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Angola

A 23-day adventure by Ding-Dong-Da Read more
  • Trip start
    November 2, 2024

    Angola aqui vamos nós!

    November 2, 2024 in Namibia ⋅ ⛅ 32 °C

    Auf den Weg nach Angola!
    Wir sind nun schon den zweiten Tag unterwegs. Start in Windhoek und dann immer auf staubigen Straßen gen Norden.
    Von Anfang an dabei ist Martha unsere angolanische Reisebegleitung… ….sie spricht 6 Sprachen und wird uns -so der Plan- die Perlen Angolas zeigen.
    Die ersten zwei Tage bestanden nur aus „Kilometer-schrubben“…. ….nach wie vor ist Namibia nicht mein Traumland… …zu trocken, zu viel wüstenartige Landschaft… …aber wie immer im Afrika: nette Menschen und Dank Micha‘s Kochkünsten super leckeres Abendessen…
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  • Tag 1 in Angola

    November 4, 2024 in Angola ⋅ ☁️ 35 °C

    Der heutige Tag stand im Zeichen der Grenzformalitäten zur Einfahrt in Angola.
    Unsere angolanische Führerin Martha meinte, dass es maximal 2 Stunden dauern würde. In der Realität waren es denn doch über 4 Stunden bis alle Formalitäten geklärt waren. Es ist halt Afrika. Man weiss nie was alles so gewollt (wird). Uns fehlten in dem Fall Fotokopien unsere Autopapiere und Führerschein. Das klingt einfach, aber an einem Grenzübergang ohne Computer (alles wird von Hand in Listen eingetragen) ist das Finden eines Kopiergerätes (elektrisch 21. Jahrhundert) eine echte Herausforderung. Letztendlich müssten wir zurück zum namibischen Zoll, um dort Kopien zu bekommen. Danach war alles easy. Leider, leider darf man keine Fotos in diesen staatlichen Gebäuden machen (sonst gibt‘s Haue). Hätte gern welche gemacht. Da war z.B. der Grenzer am Schlagbaum. Stramme Uniform am Körper und an einem Fuß ein Kampfstiefel und am anderen Fuß eine Flip-Flop-Sandale. Das war durchaus lustig an zuschauen. Bei der Inspektion der Autos war Cola die Währung. Eine kalte Cola und der Zöllner war ruck zuck fertig.
    Dann endlich, nach 4 Stunden ging‘s in unser eigentliches Ziel Angola.
    Nach kurzer Fahrt auf der „Haupstraße“ haben wir unser erstes Camp im Busch gemacht. Martha ging zum lokalen Dorfchief und hat um Erlaubnis gefragt. Alles kein Problem. Wir waren denn auch die Attraktion und so hatten wir reichlich Besuch aus den umliegenden Hütten. Die Menschen hier leben ihr Stammesleben abseits der Zivilisation. Keine Schule. Kühe bzw. Ziegen ist
    die Währungseinheit. Martha erzählte uns nach dem Abendessen einiges über Angola und die hiesigen Stämme. Ein Mann kann so viele Frauen habe wie er sich leisten kann (=je mehr Kühe desto mehr Frauen). Martha hat beispielsweise 28 Geschwister. Mädchen werden mit 13 in einer Zeremonie vom Mädchen in den Frauenstatus gehoben. Ab dem Moment können/werden sie verheiratet (= s‘ kostet Kühe). Jungs werden im Alter von 9 Jahren einem Ritus (Beschneidung) unterzogen und gehen dann für 1 Monat in den Busch. So lange bis die Operation verheilt ist.
    Beim Besuch der Einheimischen wurden unsere Zelte bestaunt. Für die waren unsere Zelte Häuser. Ein Mädchen wollte, dass wir hierbleiben und Häuser bauen.
    Und das Wetter? Heiß mit tagsüber hoch in den 30ßigern und Nachts Mitte der 20ziger. Ergo = schön warm 😁.
    Morgen geht‘s weiter auf den Hauptstraßen Angolas. Alles Rumpelpisten mit hohen Offroad Anteil. 10 km = 1 Stunde. Mal schauen wie weit wir kommen.
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  • Tag 2: Angola hautnah

    November 5, 2024 in Angola ⋅ ☀️ 19 °C

    5 Uhr war die Nacht rum. Es war wunderbar! Die Temperaturen angenehm, der morgendliche Sonnenaufgang ein Gedicht. Früh morgen wurden schon Ziegen durch unser Lager getrieben und die einige der Einheimischen statten uns schon einen „Lass-uns-Weiße-gucken“ Besuch ab.
    Als auch wir in Richtung Frühstück steuerten kamen immer mehr von den Einheimischen. Es wurde Brennholz gegen Essen getauscht (wir bekamen Brennholz gegen Essen) und frisches Obst eingekauft. Wir wurden bestaunt wie im Zoo, nur dass wir die Anschauungsobjekte waren.
    Nach dem Frühstück ging‘s los. 8 Stunden pures Offroad fahren durch‘s angolanische Hinterland. Anspruchsvoll aber dennoch sehr schon. Obwohl wir wirklich abseits aller Pfade unterwegs waren sahen wir keine wilden Tiere (Antilopen o.ä.). Alles wie leergefegt. Warum? Martha meinte, dass alle wilden Tiere von den Einheimischen gejagt und erlegt wurden.
    Abend im 16 Uhr trafen wie in einer kleinen Ortschaft ein und mussten uns erstmal bei der Polizei anmelden. Der Empfang war freundlich und nett. Es wurde alles geprüft und von uns und unseren Autos Fotos gemacht. Wofür? Keine Ahnung!
    Nachdem wir offiziell Willkommen geheißen wurden ging‘s auf den lokalen Markt. Hier war das wirkliche Afrika. Nichts aufgehübscht und vorbereitet für Touris, sondern der Markt für die lokalen Menschen. Fünf verschieden Stämme treffen sich hier um Güter auszutauschen. Martha nannte uns die Namen, aber die waren mir zu kompliziert bzw. hab sie gleich wieder vergessen.
    In einer Bar (Hütte) tranken wir unser erstes angolanisches Bier „N‘Gola“. Nicht schlecht. Da war auch ein Fernseher. Was lief? Fussball! Barcelona gegen Bayern München! Mitten im angolanischen Nirgendwo.
    Auf dem Markt waren wir natürlich DIE Attraktion. Trauben von Kindern und Frauen hängten sich an unsere Fersen. Das war zwar spannend und interessant und ich hätte gern tausende von Fotos geschossen, aber es fühlte sich nicht richtig an. Ausserdem -so Martha- müssten wir für Fotos einen Obulus an die Fotografierten entrichten (50 cent pro Foto). Schräg? Klaro! Aber die haben nicht viel und sind um jede Einkommensquelle dankbar.
    Abend dann wieder Buschcamp ohne Dusche, ohne Toilette, dafür mit Spagetti Bolognese und Quizrunde am Lagerfeuer.
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  • Tag 3: Wasser-Stein-Sand-Ziegenmilch

