Seoul: Sannakji auf dem Gwanjang-Markt
17 апреля, Южная Корея ⋅ 🌙 15 °C
Achtung Spoiler: Ich habe während der Food-Tour abends durch den Gwanjang-Markt frischen, noch zuckenden Tintenfisch gegessen. Das Foto und das Filmli belegen die hintersten Plätze der Galerie. Den Text dazu schreibe ich im letzten Abschnitt. Steigt also vorher aus, falls Ihr es nicht sehen oder lesen wollt. Denn ich verstehe, dass Sannakji die Gemüter spaltet.
Also, zuerst das Harmlose: Kennt Ihr die Netflix-Serie Street Food Asia? Episode 6 der 1. Staffel spielt auch in Seoul. Cho Yonsoon stellt hier seit Jahrzehnten ihren geheimen Nudelteig her, knetet und schneidet alles von Hand und zaubert daraus Mandu (Ravioli), Nudeln etc. Die Warteschlange vor ihrem Stand ist immer endlos lange. Mit meiner Food-Tour durfte ich die sagenhaften Gerichte geniessen und kann sagen: Wow!
Unser Guide Tan hat uns heute folgende Speisen und Getränke zum Versuchen gegeben:
1. 마약 김밥 Mayak kimbap - Kimbap (wie Sushi-Makirollen aber nur mit Gemüse statt mit Fisch) mit scharfer Sauce aus Senf, Wasabi und Sojasauce
2. 떡볶이 Tteokbokki – Reiskuchen in süsslicher Chilisauce
3. 녹두 빈대떡 Nokdu bean-dae-dduck - Mungbohnen-Pfannkuchen
4. 고기 완자 Gogi Wanja - Fleischbällchen-Pfannkuchen
5. 막걸리 Makgeolli - traditioneller koreanischer Reiswein (ausserdem Soju/Reisschnaps mit Bier im Verhältnis 3:7)
6. 반찬 Ban-Chan – Beilagen
• 낙지젓갈 Nagji-Jeotgal - fermentierter Oktopus
• 쌀게 Ssal-Ge - Reiskorn-grosse Krabbe (wird mit Schale gegessen)
• 마늘 장아찌 Maneul Jang-ajji - eingelegter Knoblauch
• 초석잠 Choseogjam - chinesische Artischocke
7. 고기만두 Gogi mandu - Schweinefleisch-Dumpling
8. 김치만두 Kimchi mandu - Kimchi-Dumpling
9. 칼국수 Kalguksu -handgeschnittene Nudeln in Seetangsuppe
10. 뚝배기불고기 Ttukbaegi-bulgogi – Rindsfleischstreifen im heissen Tontopf
11. 육회 Yuk-heo – Rindstartar mit feinen Birnenstreifen, Sesamöl und Sesamkörner
12. 산낙지 San-nak-ji – roher Oktopus
13. 찹쌀꽈배기 Ggwabaegi - gedrehter Reisteig-Donut
Im Gwanjang-Markt wird nicht schön angerichtet oder viel Trara gemacht. Es geht nicht um Schein, sondern um Sein. Einfache, traditionelle koreanische Gerichte, zubereitet, wie es schon die Grossmutter immer gemacht hat. Es war nicht alles nach meinem Geschmack, aber alles war gut gekocht. Deshalb und auch aus Respekt vor unserem Guide und der Köchin, habe ich dann auch den Sannakji probiert. Und damit komme ich zum Schlussteil. Letzte Chance für zarte Gemüter, um rechtzeitig auszusteigen (bitte schreibt mir in den Kommentaren, wer wirklich hier aufgehört hat …)
Sannakji ist ein traditionelles koreanisches Gericht aus rohem Tintenfisch. Der Name leitet sich von den koreanischen Wörtern «san» für lebendig und «nakji» für Tintenfisch ab. Das Tier wird direkt vor dem Essen getötet und sofort in Stücke geschnitten. Die Nerven der Tentakel bewegen diese auch nach dem Tod weiter. Dadurch zucken die Tentakel auf dem Teller noch eine Weile, wodurch der Eindruck entsteht, das Gericht sei «lebendig».
Die gute Nachricht: Manchmal gewinnt auch der Tintenfisch. Der Verzehr von Sannakji birgt Gefahren. Die Saugnäpfe des Oktopus können noch funktionieren und sich im Mund oder in der Speiseröhre der Essenden verfangen. Es gibt Berichte über Menschen, die beim Verzehr von Sannakji erstickt sind.
Sannakji wird in Korea seit Jahrhunderten gegessen. Seit einiger Zeit rückt der Tierschutz mehr in den Vordergrund. Ist es ethisch, ein intelligentes Tier zu verzehren, wenn man nicht weiss, ob es noch etwas spürt? Für die einen mag es ein faszinierendes kulinarisches Erlebnis sein, für die anderen unakzeptabel. Ich beteilige mich nicht an dieser Debatte. Der Tintenfisch schmeckte wie beim Sushi. Das Essen selbst war recht schwierig, weil die koreanischen Blech-Essstäbe die zuckenden Tentakel nicht zu fassen kriegten. Als ich dann doch ein Stück erwischte, spürte ich, wie der Saugnapf an meiner Zunge andockte. Das mochte ich nicht. Ich habe das jetzt mal probiert, werde es in Zukunft aber nicht mehr tun.Читать далее
Seoul: Voller Einsatz am Namdaemun-Markt
17 апреля, Южная Корея ⋅ ☁️ 18 °C
An der Luga oder an der Määs beobachte ich gerne die Marktschreier. Heute beim Spaziergang durch den Namdaemun-Markt habe ich das nächste Level erlebt. Die Frau steht im offenen Geschäft auf einem Stuhl und präsentiert mit vollem Einsatz schreiend, singend und tanzend ihre Ware.
Der Markt hat seinen Namen von Namdaemun dem südlichen Haupttor zur Altstadt von Seoul und es gibt ihn schon seit 1414. In Korea bedeutet das meistens: Öfters in einem Krieg zerstört, stets neu aufgebaut. Immer gleich bleiben das Gewusel, das pralle Leben in den engen Gassen. Überall wird verkauft, geliefert, abgeholt, gefeilscht, gekocht, gegessen. Meine Kaffeepause auf einem Klappstuhl mitten im Chaos war spannender als jedes Kino. Auf den Fotos findet Ihr mehr Infos.Читать далее

