Tokio: Das Essen ist einfach umhhhmmmaaamiii!
May 28 in Japan ⋅ ☁️ 26 °C
Weil ich in Japan ja wirklich kaum zum Essen komme, habe ich heute wieder mal einen Kochkurs besucht. Acht Gerichte von den Vorspeisen bis zum Dessert und dazwischen Wagyu-Beef. Ich habe viel gelernt über die japanische Küche und dabei ein Gourmet-Zmittag geniessen dürfen. Win-win!
Das Auge isst immer mit. In Japan sind die Augen noch schärfer. Jedes Detail der Mahlzeiten ist durchdacht und optisch optimiert. Auch heute beim Kochkurs: Vom Akkordeon-Schnitt der Gurken über das Bambusmatten-Muster auf der Omelette, dem Anrichten der Poulet-Gemüse-Maki, dem Ausstechen des Rüebli bis zum Schnitzen der Pilze – alles wurde präzise gestaltet. Es zählte nicht nur der Geschmack, sondern das ganzheitliche Erlebnis.
Das hat in Japan tief verwurzelte Gründe – kulturell, historisch und philosophisch. Essen soll ein Gesamterlebnis sein. Wenn Essen schön angerichtet ist, zeigt es Wertschätzung gegenüber der Kochkunst, der Natur, den Zutaten und dem Gast.
Der Zen-Buddhismus prägt auch das Essen stark: Klarheit, Harmonie, Balance und die bewusste Wahrnehmung des Moments sind das Ziel. Deshalb sieht man oft eine asymmetrische Anordnung des Essens auf dem Teller, viel leeren Raum, natürliche Farben und saisonale Dekoration.
Zum Beispiel wird das Rüebli in meinem Kochkurs im Frühling als Kirschblüte ausgestochen, im Herbst aber als Ahornblatt. In einem guten japanischen Restaurant liegt ein Gemüseblatt «zufällig» wie im Wald, ein Fisch wird wie in eine Landschaft arrangiert, die Farben erinnern an die Jahreszeiten. So erzählt jeder Teller eine kleine Geschichte.
Aus Japan kommt auch die wunderbare fünfte Geschmacksrichtung Umami. Umai» heisst köstlich, «mi» bedeutet Geschmack. Daraus wurde also Umami, das süss, salzig, sauer und bitter bereichert. Ich hatte heute wunderbare Umami-Zutaten wie die Dashi-Brühe aus Kombu-Algen und Bonitoflocken, Sojasauce, Misopaste, Shiitake-Pilze.
Wir Schweizer versuchen, Intensität ja häufiger mit Fett, Butter, Rahm, Zucker oder starken Gewürzen zu erreichen. Aromat zum Beispiel ist wie Umami Glutamat. Aber Aromat wird einfach darüber gestreut, während das Geschmackserlebnis Umami in Japan natürlich durch Brühen und Fermentation entsteht. Die japanische Küche ist da subtiler und eleganter. Deshalb sind die Mahlzeiten leicht aber trotzdem unglaublich geschmackvoll.
Die japanische Kultur legt viel Wert auf Präzision, Ordnung, Detailgenauigkeit und saubere Präsentation. Das zeigt sich nicht nur am Tisch, sondern bereits bei den Verpackungen, den Bento-Boxen, den Auslagen in den Take-Away-Geschäften, bei Desserts und bei Früchten. Ich habe weder in Südkorea noch hier in Japan auswärts je schlecht gegessen. Selbst die billigste Mahlzeit, beispielsweise Ramen-Nudeln, bot stets ausgezeichnete Brühe und frische Zutaten. Das finde ich echt beeindruckend.Read more


























TravelerSo lovely to read. We felt here that the food was so special, not just to be eaten (for the stomach) but moreso for the eyes. We loved the care and precision that went into everything, even when you buy something somewhere it was always presented in a lovely box.
Traveler... it looks wonderful Silvie, I bet it tasted just as good. Well done