    November 6, 2024 in Angola ⋅ ⛅ 27 °C

    Tag 3 begann mit der Überlegung „Wo bekommen wir Wasser her?“. Denn, Wasser bzw. fließendes Wasser aus Tiefbrunnen und Wasserleitungen (Wasserhähnen) gibt es in diesem Bereich von Angola nicht. Wasser im Allgemeinen, egal woher, ist grundsätzlich ein sehr kostbares Gut. Es gibt zwar einzelne Wasserstellen an Flüssen oder einfachen Brunnen, aber auch die sind selten und für uns Europäer eher nicht trinkbar (max. Zahnputzwasser). Und heute bzw. für die nächsten Tage war klar, dass wir in Bushcamps nächtigen (kein Wasser, keine Toilette), wir aber Wasser zum Kochen und Waschen brauchen.
    Also sind wir ins Dorf gefahren und Martha hat in der Gemeindeverwaltung organisiert, dass wir Wasser aus dem Gemeindebrunnen schöpfen durften. In einem Hinterhof war dann auch eine Art Brunnen mit Betondecke. Auf dieser stand ein junger Mann und schmieß einen Plastikeimer ins Brunnenloch und zog dann den gefüllten Eimer raus. Hier traf sich das ganze Dorf. Alle die Wasser brauchten kamen mit ihren Kanistern und stellten sich in Schlange.
    Nachdem wir befüllt waren ging‘s auf die Piste. Wieder Stunde um Stunde über Stock-und-Stein, durch ausgetrocknete Flussbette und durch unzählige kleiner Bachbette. Der Tag verlangte den Fahrern echt viel ab. Unser Tagesziel konnten wir nicht erreichen und so schlugen wir unser Nachtlager in einem großen lauschigen Flussbett auf. Abends gab‘s Pommes (!!) und Buurewurst (Bratwurst). Wirklich lecker. Irgendwann stand dann ein Einheimischer an unserer Tafel und hatte einen Kanister im Arm. Was war drin? Frische Ziegenmilch. Klar probierten und kauften diese dem jungen Mann ab.
    Ach ja, geduscht hab ich heute auch! Buschdusche! Vier befüllte Plastikflaschen. Der Deckel einer der Flaschen war mit Löchern versehen: dem Duschkopf! Über Kopf gehalten, draufgedrückt und schon hatte ich wunderbaren Duschstrahl. War die Flasche leer, einfach den gelochten ab- und auf nächste volle aufgeschraubt. So ging‘s bis der Bub wieder blitzesauber war.
    Es geht alles, wenn man nur will! Auch im Busch! 😁
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  • Tag 4: Wüste - Einöde - Dünencamp

    November 7, 2024 in Angola ⋅ ☀️ 26 °C

    Der heutige Tag bestand hauptsächlich aus fahren. Fahren durch Halbwüste, Wüste und Einöden. Angola ist nun mal ziemlich groß und das Fahren auf den „Landstraßen“ immer eine Herausforderung für Mensch und Material. Ziel für heute war die Küste. Meer sehen! Und: Tanken😁.
    Beide Ziele habe wie erreicht. Der Diesel kostet hier rund 20 Cent. Das ist ein durchaus angenehmer Preis 😄. Nachteil: An der Tankstelle funktionieren keine Kreditkarten, keine Dollars, keine Euros, nur Kwanzas. 1000 Kwanzas = 1 Euro! Das ist einfache Rechnung. Das Problem sind die hohen Zahlen und die kleine Stückelung der Scheine. Da wie keine Kwanzas haben und es momentan keine Möglichkeit gibt Kwanzas zu bekommen bzw. zu tauschen ist Martha unsere „Bank“. Martha hat -das wussten wir nicht- große Geldbündel in ihrem Reisegepack. Richtige Berge an Scheinen. Unser Tanken kostete 14.800 Kwanzas. Marthe zahlte dies mir 500derter Kwanza Scheine. Größere Scheine gab‘s nicht. Da jeder von uns in ungefähr gleichen Summen tankte, lief Martha mit Bergen an Geldscheinen auf der Tankstelle rum.
    Nach dem Tanken ging‘s auf dem Markt Essen kaufen. Afrika! Super interessant und für uns natürlich eher weniger hygienisch. Aber was soll‘s?! Afrika ist Afrika und wir sind hier um das alles zu erleben.
    Nach getätigtem Einkauf ging‘s Richtung Atlantik an den kilometerlangen Sandstrand. Und so liege ich nun im Dachzelt, höre die Brandung rauschen, Nachbarn schnarchen und der Wind zerrt an den Zeltwänden.
    Gute Nacht 🌙
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  • Tag 5: Und ewig lockt der tiefe Sand

