes Erlebnis in dieser sonst oft überlaufenen Region.
Im Gegensatz zu den Inka und Azteken, besteht das Volk der Maya bis heute fort und so halten wir auf dem Rückweg in der kleinen Maya-Gemeinde Ahau Chooc. Einer der Bewohner empfängt uns mit einem warmen Lächeln und führt uns über das Gelände. Er zeigt uns verschiedene Pflanzen, erklärt ihre traditionellen Verwendungszwecke und gibt uns Einblick in die hier betriebene Imkerei mit der stachellosen Biene Melipona, deren Honig von den Maya seit Jahrhunderten als Heilmittel geschätzt wird. Der krönende Abschluss: frische Tacos, die direkt über dem offenen Holzfeuer zubereitet werden.Read more












