Gyeongju: Erleuchtung und Hoffnung
April 27 in South Korea ⋅ ☀️ 21 °C
Heute bin ich die 33 Schritte zur Erleuchtung im Bulguksa-Tempel in Gyeongju gegangen. Ich fand das für eine so einschneidende Veränderung gar nicht mal viel und hoffe, es hat geklappt!
Zuvor stand ich allerdings nach einer Stunde Taxifahrt um 9 Uhr in den Bergen zur Öffnung der Seokguram-Grotte bereit. Das ist die Einsiedelei des Bulguksa-Tempels auf 740 Metern über Meer. Hier ruht auf einem Podest hinter Glas eine 3,5 Meter grosse Statue von Buddha. Im 8. Jahrhundert wurden die Granitblöcke dafür über einen schmalen Gebirgspfad nach oben geschleppt. Beeindruckend. Ein Foto kann ich nicht zeigen, es herrscht Fotoverbot. Mehr sagt vielleicht auch das Gefühl dazu: Die Stimmung allein mit Buddha war mystisch.
Doch zurück zu meiner hoffentlichen Erleuchtung. Der Bulguksa-Tempel liegt knapp 16 Kilometer südöstlich von Gyeongju auf Steinterrassen in einem wunderbaren Park mit Teichen, knorrigen Kiefern und Schwertliliengärten. Das riesige Gelände mit mehreren Tempeln birgt mehr Schätze als jeder andere buddhistische Tempel in Südkorea. Bulguksa gilt als Meisterwerk der Blütezeit der buddhistischen Kunst im Silla-Königreich (57 v. Chr. bis 935 n. Chr.).
Der Weg für Besucher führt vom Eingangstor zum «Tor der Himmelskönige», in dem die Statuen von vier furchterregend aussehenden Tempelwächtern die Anlage bewachen. Zwei steinerne, in Brückenform gebaute Treppenanlagen, stehen für den Übergang von der irdischen Welt in den «Tempel des Buddha-Reiches» (so Bulguksas wörtliche Übersetzung). Beide Treppen zusammen haben 33 Stufen und sie stehen für die 33 Schritte zur Erleuchtung.
Und jetzt gerade ist die Erleuchtung besonders schön: Zu Ehren von Buddhas Ankunft wird am 16. Mai das jährliche Lotuslaternen-Fest gefeiert. Schon mehrere Wochen vor den Festivitäten wird nicht nur im Tempel, sondern überall mit dem Aufhängen von lotusförmigen Papierlaternen begonnen. Im Tempel kann gegen eine kleine Spende jede und jeder so eine Laterne bekommen. Die Laterne steht für Erleuchtung und Hoffnung. Sie symbolisiert die Erleuchtung des Geistes des Einzelnen, der Gemeinschaften und der gesamten Gesellschaft durch Buddhas Weisheit.
Wunderbar finde ich den Brauch, einen Wunschzettel an die Laterne zu hängen. Meistens wünschen sich die Menschen Gesundheit, Frieden, Glück für die Familie und Freunde. Es kann aber auch mal um einen Lottogewinn oder die Zulassung an eine Uni gehen. Als ich unter diesem bunten Meer von Laternen durchging und die im Wind tanzenden Wünsche sah, stellte ich mir vor, wie schön es wäre, wenn tatsächlich jeder einzelne in Erfüllung gehen würde. Im Bulguksa-Tempel könnte man glatt daran glauben.
Südkorea ist übrigens ein religiös vielfältiges Land. Die Hälfte der Bevölkerung ist konfessionslos. Rund 30 Prozent sind Christen (Protestanten und Katholiken), 16 Prozent sind Buddhisten. Der Schamanismus ist als ursprüngliche Religion tief in der Kultur verwurzelt, während der Konfuzianismus die soziale Struktur und Ethik prägt.Read more



























Traveler
Hängt da jetzt auch eine Silvie Laterne 🏮?
TravelerLiebe Petra, ich hätte wirklich gerne auch einen Wunschzettel geschrieben, aber es warteten viele Leute und du kannst es dann nicht gleich selbst aufhängen. Da habe ich entschieden, meine Wünsche im Herzen leuchten zu lassen."
Traveler
😍