ПутешественникLiebe Corinne. Als ich zugesehen habe, hat ihr niemand die Klamotten aus den Händen gerissen.
Seoul: Ramen und Wasserspiel im Hangang-Park Banpo
16 апреля, Южная Корея ⋅ ☁️ 19 °C
Und noch zwei Highlights heute: Ramen-Nudeln während des Sonnenuntergangs und Brücken-Wasserspiel bei Mondschein im Hangnang-Park bei der Banpo-Brücke.
Daheim hatte ich ein Filmchen über einen 7-Eleven am Han-Fluss gesehen, bei dem man Ramen-Nudeln kaufen und sie dann auf der Terrasse von einer Outdoor-Kochmaschine aufbrühen lassen kann. Das fand ich den Brüller. Und wo trieb mich mein Entdecker-Gen heute hin? Ja. Genau. Dahin. Rein, todesmutig unter gefühlten 1000 Ramen-Packungen eine wählen, an der Kasse noch ein Ei und eine Kartonschale dazu verlangen. Raus, an die Kochmaschine, drei Minuten kochen, Ei rein, rühren, fertig. Es war richtig cool – und nicht mal so schlecht, wie ich befürchtet hatte. Auf jeden Fall ein einzigartiges Erlebnis. Und hey, kaum zu glauben – trotz Stäbchen und ohne Serviette kein Spritzer auf der Kleidung. Das gelingt mir sonst nicht mal bei optimalen Bedingungen regelmässig.
Im Hangang-Park wird tagsüber gepicknickt – und abends auch. Die Koreanerinnen und Koreaner kommen mit Kind und Kegel und ganzen Campingausrüstungen zum Fluss runter, trinken und lachen zusammen. Sehr sympathisch! Für magische Momente sorgt nach der Dämmerung ausserdem die Moonlight Rainbow Fountain, ich sage jetzt einfach mal schweizerisch trocken Regenbogen-Wasserspiel dazu. Auf einem 570 Meter langen Abschnitt der Brücke sind 38 Pumpen und 380 Düsen angebracht. Das Wasser wird vom Fluss hochgepumpt und wieder ausgespuckt. Die Wasserstrahlen tanzen durch 200 Beleuchtungen gefärbt ein paar Mal pro Abend 20 Minuten lang zur Musik. Echt schön.
So wie alles, was ich bisher erlebt habe. Ich bin Urs, Joy und Jesse sehr dankbar, dass sie mich nicht nur haben ziehen lassen, sondern sich für mich und mit mir freuen. Das macht alles noch besser. Merci! ♥️Читать далее

Путешественник
Das ist wirklich eine mutige Entscheidung. Null Textverständnis auf der Packung…nur Bildli 🙈oder funktionierte Google Translate?

