• Tag 218

    August 18 in New Zealand ⋅ 🌙 -6 °C

    In der Morgendämmerung zurück Richtung höchster Berg Neuseelands, in den Aoraki Nationalpark. Laut Internet sollten für die Mueller Hut Wanderung 8-10 Stunden eingeplant werden also lieber früher, als zu spät los (vor allem jetzt im Winter).

    Der Aufstieg zum Mueller Hut über Sealy Tarns beinhaltet in der ersten Hälfte laut Internetberichten 2200 Stufen (hab's nicht nachgezählt, aber könnte hinkommen 🥵 und was für Stufen - teils kniehoch, teils eher wie eine Leiter). Danach ging's ein kurzes Stück kraxelnd über Felsen und dann direkt ab in den Schnee. Und was für Schnee 🥰 Von der Nacht noch schön griffig, harschig ließen sich leicht Tritte reinschlagen und dank Stöcken und Grödel den eisigen Partien getrotzt. Bald keine Routenmarkierungen mehr zu finden (Stöcke vom Schnee bedeckt) und einfach nur noch den Spuren früherer Wanderer gefolgt. Die hatten sich leider für eine recht direkte, bestimmt kürzeste Distanz, aber dafür beinahe g'rad nach oben und dadurch ziemlich gache Route entschieden. Aussicht, Schnee und Wetter (alles glitzernd dank dünner Schicht Pulverschnee, klare eisige Luft und weite Sicht, die Gletscherseen auf der einen Seite die höchsten Berge auf der anderen) lassen jede Anstrengung sofort wieder vergessen und machen's zu einem unvergesslichen Erlebnis! Scheint eine ähnliche Endorphin-Amnäsie wie bei der Geburt zu sein 😅 (sonst würde man's sich wahrscheinlich auch nicht regelmäßig freiwillig wieder antun). Die ganze Zeit ein breites Grinsen im Gesicht, Hochgefühl und nur am staunen, genießen, Heimatgefühl, einfach nur WOW - in die Berg fühl ich mich am lebendigsten ♥️

    Die Hütte beinhaltet zwei große Matratzenlager und eine geräumige Küche mit Speisesaal und wäre der perfekte Ausgangspunkt für Ski- oder Bergtouren (vielleicht komm ich nochmal wieder). Nach einer ausgiebigen Pause und Brotzeit auf der Terrasse, mit Blick auf große und kleine Lawinen am Hang gegenüber, schweren Herzens den Abstieg angetreten.

    Die Grödel waren da leider nicht mehr hilfreich - der Schnee von der Sonne zu pappig und mit großen Klumpen an den Schuhen rutscht man und hat gar keinen Grip mehr. Also Grödel aus und mit Stöcken ausgestattet die Fersen hart in den Schnee setzen. Ski oder Gleitschirm wären das Mittel der Wahl gewesen, aber leider beides daheim 🙄 Dann dank alter Spuren auf die Idee gekommen quasi runter zu rodeln - wofür hab ich denn meine Skihose an. Holprig (meine blaue Hüfte fand's ned ganz so gut), aber was für a Gaudi - so geht's deutlich schneller und macht außerdem vui mehr Spaß! Die schlimmsten, steilsten Stellen also im Handumdrehen überwunden nur noch die Stufen (wollten gar nicht mehr enden) und schon wieder zurück im Tal.

    Dann noch einen kurzen Abstecher zum Kea Point angeschlossen, wo sich aber leider keine Keas blicken ham lassen und zurück zum Auto. Ich war alles zusammen inklusive der vielen vielen Pausen für Fotos und Mittagessen keine 7,5 Stunden unterwegs.

    Puh, maushie aber was für ein Tag! A heiße Dusche wär a Sach, muss aber leider bis morgen warten - hier gibt's keine. Also nur zurück an den Lake Pukaki, Abendessen kochen und den Sonnenuntergang beobachten, dann warm einpacken und ab ins Bett.

    Übernachtung:
    Lake Pukaki Reserve, Aoraki Mt Cook
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