• Tag 198

    July 29 in New Zealand ⋅ ☀️ 6 °C

    Einen Vorteil haben die Temperaturen - das Auto fungiert als Kühlschrank - nicht mehr alles wie bei Tetris irgendwie im eigentlichen Kühlschrank stapeln müssen. Großer Nachteil - das Auto fungiert als Kühlschrank - s'Nutella kann brockenweise aus dem Glas geschnitten und wie eine Tafel Schokolade gegessen werden. Also schlafe ich seit ein paar Tagen mit meinem Nutellaglas zwischen den Decken um dann mein Frühstück zu bekommen. Wenn des Glas leer ist gibt's erstmal kein Neues bis die Temperaturen wieder geeigneter sind. Meine Bergschuhe san natürlich auch nicht über Nacht getrocknet also feucht und saukalt, richtig angenehm. Kleine Alltagsprobleme beim Camperleben, die man so nicht bedenkt 😅

    Aber zurück zum Wichtigen: Es ging heute auf'n Berg - Mt Isobel (1324m). Zur Auswahl standen verschiedene Wege und eigentlich hatte ich mich für einen etwas längeren, aber entspannteren entschieden, dafür aber nicht den richtigen Startparkplatz finden können. Also wurde es die kürzeste und damit steilste Variante, die aber dennoch gut machbar war. Die Aussicht sowohl ins Landesinnere auf die schneebedeckten Berge als auch Richtung Meer bei absolutem Winter-Kaiserwetter einfach traumhaft! Schon im Aufstieg war der Wind phasenweise gut zu spüren, aber auf'm Grat bzw. am Gipfel selbst kamen die bis zu 65kmh Spitzengeschwindigkeiten mit voller Kraft. Da war nichts mehr mit entspannt stehen und Fotos machen, geschweige denn Brotzeit essen. Also relativ zügig (was halt auf Schnee und Eis mit felsigem Untergrund sicher möglich ist) wieder abgestiegen.

    Da das Ganze dank der Umstände dann insgesamt viel schneller vorbei war als geplant, natürlich auf zum nächsten Stop.

    Dem Pass weiter ins Landesinnere gefolgt und schon nach ca. 50km hingen die ersten Wolken in der Gebirgskette. Am Lewis Tops Track Halt gemacht und bei herumziehenden Wolken mit immer wieder aufreißenden Sonnenfenstern gestartet. Nach ca. 1,5 Std. gachem bergauf aus'm märchenhaften, von Flechten durchwobenen Wald gekommen und die wahnsinns Aussicht bewundert (was zu dem Zeitpunkt zumindest noch bisserl Wolkenreißen beinhaltet hat). Nach einer weiteren halben Stunde durch Busch und über schneebedeckte Grashügel (das ist mal ne rutschige Kombi) dann entschieden abzubrechen und umzukehren - "Wie sie sehen, sehen sie nichts." - weder nach oben Richtung Gipfel, noch nach unten oder drumherum.

    Nachdem die Wolkendecke dann komplett geschlossen war und es auch noch leicht zu nieseln begonnen hatte (der Wetterbericht für die nächsten Tage schaut no grausiger aus) dazu entschlossen die Berge erstmal wieder hinter mir zu lassen und zurück Richtung Christchurch gestartet. Auf'm Rausweg noch eine warme Dusche gefunden, die irgendwie ihr Zeitgefühl verloren hat - für acht warme Minuten bezahlt, nach vier hat sie rapide Temperatur verloren, aber allemal besser als nichts.

    Ein rosa Sonnenuntergang und der große von einem breiten Schein umgebene Vollmond auf dem Weg zum Schlafplatz waren dann die letzten 50km noch das I-Tüpfelchen.

    Übernachtung:
    Ashley River Rest Area, Rangiora
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