    November 8, 2024 in Angola ⋅ ☁️ 22 °C

    Die Nacht verbrachten wie ja direkt am Meer direkt hinter den Dünen. Im Zelt war‘s ganz kuschelig und warm, während draussen der Seewind am Gestänge zerrte.
    Generell ist ja so, dass die Bettgehzeit eher bei 20 Uhr als bei 21 Uhr liegt. Jetzt ist z.B. 20.30 und ich lieg schon eingemümmelt im Zelt. Um 18 Uhr ist hier stockdunkel und es wird durchaus frisch. Hinter den Dünen war‘s noch ein Tick frischer, windiger und feuchter. Die Feuchtigkeit wurde heute morgen sogar greifbar, denn es fing pünktlich zum Frühstück an zu Regnen. Das Frühstück war deshalb nass, kurz und etwas hektisch. Das ganze Camp musste ja zusammengebaut und die Zelte wieder eingepackt werden. Da blieb Mensch und Geschirr nicht trocken. Zum Glück haben die Autos nicht nur eine Klimaanlage zum Kühlen, sondern eine exzellente Heizung, die denn auch auf vollen Touren lief. Leider keine Sitzheizung, so dass Hose, Sitz und Allerwertester eine feuchte Vereinigung fanden.
    Fertig! Und los ging‘s am Strand entlang in Richtung Dünen. Der Strand ist riesig und menschenleer. Angespült wird alles was das Meer ausspuckt. Angefangen von den Abfällen der Zivilisation (Unmenge an Plastikflaschen) bis zu Netzen, Treibgut und verendeten Robben und Walen.
    Auf dem Strand zu fahren ist ne coole Sache. Allrad rein und Gaspedal durchtreten. Durchtreten bis zu dem Punkt an dem der Sand weich wird. Dann heisst‘s „Aufgepasst! Den Sand „lesen“ und gefühlvoll fahren, denn ansonsten steckt man ruckzuck fest und der Tag nimmt einen anstrengend Verlauf.
    Eigentlich kamen wir ganz gut durch, bis Micha eine Passage auskundschaften wollte. Und eigentlich sah die Passage unspektakulär aus. Aber nur eigentlich! Michas‘ Toyota fuhr sich derart fest, dass kein Rauskommen mehr war. Das Problem war, dass die Passage so weich war, dass ihm kein anderes Fahrzeug zu Hilfe kommen konnte.
    Dann ging‘s los: Lehrstunde in Sachen Auto aus dem Wüstensand bergen. Die Lösung war letztendlich, dass wir in ca 25 Meter Abstand vom Auto ein großes Loch buddelten und das Ersatzrad dort versengten. An das Ersatzrad war mittels Bergegurt und Seilwinde mit dem Auto verbunden. Das verbuddelte Ersatzrad wirkt dabei wie ein Anker zu dem das Auto gezogen wird. Das ist einfach zu beschreiben, aber in Realität nicht ganz so einfach. Drei ü-100kg-Männer standen zusätzlich auf dem Ersatzrad, um diesem noch mehr Halt zu geben. Die ganze Aktion, die durchaus ihre Zeit brauchte, war dann doch von Erfolg gekrönt und Michas Toyota wurde aus dem Sand befreit.
    Unser Tagesplan war allerdings durch diese Aktion zu Nichte gemacht worden. Plan B war dann zurück in den Ort, Reifen aufpumpen (wir fuhren nur noch mit 1,3 bar) und versuchen Geld zu bekommen. Denn, wir alle haben immer noch keine angolanischen Kwanzas. Wir können nichts kaufen/bezahlen. Unsere Rettung ist immer noch Martha. Wir waren in zwei Banken, aber keine Chance an den Geldautomaten, egal mit welcher Karte.
    Den Nachmittag verbrachten wir mit der Fahrt zum Colina Canyon. Einem wunderschönen Canyon mit sehr schönen Gesteins-/Sandformationen. Hier war/ist dann auch unser Nachtlager. Wieder Buschcamp. Wieder ohne Dusche und Toilette, aber wieder in fantastischer Landschaft.
    Morgen wollen wir versuchen ein Hotel zu bekommen. Das ist nicht einfach. Es gibt eigentlich Hotels nur in den großen Städten, so dass fließendes Wasser, Dusche und feste Toilette auch eine echte Herausforderung ist.
    Aber jeder neue Tag bekommt die Chance ein besonderer zu werden. So hoffen wir für morgen auf einen besonderen Tag 😅.
    Ä guet‘s Nächtle!
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  • Bankomat in Schwarz mit Plastiktüte

    November 9, 2024 in Angola ⋅ ⛅ 26 °C

    Heute, wir bereits geschrieben, war als Endziel Dusche, Wäsche waschen, Geld tauschen und einkaufen angesagt.
    Bevor wir in die Stadt Namib fuhren, um genau jene Dinge zu erledigen, erkundigten wir ausgiebig den Colino Canyon. Heute waren wir die einzigen Menschen im Canyon. Sollte jedoch Angola tatsächlich aus dem touristischen Märchenschlaf erwachen, dann dürften hier zukünftig Touristenbusse an Touristenbusse stehen und sich Menschenmassen in den Canyon ergießen. Für die Einheimischen gut, für die Natur eher nicht.
    Vom Colina Canyon ging‘s völlig unspektakulär in die Stadt Namib. Eine Stadt, die tatsächlich eine Stadt ist, mit allem was dazu gehört. So z.B. einen Supermark. Eine Woche Buschcamp und staubige Pisten und jetzt: Weihnachtsmann, Weihnachtsbaum unf Glitzer-Glitzer. So ist das Leben. Es gibt das eine und es gibt das andere. Schön, wenn man beides erleben darf!
    Nach dem Einkauf auf ins „Chick Chick“, unserer Herberge für die heutige Nacht.
    Was ein Ding! Ein Woche lang war Wasser ein Sorgsam-umgehen-Thema und jetzt steht hier die Wasserverschwendung schlechthin in Form eines Pools. Bevor wir jedoch Zimmer und Pool beziehen konnten, kam Mr. Moneyman mit einer gelben Plastiktüte.
    Wie schon geschrieben hatten wir noch keine Kwanzas (angol, Währung). An dem Bankomaten gab‘s nix, aber Martha hatte da einen Kontakt 😎. Im Vorfeld teilten wir Martha mit wie viel wir in Kwanzas tauschen wollten. Der „Kontakt“ würde dann entsprechend Geld mitbringen. Und tatsächlich kam er, der lebende Geldautomat. Ein schwarzer Geldautomat mit einer gelben Einkaufstüte voller Geldbündel. Purer Schwarzmarkt. Woher Mr. Moneyman das Geld hatte war uns egal. Auf jeden Fall war er zahlungsfähig. Keine Ahnung ob der Beruf des Geldwechslers hier ein angesehener ist oder ob zutiefst illegal. Scheißegal, uns war‘s egal 😄.
    Und oh wie wunderbar war es den Wasserhahn aufzudrehen und den ganzen Körper unter dem kalten Wasserstrahl (kalt obwohl ich heiß eingestellt hatte) zu räkeln. Und eine funktionierende Toilette gibt‘s auch. Welch ein Luxus! Eine Insel in unserer bis dato rustikalen Reise.
    Abends dann an die Strandpromenade. Nett, aber windig, kühl, laut, lebhaft. Im Restaurant Club Nautico war ein Tisch reserviert. Und was gab‘s? Fisch! Yes! Leeecker!
    Zurück an unserem Hotel wollte ich unbedingt ein Foto mit dem Securityman machen. Ein Mann in Springerstiefeln, in die Tage gekommenem Kampfanzug, eine Kalaschnikow (Maschinengewehr) im Anschlag und -als Krönung- eine schwarze Skimaske über‘s schwarze Gesicht gezogen. Der sah zum Schießen aus. Wie ein Obergangster. Aber, er war nicht da um uns aus zu rauben, sondern um uns zu beschützen. Ein nicht unwesentlicher Unterschied.
    Nun schließe ich meine Tag und schlüpfe zwischen die weichen weißen Laken.
    Gute Nacht.
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  • Tag 7: Mucubal und Serra da Leba

