Der Wechsel von der ruhigen Finca in Nicoya in die lebendige Hauptstadt San José könnte kaum größer sein. Plötzlich sind wir umgeben von hupenden Autos, vollen Straßen und Menschenmengen. San José liegt im Zentrum des Landes in einem von Bergen eingerahmten Tal und ist mit rund 350.000 Einwohnern das politische, wirtschaftliche und kulturelle Herz Costa Ricas. Die Stadt entstand im 18. Jahrhundert und entwickelte sich rasch, vor allem durch den Kaffeehandel, der lange Zeit die wichtigste Einnahmequelle des Landes war. Durch die Höhenlage auf etwa 1.200 Metern ist das Klima hier deutlich kühler als in den Küstenregionen, was eine willkommene Abwechslung zu der oft drückenden Hitze darstellt.
San José gilt sicher nicht als die schönste Hauptstadt Lateinamerikas, doch wer sich auf sie einlässt, entdeckt einige interessante Seiten. Wir spazieren durch verschiedene Stadtviertel, besuchen einige der zahlreichen grünen Parks und stoßen immer wieder auf Kolonialbauten, die von der Geschichte der Stadt erzählen. Besonders gut gefallen hat uns der Besuch im Museo de Arte Costarricense, das in einem ehemaligen Flughafen untergebracht ist und spannende Einblicke in die Kunst des Landes gibt. Ein weiterer schöner Moment war unser Besuch im Centro de Estudios Brasileños, dem „Zentrum für brasilianische Studien“, wo wir einige Snacks aus Vívians Heimat probieren konnten. Auch wenn uns der Lärm und die Hektik manchmal etwas überfordern, genießen wir es, die urbane Seite Costa Ricas kennenzulernen und das bunte Treiben zu beobachten.Baca lagi