ПутешественникLiebe Corine. Google Translate funktioniert schon. Aber das dauert immer so lang. Und wenn viele Leute warten, mache ich es einfach nicht. No risk, no fun.
Seoul: Hanok-Dorf Bukchon
16 апреля, Южная Корея ⋅ ⛅ 22 °C
Stell’ Dir vor, Du hast eine Wächterin am Anfang und am Ende Deiner Strasse, die zwischen 10 und 17 Uhr allen Spaziergängern mit einem Finger auf den Lippen schweigend anzeigt, sie sollen gefälligst die Klappe halten und das mit einem Infoschild noch bekräftigt. Die restliche Zeit und am Sonntag wird das Quartier ausser für Anwohnende ganz gesperrt. Mitten in Seoul im Stadteil Bukchon wird das genauso gehandhabt. Und ich weiss jetzt auch, weshalb …
Bukchon ist ein über 600 Jahre altes Hanok-Dorf. Ein Hanok ist ein traditionelles koreanisches Haus aus Holz, Stein und Erde. Das Gebäude ist meist U- oder L-förmig um einen zentralen Innenhof angeordnet. Typisch sind geschwungene Dächer mit Dachziegeln oder Stroh. Das Hanok-Dorf Bukchon befindet sich zwischen den Palästen Gyeongbokgung und Changdeokgung und dem Schrein Jongmyo.
Früher wohnte hier der koreanische Adel. Aktuell sind es noch rund 6000 Nachkommen, doch wegen des Touristenbooms werden es immer weniger. Es ist wohl nicht so lässig, ein einem offenen Freilichtmuseum zu leben, in dem dir respektlose Touristen einfach in die Hütte trampen und ständig deinen Alltag stören. Wie schön für die Erben des alten Adels, dass genügend Won auf der Bank liegen, mit denen sie nun gemeinsam mit dem Staat ein teures Abwehrsystem finanziert haben. Lärm-Miliz, Kameraüberwachung und Verbotsschilder überall.
Ich habe heute keinen guten Steuerzahler verjagt. Mucksmäuschenstill wanderte ich zuoberst auf den Hügel und landete punktgenau auf einer Terrasse eines privaten Teehauses. Dort bewunderte ich bei einem kühlen Himbeer-Tee den Ausblick über die Hanok-Dächer und die Paläste auf das moderne Seoul. Danach genoss ich noch eine Weile die Ruhe im Garten. Keine Spur von Hektik und Lärm, Frieden pur. Die Touristen-Abwehr hat also auch für mich funktioniert ...
PS: Mir gefiel auch die neuere Seite von Bukchon. Total härzig. Überall kleine Restaurants und Geschäfte. Liebevoll hergerichtet und mit sehr freundlichen Hosts. Das war ein wunderbarer Spaziergang heute in Bukchon.Читать далее