    November 10, 2024 in Angola ⋅ ⛅ 24 °C

    Tag 7 brachte den Abschied von Wüste und Meer und den Aufstieg auf das Hochplateau Angolas. Von 0 auf 2.000 m. Von 35 Grad runter auf knappe 20 Grad.
    Ziel war die Großstadt Lubango. Der Aufstieg vom Meer auf‘s Plateau führt über die berühmten 45 Serpentinen der Serra da Leba. Berühmt deshalb, weil diese Serpentinen jeden Bildband und jede Reportage zieren.
    Bevor‘s in die Berge ging lagen noch einige Kilometer vor uns. Neben uns lag auch immer Müll. Plastikmüll! Das ist der Teufel schlechthin! Überall Plastikmüll. Mal in ganzen Müllbergen, mal als Müllteich, aber immer Müll, Müll, Müll. Und na klar mache ich nicht gerne Fotos von Müll, aber verschweigen/ausblenden geht auch nicht. Heute hatte ich ein längeres Gespräch mit Martha darüber. Den Menschen hier fehlt schlichtweg das Bewusstsein für das Vermeiden von Müll. Die denken garnicht dran und es macht ihnen -bis dato- auch nichts aus vom Plastikmüll umgeben zu sein. Ein großes Problem! Denn der Müll verschwindet ja nicht. Im Gegenteil, er wird immer mehr.
    Nun aber genug gemüllt.
    Auf dem Weg in die Berge hielten wir auf einem lokalen Markt an dem es auch „Restaurants“ gab. Diese Restaurants bestanden aus einef Alufelge, in der Holzkohle glimmte. Darauf ein Topf mit Öl und wahlweise Hühnchen oder Kartoffeln drin. Wenn kein Topf dann ein Rost, auf dem alle Teile von Hühnchen gegrillt werden. Selbstverständlich gönnten wir unser eine Portion frisch frittierte Alufelgen-Kartoffeln. Fazit: Könnten nicht besser sein!
    Der Markt befindet sich auf dem Gebiet des Mucubal Stammes. Hier wird gekauft und verkauft. Hauptsächlich von Frauen und fast alle in ihrer traditionellen Kleidung. In unserem Sprachgebrauch heisst das: fast nackt. Nacktheit bzw. Scham ist hier aber unbekannt. Ganz selbstverständlich sind Frauen am Oberkörper nur mit dem Band bekleidet, welches ihnen den Busen abdrückt. Marthas‘ Vater ist der Saba (=Stammeshäuptling) des dortigen Mucubal Stammes. Viele auf dem Markt sind Marthas Verwandte. So war/ist es für uns einfacher in Kontakt bzw. näher an die Welt der Mucubal zu kommen. Die Goldringe an Beinen und Armen zeigen die Anzahl der Kinder der Frauen und den Stand der Frauen.
    Das Band mit dem die Brüste abgebunden werden ist für die Mucubal Frauen eine Art Büstenhalter, der verhindern soll, dass diese herumschlackern. Brüste habe den Stellenwert von Milchspendern und sind frei von jeglichem Erotischen.
    Direkt neben dem Markt war wiedermal eine große Fläche mit Plastikmüll belegt. Darauf stand eine Kuh, die irgendwas fraß. Ein skurriles Bild!
    Dann ging‘s hinauf in Serra de Lena. 45 Serpentinen gespickt mit Schlaflöcher winden sich auf das Hochplateau hinauf. Oben ist die Welt eine andere. Während unten Ackerbau und Wasser limitiert sind, ist hier oben quasi das Paradies. Alles wächst hier. Alles ist grün. Wasser zur Genüge. Am Straßenrand stehen Jungen und Mädchen, die Erdbeeren, Pflaumen, Mangos u.v.m verkaufen. Lubango war unser Ziel. Aber die Zeit war gegen uns bzw. es wurde klar, dass wir die Stadt nicht vor Einbruch der Nacht erreichen würden. Ohne zu wissen wo wir ein Camp aufschlagen können, war das keine Option. Also mussten wir vor Lubango ein Plätzchen finden. Es gibt hier keine offiziellen Campingplätze oder Hotels. Wieder mal war Martha unsere Heldin. Sie kannte jemand, der jemand kennt, der wiederum gerade dabei ist ein Art Lodge auf zu bauen. Da fuhren wir hin und schlafen nun quasi auf einer Baustelle. Einige Dinge sind schon fertig. So z.B. eine Küche mit Essensraum. Micha zauberte ein leckeres Chilli con Carne aus dem Topf, so dass alle satt und zufrieden den Tag beschließen konnten. Was zu einem Tagesabschluß noch fehlte? Klaro, ein Absacker, ein Gute-Nacht-Getränk. Da wir alle glücklicherweise unsere Lecker-schmecker-Getränke in Namib gut füllen konnten, stand plötzlich drei Flaschen Amarula auf dem Tische. Ein original Amarula, ein The Best Amarula und ein American Dew. Das war lustig. Uns es gab auch einen Geschmackssieger. Welcher es war verrate ich noch nicht, denn der heutige Sieger muss in den nächsten Tagen gegen den derzeitigen Champion Wild Africa antreten.
    Wer wird diese Finalrunde für sich entscheiden? Wir werden sehen!
    Für jetzt wünsche eine wunderbare Gute Nacht!
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  • Tag 8: Viva a Vida-Angolas Zukunft leb

