• Kyoto: Sonnenuntergang, Lichtertreppe und Ramen

    May 13 in Japan ⋅ ⛅ 21 °C

    Für meinen Sonnenuntergangs-Spaziergang bin ich nochmals zum Kamo-Fluss zurückgehrt. Die Zone am Westufer ist bekannt als stimmungsvolles und charmantes Gastro- und Unterhaltungsviertel.

    Das Leben spielt sich am Fluss und in der schmalen Ponchoto-Gasse ab, die zwischen den traditionellen Holzhäusern verläuft. Von hier aus betritt man die Restaurants mit den schönen Terrassen zum Kamo. Ich war etwas früh dran, doch es herrschte bereits ein grosses Puff. Deshalb verzog ich mich ins Bahnhofsviertel, um mir die Stadt vom Kyoto-Tower aus anzusehen.

    Gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang war ich auf der Aufsichtsplattform im 11. Stock. Für Fotos musste ich in die dritte Reihe … Die Fernsichtgläser waren immer wundersam besetzt. Aber es sah echt schön aus von da oben. Weil ich den Turm noch von aussen fotografieren und mir die Ramen-Strasse im Bahnhof im 10. Stock ansehen wollte, flüchtete ich recht schnell über die Strasse – und entdeckte mehr als erwartet.

    Der ultramoderne Bahnhof war bei seiner Eröffnung 1997 sehr umstritten. Viele Einwohner fanden, das futuristische Gebäude passe nicht zur traditionellen Stadt.
    Deshalb wurde eine grosse LED-Lichtertreppe mitten im Bahnhof eingebaut, welche die riesige Bahnhofshalle mit den Restaurants, einem Skywalk und einer Dachterrasse verbindet. Der Bahnhof sollte mit den Lichtern emotionaler und lebendiger wirken. Das ist gelungen. Die Lichtertreppe wirkt und ist zu einem beliebten Treffpunkt geworden. Auf der Treppe laufen animierte Muster, saisonale Motive, auf Kyoto bezogene Symbole etc.

    Oben wirken die Lichter, unten fahren Züge, Busse und die U-Bahn Hunderttausende von Menschen durch den Hightech-Komplex. Und nur wenige Kilometer entfernt liegen jahrhundertalte Tempel. Dieser spannende Kontrast, der Gegensatz zwischen Tradition und Moderne, scheint mir sehr typisch für Kyoto und Japan allgemein.
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