• Bankomat in Schwarz mit Plastiktüte

    November 9, 2024 in Angola ⋅ ⛅ 26 °C

    Heute, wir bereits geschrieben, war als Endziel Dusche, Wäsche waschen, Geld tauschen und einkaufen angesagt.
    Bevor wir in die Stadt Namib fuhren, um genau jene Dinge zu erledigen, erkundigten wir ausgiebig den Colino Canyon. Heute waren wir die einzigen Menschen im Canyon. Sollte jedoch Angola tatsächlich aus dem touristischen Märchenschlaf erwachen, dann dürften hier zukünftig Touristenbusse an Touristenbusse stehen und sich Menschenmassen in den Canyon ergießen. Für die Einheimischen gut, für die Natur eher nicht.
    Vom Colina Canyon ging‘s völlig unspektakulär in die Stadt Namib. Eine Stadt, die tatsächlich eine Stadt ist, mit allem was dazu gehört. So z.B. einen Supermark. Eine Woche Buschcamp und staubige Pisten und jetzt: Weihnachtsmann, Weihnachtsbaum unf Glitzer-Glitzer. So ist das Leben. Es gibt das eine und es gibt das andere. Schön, wenn man beides erleben darf!
    Nach dem Einkauf auf ins „Chick Chick“, unserer Herberge für die heutige Nacht.
    Was ein Ding! Ein Woche lang war Wasser ein Sorgsam-umgehen-Thema und jetzt steht hier die Wasserverschwendung schlechthin in Form eines Pools. Bevor wir jedoch Zimmer und Pool beziehen konnten, kam Mr. Moneyman mit einer gelben Plastiktüte.
    Wie schon geschrieben hatten wir noch keine Kwanzas (angol, Währung). An dem Bankomaten gab‘s nix, aber Martha hatte da einen Kontakt 😎. Im Vorfeld teilten wir Martha mit wie viel wir in Kwanzas tauschen wollten. Der „Kontakt“ würde dann entsprechend Geld mitbringen. Und tatsächlich kam er, der lebende Geldautomat. Ein schwarzer Geldautomat mit einer gelben Einkaufstüte voller Geldbündel. Purer Schwarzmarkt. Woher Mr. Moneyman das Geld hatte war uns egal. Auf jeden Fall war er zahlungsfähig. Keine Ahnung ob der Beruf des Geldwechslers hier ein angesehener ist oder ob zutiefst illegal. Scheißegal, uns war‘s egal 😄.
    Und oh wie wunderbar war es den Wasserhahn aufzudrehen und den ganzen Körper unter dem kalten Wasserstrahl (kalt obwohl ich heiß eingestellt hatte) zu räkeln. Und eine funktionierende Toilette gibt‘s auch. Welch ein Luxus! Eine Insel in unserer bis dato rustikalen Reise.
    Abends dann an die Strandpromenade. Nett, aber windig, kühl, laut, lebhaft. Im Restaurant Club Nautico war ein Tisch reserviert. Und was gab‘s? Fisch! Yes! Leeecker!
    Zurück an unserem Hotel wollte ich unbedingt ein Foto mit dem Securityman machen. Ein Mann in Springerstiefeln, in die Tage gekommenem Kampfanzug, eine Kalaschnikow (Maschinengewehr) im Anschlag und -als Krönung- eine schwarze Skimaske über‘s schwarze Gesicht gezogen. Der sah zum Schießen aus. Wie ein Obergangster. Aber, er war nicht da um uns aus zu rauben, sondern um uns zu beschützen. Ein nicht unwesentlicher Unterschied.
    Nun schließe ich meine Tag und schlüpfe zwischen die weichen weißen Laken.
    Gute Nacht.
    Read more