    November 11, 2024 in Angola ⋅ ☁️ 19 °C

    Nach der Nacht auf der Baustelle stand heute die Besichtigung der Jesus Statue in Lubango an. Die Jesus Statue ist der kleine Bruder der Statue von Rio de Janeiro und thront hoch über der Stadt. Also wir rauf zu der Statue. Martha mahnte uns die Autos abzuschließen und alle Wertsachen sicher zu verstauen. Da die Statue ein Magnet für die Menschen ist treiben sich dort auch welche rum, die weniger nette Dinge im Schilde führen. Wir also vorgewarnt und entsprechend alles gesichert. Wir laufen also auf den Platz der Statue und lauter Gesang und jede Menge Jugendlicher erwartet uns. Es war uns echt etwas mulmig zumute bis wir begriffen, dass das alles Pfadfinder waren. Also keine Laus(Diebes)buben sondern die angolanische Jugend bei einem Auflug.
    Ja und dann ging‘s los. Also diese unglaubliche Lebensfreude, diese Energie der Jungs und Mädchen riss uns mit. Und nicht die Statue war die Attraktion sondern wir, diese weißen Menschen aus einer fernen Welt. Nicht wir mussten fragen ob wir ein Foto machen dürften, sondern wir wurden mit Fotoanfragen bombardiert. Alles wollten sich mit uns ablichten lassen. Das war ein unglaubliches (schönes) Erlebnis. Mit welcher Unbefangenheit, mit welcher absoluten Freude diese jungen Angolaner uns und den Tag feierten. Da war echt fantastisch.
    Tolle Fotos! Tolles Erlebnis! Und der Glaube an die Jugend und das alles gut wird (und auch ist!) feiert Freudentänze.
    Irgendwann ist jede Party zu Ende und so machten wir uns auf den Weg in Richtung (Benguela). Das sind ca. 500 km, also nicht in einem Tag zu schaffen. Vorab wollten/mussten wir tanken. Auch das ist in Angola nicht so selbstverständlich. In einem der Erdöl reichsten Länder der Welt mussten wie vier Tankstellen abklappern, um an Diesel zu kommen. Drei winkten gleich ab, „no Gasoleo“ bis am Schluß die letzte uns den erhofften Treibstoff lieferte. Nur so mal am Rande: Ich tankte 75 Liter und bezahlte umgerechnet 14,80 €! Da macht Tanken richtig Spaß!
    Dann ging‘s auf in Richtung Küste in Richtung Benguela. Diese Straße ist die Lebensader zwischen den Großstädten Lubango und Benguela. Der Zustand der Straße wurde dieser Wichtigkeit aber nur selten gerecht. Schlagloch an Schlagloch. Mal Teer, mal Piste. Und alle mussten da durch. Lkws‘, Busse , Motorräder, Pkw‘s. Das wie ein Ballett anzuschauen. Alle schlingerten und hüpften auf der Straße und um die Schlaglöcher herum. Das Leben der Menschen spielt sich entlang der Straße ab. Ob Gemüse, Obst, Hühner, Holzkohle, Nüsse, Schalen, Pilze, was auch immer, es wurde entlang der Straße angeboten. Da wir größere Mengen brauchten lenkte uns Martha jedoch zu einem großen Markt in der Nähe der Straße. Es sei ein überregionaler Großmarkt wo alles, wirklich alles gekauft und verkauft. Wir waren schon freudiger Erwartung auf ein nettes Shopping Erlebnis als wir in Richtung Markt fuhren. Aber als wir dann da waren wich die freudige Erwartung dem Entsetzen. Müll soweit das Auge reichte. Überall. Zwischen den Menschen, zwischen den Tieren, zwischen den Waren, einfach überall. Keiner von uns hatte Lust sich diesen Markt näher anzuschauen, geschweige dort was zu kaufen.
    Unverrichteter Dinge ging‘s zurück auf die Hauptstraße und immer weiter auf der Schlaglochpiste in Richtung Benguela. Die Landschaft war/ist spektakulär. Viel Grün und mächtige Bergformationen. Immer gesäumt von Straßenhändler. Uns lief etwas die Zeit davon, denn wir mussten ja vor Einbruch der Nacht irgendwo ein Camp finden und aufbauen. Und irgendwann tauchte am Straßenrand das Schild „POUSADA DE QUILENGUES“ auf. Pousada = Gasthaus und so setzten wir Blinker und schauten uns die Pousada an. Boah eeeh, welch ein Ding! Welch ein Kontrast zur Schlaglochpiste und den Häusern/Hütten am Wegesrand. Die Pousada ist ein Juwel! Dass wir unsere heutige Nacht in solch wunderbaren Betten und mit Abkühlung im Pool verbringen würden, darauf waren wir nicht gefasst. Aber wie tragen dieses Glück mit Fassung und so verabschiede ich mich in die Nacht!

    Boa noite e bons sonhos!
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  • Tag 9: Straße-Strand-Camp im Sand

    November 12, 2024 in Angola ⋅ ☁️ 25 °C

    Nach einer Nacht in der Posada gingms heute auf den letzten Abschnitt nach Benguela. In der Nacht hatte es geregnet und wie es hier in Afrika ist, plötzlich sprießt, grünt und blüht alles. Es war eine Fahrt durch wirklich schöne Landschaft. Und natürlich ist das Leben auf und neben der Straße hochinteressant. Gegen Mittag hielten wir an der Straße, um etwas zu Mittag zu kaufen. Kaum hatten wir angehalten umschwärmten uns die lokalen Essenslieferanten wie Motten da Licht. Nicht aufdringlich aber doch körpernah. Das Angebot beinhaltete Hühnchen gegrillt und das jeder zweiten Schüssel. Die andere zweite Schüssel war mit Brötchen gefüllt. Die Brötchen sind wirklich super lecker und im Welten besser wie das Toastbrot was es ansonsten im südlichen Afrika gibt. Nach einigem Verhandeln wurde gekauft. Was? Natürlich Hühnchen und Brötchen. Sozusagen die komplette Speisevariation.
    Am frühen Nachmittag kamen wir in Benguela an. Benguela ist die drittgrößte Stadt Amgolas und das ehemalige wirtschaftliche Zentrum des Landes (heute: Luanda). Unser Ziel war Vorort Lobito, der angeblich schöne Strände haben soll. Und, das hat er! Wir fanden einen wunderbaren Platz direkt auf dem Strand und mit direktem Anschluß an eine Beachclub, in dem auch Duschen und Essen können. Ein durchaus nettes Plätzchen zum Verweilen. Und so genossen wir den Sundowner und ein fantastisches Abendessen bestehend aus gegrilltem Fisch, Salat und Pommes. Schmeckte genial. Extra für uns wurde am Strand eine Feuergrube ausgehoben, damit wir dort unser Lagerfeuer entzünden konnten. Wirklich alles und alle sehr, sehr nett hier.
    Nun beschließe ich den Tag, kämpfe noch gegen ein paar Moskitos, um dann in den verdienten Schlaf zu sinken.
    Ä guet‘s Nächtle 💫
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  • Gesichter Angolas & Ein haariger Tag