ПутешественникLieber Corinne. Das ist ein Kugelfisch. Er schützt Hanok-Häuser vor Feuer und Unglück. Weil der Kugelfisch sich aufpumpen kann, wird er als Wächter gesehen, der das Haus vor negativen Energien und Bränden bewahrt.
Seoul: Gyeongbokgung Palace und Michelin-Koreaner
15 апреля, Южная Корея ⋅ ☀️ 24 °C
Ja, ich gebe es zu: Ich liebe koreanische Serien auf Netflix, mein Verb dazu heisst «koreanerle». Die historischen Dramen mag ich besonders. Deshalb war ich heute richtig geflasht, als ich den Gyeongbokgung Palace, den Palast der strahlenden Glückseligkeit erforschen durfte.
Besuchende mit der alten koreanischen Tracht «Hankbok» kommen gratis rein. Darauf «han i kei Bock» gehabt. Doch das Beobachten der Leute war genial. Der ursprüngliche Palast mit seinen rund 500 Gebäuden hat eine Grundfläche von 5,4 Millionen Quadratmetern. Das entspricht 760 Fussballfeldern. 1592 und 1910 haben die Japaner hier zweimal fast alles verwüstet. Der dritte Wiederaufbau ist immer noch im Gange. Gleich neben einem modernen Hochhaus-Quartier. Spannender Kontrast.
Fasziniert von meinen Eindrücken schlenderte ich danach bei 28 Grad über den riesigen Gwanghwamun-Platz. Im März hatte die Jungs der K-Pop-Supergroup BTS hier die Reunion nach zwei Jahren obligatorischem Militärdienst gefeiert. 250'000 Fans aus aller Welt wollten dieses Konzert vor Ort sehen. Die Band ist nicht so meins, aber mich interessierte Seoul im Ausnahmezustand, deshalb hatte ich auch ein wenig reingezappt. Jetzt war ich fast alleine auf dem riesigen Platz, müde und hungrig.
Drei, vier Quergässli weiter hinten sassen rund 50 Koreanerinnen und Koreaner auf zwei Reihen Bänkli vor einem Geschäft, in das man nicht reinsehen konnte. Als ich schon längst viel weiter war, fragte ich mich immer noch, was das wohl gewesen war und kehrte zurück. Beim genaueren Hinsehen erkannte ich, dass die Fenster mit Michelin-Klebern und einer Erfolgsstory aus einer koreanischen Zeitung zugepflastert waren. Keine Ahnung, was es da drin gab, aber ich wollte auch rein und es ausprobieren. Also meldete ich mich draussen an einem Computer an, erhielt per E-Mail eine Reservationsnummer und wartete bis meine 292 am Computerbildschirm aufleuchtete.
Schön war es drin nicht. Aber spannend und ausgezeichnet. Ich war im Gwanghwamun Mijin gelandet. Das ist offenbar ein berühmtes koreanisches Restaurant für Buchweizennudeln, das seit 1952 besteht und mehrere Michelin-Ehrungen erhalten hat. Ich bestellte eine Suppe mit den Buchweizennudeln und anderen Einlagen. Sie war fantastisch, genauso wie der eingelegte Rettich und das Kimchi dazu. Der Preis: 6.35 Franken – und das in einem Michelin-Restaurant.Читать далее
Flug nach Seoul und erste Eindrücke
14 апреля, Южная Корея ⋅ ☁️ 25 °C
Hier sitze ich also jetzt. In meinem Hotel in Seoul und kann immer noch nicht ganz glauben, dass ich tatsächlich hier bin. Erst machte ein Krieg meine Reisepläne obsolet, dann ein Streik. Doch vier gestrichene Flüge später bin ich nun über Frankfurt fliegend trotzdem in Südkorea gelandet und habe meinen Egotrip «me, myself and I» mit einem Kopfsprung in überkochende Menschenbad in Myeongdong lanciert.
Der Weg vom Flughafen zum Hotel war abenteuerlich. Mein Koffer war trotz besten Absichten äs bitzeli schwerer … Doch nicht jede U-Bahn hat vom siebten UG aus einen Lift nach oben. Und die Aufzüge, die ich fand, kamen an einem ganz anderen Ort hoch, als ich wollte. Zum Glück hatte ich Naver schon installiert, denn mit Google Maps läuft hier nichts.
Mein erstes Essen in Südkorea: Tintenfisch am Streetfood-Stand. Es war der Hammer. Ich freue mich jetzt schon unglaublich auf all die wunderbaren Mahlzeiten, die ich auf meiner Reise werde geniessen können. Aber jetzt muss ich erst mal schlafen.Читать далее

ПутешественникWie kannst du dich unterhalten? Spricht man englisch? Oder nur übers Handy mit Translator?

ПутешественникLiebe Petra. Englisch höre ich nur bei Touristen und bei Tourguides. Ansonsten bin ich bisher mit Händen und Füssen durchgekommen. Anspruchsvolle Gespräche hatte ich noch nicht. Me, myself and I sprechen Schweizerdeutsch miteinander.
Frankfurt
13 апреля, Германия ⋅ ☁️ 12 °C
Einfach nur, dass meine Reise von Beginn weg angezeigt wird.




























































































































Путешественник
So cool, dass ihr eu dure probiert händ👌
ПутешественникLiebe Tanja. Das gehört zum Eintauchen in eine fremde Kultur. Ich will aufsagen, was nur geht.
Путешественник
Was bedeutet die Handbewegung?
ПутешественникLiebe Corinne. Das ist das koreanische Fingerherz. Du kreuzt den Daumen und den Zeigfinger, um ein kleines Herz zu formen. Es symbolisiert Liebe, Dankbarkeit oder Zuneigung. 🫰