• Tag 5: Und ewig lockt der tiefe Sand

    8 novembre 2024, Angola ⋅ ☁️ 22 °C

    Die Nacht verbrachten wie ja direkt am Meer direkt hinter den Dünen. Im Zelt war‘s ganz kuschelig und warm, während draussen der Seewind am Gestänge zerrte.
    Generell ist ja so, dass die Bettgehzeit eher bei 20 Uhr als bei 21 Uhr liegt. Jetzt ist z.B. 20.30 und ich lieg schon eingemümmelt im Zelt. Um 18 Uhr ist hier stockdunkel und es wird durchaus frisch. Hinter den Dünen war‘s noch ein Tick frischer, windiger und feuchter. Die Feuchtigkeit wurde heute morgen sogar greifbar, denn es fing pünktlich zum Frühstück an zu Regnen. Das Frühstück war deshalb nass, kurz und etwas hektisch. Das ganze Camp musste ja zusammengebaut und die Zelte wieder eingepackt werden. Da blieb Mensch und Geschirr nicht trocken. Zum Glück haben die Autos nicht nur eine Klimaanlage zum Kühlen, sondern eine exzellente Heizung, die denn auch auf vollen Touren lief. Leider keine Sitzheizung, so dass Hose, Sitz und Allerwertester eine feuchte Vereinigung fanden.
    Fertig! Und los ging‘s am Strand entlang in Richtung Dünen. Der Strand ist riesig und menschenleer. Angespült wird alles was das Meer ausspuckt. Angefangen von den Abfällen der Zivilisation (Unmenge an Plastikflaschen) bis zu Netzen, Treibgut und verendeten Robben und Walen.
    Auf dem Strand zu fahren ist ne coole Sache. Allrad rein und Gaspedal durchtreten. Durchtreten bis zu dem Punkt an dem der Sand weich wird. Dann heisst‘s „Aufgepasst! Den Sand „lesen“ und gefühlvoll fahren, denn ansonsten steckt man ruckzuck fest und der Tag nimmt einen anstrengend Verlauf.
    Eigentlich kamen wir ganz gut durch, bis Micha eine Passage auskundschaften wollte. Und eigentlich sah die Passage unspektakulär aus. Aber nur eigentlich! Michas‘ Toyota fuhr sich derart fest, dass kein Rauskommen mehr war. Das Problem war, dass die Passage so weich war, dass ihm kein anderes Fahrzeug zu Hilfe kommen konnte.
    Dann ging‘s los: Lehrstunde in Sachen Auto aus dem Wüstensand bergen. Die Lösung war letztendlich, dass wir in ca 25 Meter Abstand vom Auto ein großes Loch buddelten und das Ersatzrad dort versengten. An das Ersatzrad war mittels Bergegurt und Seilwinde mit dem Auto verbunden. Das verbuddelte Ersatzrad wirkt dabei wie ein Anker zu dem das Auto gezogen wird. Das ist einfach zu beschreiben, aber in Realität nicht ganz so einfach. Drei ü-100kg-Männer standen zusätzlich auf dem Ersatzrad, um diesem noch mehr Halt zu geben. Die ganze Aktion, die durchaus ihre Zeit brauchte, war dann doch von Erfolg gekrönt und Michas Toyota wurde aus dem Sand befreit.
    Unser Tagesplan war allerdings durch diese Aktion zu Nichte gemacht worden. Plan B war dann zurück in den Ort, Reifen aufpumpen (wir fuhren nur noch mit 1,3 bar) und versuchen Geld zu bekommen. Denn, wir alle haben immer noch keine angolanischen Kwanzas. Wir können nichts kaufen/bezahlen. Unsere Rettung ist immer noch Martha. Wir waren in zwei Banken, aber keine Chance an den Geldautomaten, egal mit welcher Karte.
    Den Nachmittag verbrachten wir mit der Fahrt zum Colina Canyon. Einem wunderschönen Canyon mit sehr schönen Gesteins-/Sandformationen. Hier war/ist dann auch unser Nachtlager. Wieder Buschcamp. Wieder ohne Dusche und Toilette, aber wieder in fantastischer Landschaft.
    Morgen wollen wir versuchen ein Hotel zu bekommen. Das ist nicht einfach. Es gibt eigentlich Hotels nur in den großen Städten, so dass fließendes Wasser, Dusche und feste Toilette auch eine echte Herausforderung ist.
    Aber jeder neue Tag bekommt die Chance ein besonderer zu werden. So hoffen wir für morgen auf einen besonderen Tag 😅.
    Ä guet‘s Nächtle!
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