    November 13, 2024 in Angola ⋅ ⛅ 28 °C

    Tag 10 war „Ausruhetag“. Will heißen kein Autofahrten heute, sondern ein zweiter Tag (Nacht) auf dem Strand beim Alfa Beachclub.
    Heute wäre eigentlich Wasch- und Aufräumtag gewesen, aber der umtriebige -und super nette- Alfred bot uns eine 1-stündige Bootsfahrt in der Bucht von Lobito. Das war tatsächlich auch für ihn das erste Mal, dass er so etwas organisierte und somit dürfen wie stolz behaupten, das heute der Kick-Off von Lopitos Wasser- und Stadtrundfahrt ist. Ein Tag für die Geschichtsbücher des hiesigen Tourismus. Alles war natürlich nicht so organisiert wie in Tourismusmetropolen, aber alle Mitwirkenden (Roberto, Martha, Alfredo) waren mit Herzblut dabei. Auf dem Wasser sahen wir eine Schule Delfine, die kleine Meerjungfrau (Kopenhagen lässt grüßen) einige Schrotthaufen, die mal Schiffe waren und lokale Fischer, die ganz verzückt waren ob unserer touristischen Exkursion.
    Nach dem Wasser ging‘s zu den Flamingos. Die waren ja recht nett an zu schauen, aber was auf dem Foto nicht zu sehen ist, ist der Müll ringsrum. Mit unserem Taxi „Good Life“ kutschierten wir kreuz und quer durch Benguela. Touristische Ziele/Sehenswürdigkeiten gab‘s nicht wirklich viele, aber das zu beobachtende Stadt- und Alltagsleben der Einheimischen kompensierte alles.
    Beim Preis für diese Wasser-/Stadttour gab es echte Verwirrung. Martha sagte, dass der Ausflug 25.000 Kwanza (25€) kosten würde. Fanden wir etwas happig, aber wir wollten ja unterstützen. Martha und Alfredo waren allerdings total verwirrt, als jeder von uns denen 25.000 Kwanzas in die Hände drückten. Denn, das Missverständnis war, nicht 25.000 Kwanzas pro Person sondern für uns alle (10 Personen). Sprich, nicht 25€ sondern 2,50€ kostete der Ausflug pro Person. Und das, das ist ja nun nicht wirklich teuer für diesen Wasser- und Stadtbesichtigung.
    Am frühen Nachmittag waren wir wieder am Strand. Den restlichen Tag lümmelten wie uns bei den Autos, am Strand und im Beach Club.
    Weit aufregender verlief der Nachmittag bei Martha. Denn Martha hatte beschlossen ihre Frisur zu ändern. Das klingt unspannend, aber wie 90 % aller afrikanischen Frauen trug Martha Extensions. Ihre Haarpracht war zu großen Teilen nicht die eigene, sondern bestand/besteht aus Haarverlängerungen mit fremden Haar. Alle afrikanischen Frauen mit etwas Geld wollen bzw. haben diese Extensions. Unterschied ist, ob es sich um Echthaar oder um Kunsthaare handelt. Das Echthaar kommt -im Falle von Martha- aus Indien. Die Prozedur alte Extensions runter, neue Frisur (Echthaarperücke) drauf dauerte über 4 Stunden. Was Frauen nicht alles für ihre Schönheit machen?!!! Kostenpunkt für diese 4 Stunden Friseuer: 15€! Also liebe Damen, wer beim Friseur Geld sparen möchte sollte sich nach Angola begeben!
    Der Abend klang wieder am lauschigen Lagerfeuer aus. Morgens geht‘s wieder auf die Piste in Richtung Süden.
    Von hier und für jetzt: Ä guet‘s Nächtle!
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  • Kap Martha & Offroad Spezial & Imodium

    November 15, 2024 in Angola ⋅ ☀️ 30 °C

    Es ist 20.30 Uhr. Neben mir laufen die Atlantikwellen weich auf den Strand auf. Ein idyllischer Sound. Und alle sind schon in ihren Betten (Zelten). Was ist passiert?
    Eigentlich Nichts und doch wieder Viel. Gestern fing‘s an, als Micha nach dem Mittagessen auf ungewöhnliche Weise seinen Fahrstil änderte. Von forsch vorwärts auf defensiv langsam. „Was ist da los?“, fragten wie uns. Dir Antwort kam durch den Funk „Wir müssen mal schnell anhalten“. Und Micha sprang mit einer Rolle Toilettenpapier aus den Auto. Sehr ungewöhnlich für Micha und ein deutliches Zeichen, dass da irgendetwas anders verdaut wurde als es normal ist. Und heute, eine Tag später ist die Liste der Imodium Empfänger auf 6 gestiegen. Das sind 50% unserer Truppe, die ein drängendes Problem mit ihrem Verdauungstrakt haben.
    Irgendwo ist irgendwas einem Großteil meiner Mitfahrer ziemlich auf den Verdauungstrakt geschlagen. Komisch, anderen (z.b. meiner Wenigkeit) geht‘s gut. Hmmh, wir habe alle immer das gleiche gegessen?! Nachdenken hilft nichts, Imodium ist der Helfer in der Not und morgen werden hoffentlich alle wieder auf‘m Damm sein.
    So ist zu erklären weshalb um 20.30 schon du komplette Mannschaft in den Zelten liegt.
    Ansonsten brachten die vergangenen Tage viele Kilometer durch Wüsten und wüstenartige Regionen. Die Farbe der Steine/Erde wechselte von sandfarben über rot, gelb bis tiefem schwarz. Tolle Landschaften, die mit dem Auge schön an zu sehen sind, aber auf den Fotos nicht zur Geltung kommen. Erwähnen möchte ich auf jeden unser Camp am Kap Martha. Irgendwann ging eine Piste rechts von der Hauptstraße ab und führt uns in ein Tal, das paradiesisch aussah, Paradiesisch deshalb, weil da plötzlich alles wuchs und alles grün war. Kultivierte Landwirtschaft mit strukturierten Feldern und Bewässerungssystem. Und das -muss man ehrlich sagen- kann nicht einem schwarzafrikanischem Geist entsprungen sein, denn alles was wir bisher an lokaler Landwirtschaft sahen war eher kleinteilig und sehr genügsam. Wir fuhren also an Bananenplantagen, Maisfeldern, Tomatenfeldern etc. vorbei. Leider bot sich hier kein Platz für ein Camp an. Also ging‘s weiter Richtung Meer. Kilometer um Kilometer an skurrilen Landschaftsformationen (Canyons) vorbei. Vorbei an Hütten, die aus Abfall zusammengebaut wurden. Vorbei an Fischern die bemüht waren große Netze an Land zu ziehen. Irgendwann war dann das Land zu Ende und ein Leuchtturm tauchte auf. Kap Martha! Ein tolles Bild! Der Leuchtturm war sogar bewohnt. Die jungen Männer schickten uns jedoch eine steile Klippenabfahrt hinunter zu einem Öko-Projekt über Meeresschildkröten. Das war echt cool! Im Nirgendwo, am Rande des Nichts waren zwei Männer deren Aufgabe es war die Eiablage der Meeresschildkröten zu lokalisieren und zu dokumentieren. Wir waren willkommen und schlugen unser Camp auf einem Feldvorsprung über dem Schildkrötenstrand auf. Leider sahen wir keine der Tiere leibhaftig, aber Gelege und spuren konnten wir verfolgen. Ein sehr schöner Platz… …und Immodium akut machte seine Runde 🥴.
    Am nächsten Tag ging es wieder zurück über Stock und Stein auf die Hauptstraße und da in Richtung Namib. Die Strecke war unspektakulär, da Teerstraße. Mittags machten wir einen 26 km Abstecher (Offroad für Enthusiasten) zu den Rockpools. Rockpools sind Teiche, die bei Flut überspült sind unf bei Ebbe mit Wasser gefüllt bleiben, wahrend drumherum alles trocken fällt. Sehr nett anzuschauen. Drei Mutige nutzen eine Gelegenheit zu einem Bad in einem der Pools. Nachdem alles getrocknet und Imodium Bestand korrigiert wurde ging die Fahrt weiter zu unserem heutigen Nachtcamp. Idyllisch gelegen, direkt am Meer. Wenig/kaum Plastikflaschen am Strand und zum ersten Mal Mülltonnen. Es geht also, wenn man will!
    Micha kochte am Abend super leckere Gnochi mit Wildgulasch. Sehr lecker. Glücklicherweise bleibt bei mir alles noch drinn. …mal schauen was wird 😄
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  • Imodium - Pistenstaub - Skorpione

    November 16, 2024 in Angola ⋅ ☁️ 32 °C

    Wieder 20.30! Wieder alle in ihren Zelten! Dieses Mal (bis auf 2 Betroffene) nicht wegen der Verdauung, sondern weil durchaus eine zählbare Anzahl von Skorpionen unser Camp durchstöbern. Das war dann doch der Stimmungskiller, da die hier zu der tödlichen Sorte gehören. Da wollte keiner mehr lang am Lagerfeuer sitzen.
    Nun aber zum heutigen Tag. Nach einer -für mich- guten Nacht ging‘s heute Morgen erst mal dran den Krankenstand zu prüfen. Einer meldete sich wieder gesund, einer meldete sich krank under Rest der Imodium-Kunden waren so-la-la. Bei mir und drei anderen war/ist aber alles noch in bester Ordnung.
    Nach dem Frühstück gings nach Namibe zum Einkaufen und Tanken. Martha sagte, dass die Dieselpreise explodiert seinen von 50 Kwanza auf 200 Kwanza pro Liter. Von 5 Eurocent auf 20 Eurocent! Der Wahnsinn für die Einheimischen. Für uns ebenfalls nur in der komplett entgegengesetzten Bedeutung.
    Nachdem alles erledigt war ging‘s in Richtung Landesinnere. Wieder Piste und Sand im Überfluß. Mittagspause war an einem verlassenen portugiesischen Handelsposten. Das war bis in 70er Jahre ein Handelsplatz an dem die umliegenden Stämme ihre Rinder, Ziegen etc. gegen Gegenstände des täglichen Bedarfs tauschten bzw. tauschten. Dann kam die Unita (Freiheitskämpfer) und zerlegte den Ort mit ihren Maschinengewehren und Granaten. Das was übrigblieb war unsere Mittagslocation inklusiv Einschußlöcher. Wir waren fast fertig mit Mittag kamen zwei junge Mucubal Männer auf ihrem Moped angefahren. Natürlich waren sie an uns interessiert und natürlich wollten sie gerne etwas von uns abhaben. Gerne gaben wie ihnen Brit und unser Gnocci mit Wildgulasch (von Vortag). Der Topf wurde bis auf den letzten Krümel ausgeleckt. Ergo, auch Mucubal schmecken Gnocci mit Gulasch. Eine Fotosession mit den adretten jungen Männern durfte natürlich nicht fehlen.
    Alles wieder eingepackt und für die nächsten Stunden ging‘s weiter auf Pisten ins Landesinnere. Unser Camp schlugen wir am Fuß einer Steinformation auf. Hier gibt es eine kleine Höhle mit Felszeichnungen (lt. Martha 1000sende von Jahren alt). Es gab Pasta mit Bolognese und Wild Africa als Absacker. Es hätte ein gemütlicher Abend am Lagerfeuer werden können, wenn nicht zufällig ein dicker fetter Skorpion am Feuerplatz erschien. Plötzlich hektisches Durcheinander, da kleine-Scheren-dicker-Schwanz bedeutet: giftig! Micha entsorgte den Einen als schon der zweite Aufschrei kam: „Noch Einer!“. Damit war die gemütliche Runde beendet und das Ableuchten unseres Lagerplatzes begann. 4 Skorpione vom gleichen Kaliber wurden entdeckt damit war die „Flucht“ in die (Dach)Zelte angesagt. Es blieb auch nicht bei vieren, wie ich vom Dachzelt aus beobachten konnte Heute Nacht heißt es aufgepasst beim Toilettengang! Und morgen werden alle Kisten und Taschen überprüft, die auf dem Boden standen.
    …dann lassen wir die Nacht mal kommen 😁!
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  • Manchmal kommt es anders als geplant

    November 17, 2024 in Angola ⋅ ☁️ 21 °C

    5.30 Uhr. Die Nacht-der-Skorpione liegt hinter uns. Der Tag im Busch erwacht und ich mach mich auf den Berg hinauf. Wunderbar! Die schönste Zeit des Tages. Wenn die Nacht geht und der Tag kommt. Nur die Rufe, Gesänge und Geräusche der Tiere begleiten die ersten Sonnenstrahlen. Eine sehr schöne Landschaft breitet sich zu meine Füßen (ich auf‘m Berg) aus, Es hat etwas erhabenes, etwas mystisches, hier oben zu sitzen und Landschaft, Geräusche und den kommenden Tag in sich auf zu nehmen.
    Nur das Meckern einer Ziege stört. Wo ist sie denn? Meine Augen suchen den Busch ab. Da sehe ich sie. Auf den Rücken eines Einheimischen geschnallt. Und der biegt auch noch in Richtung unseres Camps ab. Na da bin ich mal gespannt. Wie ein heimlicher Voyeur sitze ich auf‘m Berg und beobachte die Szene. Was will der Mann mit der Ziege bei uns. Frauen kaufen (bekanntlich sind Ziegen das hiesige Zahlungsmittel hierfür)? Milch verkaufen? Die ganze Ziege verkaufen?
    Bis er am Lager ist steht Martha schon da und ist ebenfalls gespannt auf dessen Begehr. Die Konversation kann ich nicht hören, nur sehen wie der Eingeborene inklusive Ziege wieder abmarschiert.
    Als ich vom Berg runter kam, hieß die Antwort: Er wollte die Ziege verkaufen.
    Ziege stand/steht jedoch nicht auf unserem Speiseplan, so dass wir seinen Wunsch nicht erfüllen konnten.
    Nach dem Frühstück ging‘s zu einem nahen Mucubal Dorf und zu Felszeichnungen. Die Dorfbewohner (nur Frauen, Kinder und ein alter Mann) waren -leider- aufdringlich geschäftstüchtig. Obwohl wie ihnen Brot, Wasser und anderes essbares mitbrachten (die üblichen Gastgeschenke) wurde immer wieder Geld gefordert wenn wir Fotos machen wollten. Etwas genervt brachen wir den Besuch ab und gingen zu den Felszeichnungen. Auf dem Rückweg passte uns die Chefin des Dorfes ab und wollte uns unbedingt ins Dorf locken. Wir winkten jedocj ab. Martha, Andreas und Regine waren jedoch die letzten unserer Truppe und penetrant bearbeitet. Die Geschichte war, dass die Männer -die nicht anwesend waren- bei ihrer Rückkehr anhand der Fuß- und Reifenabdrücke sehen würden, dass Fremde im Dorf waren und die Frauen fragen würden wieviel Geld sie von den Fremden bekommen hätten. Wenn die Freuen kein Geld vorweisen könnten würde es Prügel geben (so Martha). Puuhh, das war natürlich harter Tobak und na ja, für uns ist das ja nicht viel Geld. Und so gab Andreas der Mucubal Frau 5.000 Kwanzas (5€) und damit hatten wie unsere Schuldigkeit getan.
    Nachdem wir unser Lager zusammengeräumt hatten ging‘s in Richtung Südosten, Richtung Berge. Wir fuhren schon einige Zeit als unser Weg jäh durch fließendes Wasser unterbrochen wurde. In der Nacht hatte es in den Bergen geregnet und ein ansonsten trockenes Flußbett wurde zum Strom. Das war ein echtes Problem. Der Fluß war mindestens 80 m breit. Micha, der Mutige, ging rein, um zu testen wie tief und wie der Untergrund sei. Ergebnis: Knietief und schlammig. Mit Knietief hätten wir leben können, aber mit schlammigem Untergrund: tödlich!
    Da standen wir nun etwas bedröppelt und überlegten Was nun? Wohin? Wie? Wir brauchten Brücken. Und die sind hier in Angola Mangelware. Nach Kartenstudium und Abwägen aller Möglichkeiten war der einzige gangbare Weg wieder zurück Namibe am die Küste. Eine Tagesfahrt an den Ausgangspunkt unserer Tour vor zwei Tagen. So war das nicht geplant! Aber das ist Afrika und so ist das Leben!
    Nach hartem Ritt über die Pisten und Steine kamen wir Spätnachmittag in Namibe an. Das Glück war uns in Form des Oasis Campingplatzes nebst Bar und Restaurant hold. Ein Platz direkt am Strand mit Dusche, Bar und Internet.
    So darf der Tag enden!
    Und die Nacht beginnen!
    Ä guet‘s Nächtle 💫
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  • Regenzeit & Pension mit Familienanschluß

    November 18, 2024 in Angola ⋅ ☁️ 26 °C

    Letzter Tag in Angola. Ab heute Nachmittag gibt‘s keine Nachrichten mehr, da wir -so der Plan- wieder in Namibia sind. Und in Namibia geht Internet nur mit namibianischer Sim-Karte.
    Nun zum gestrigen Tag. Die Wassermassen zwangen uns ja zu Plan B und einem großen Umweg zurück nach Namibe.
    Heute morgen ging‘s in Namibe erst mal zum Reifendienst des Vertrauens. Micha gingen langsam aber sicher die Ersatzreifen aus. Und ohne Ersatzreifen ist Afrika nur halb so spannend. Während Micha den Ersatzreifen prüfen und reparieren lies (neues Ventil) pumpten wir wieder Luft in unsere Reifen, denn ab sofort geht’s auf geteerten Straßen Richtung Namibia. Und für Teer brauchen wir genügend Druck in den Rädern.
    Los ging die wilde Fahrt über Lubango ins Gebirge und über die Hochebene.
    Dass die Regenzeit naht bzw. schon da ist, war deutlich am Himmel ab zu lesen. Was für ein Spektakel. Am ganzen Himmel. Wolkentürme hell bis schwarz. Blitze und Regenfahnen über‘m ganzen Land. Der Himmel änderte laufend Form, Formation und Farbe. Absolut spektakulär. Spektakulär verlief auch die Suche nach einem Camp für die Nacht. Wir waren spät dran. Die Strecke zog sich und zog sich. Ziel ist es so gegen 16.30-17.00 Uhr ein Camp zu beziehen bzw. auf zu bauen. Das finden eines geeigneten Platzes ist allerdings entlang einer Hauptverkehrsader nicht so einfach. Zu viel menschliche Behausung, zu wenig (keine) Campingplätze, Hotels o.ä.. Ein erster Versuch einen Platz zu finden landete in einem Steinbruch. Ein Gelände mit riesigen geschnittenen, kubischen Granit/Marmorblöcken. Es sah aus als hätte eine Riese mit riesigen Würfeln gespielt. Wir waren schon dabei uns Stellplätze zu suchen, als Micha ein „Wartet mal kurz!“ ausgab. Martha hatte via Telefon einen Kontakt zu einer Pension bekommen, die Platz für Autos/Zelte hätte und auch noch vier Zimmer. Zimmer klingt immer nach Bett, Toilette und Dusche, quasi die Verheißung nach Zivilisation. Beschluss gefasst, aufgesattelt und los ging‘s in den 65 km entfernten Zielort Cahama. Es war schon dunkel als wir in Cahama ankamen. Und ja, wir fanden auch die Pension. Tatsächlich war diese auf den ersten Blick äusserst afrikanisch. Alles etwas in die Jahre gekommen und irgendwie ein Sammelplatz für Schrott. Aber wir hatten keine Wahl. Die Pension Kahama war die Wahl für die Nacht. Nach näherem Sondieren war dann doch nicht alles ganz so schlimm, denn es gab einen Innenhof, der überdacht und begrünt war. Und es gab Familienanschluß. menschlicher und tierischer Art. Die Chefin des Hauses und Herbergsmutter war mit Martha gleich ganz dicke. Für Martha ist es der letzte Abend mit uns. 2 1/2 Wochen begleitet sie uns nun schon durch ihr Angola. Sie kam als Fremde und geht als Freundin.
    Martha gab ihr Abschiedsessen und gegrillte Hühnerbeine, Spinat, Tomatensoße und Papp (Maisgries) füllte die Teller. Lecker wie immer.
    Dann kam die Nacht und der offzielle „Zerstörer der Nachtruhe“ hatte seinen Auftritt. Mitten in der Nacht -nach ersten Gerüchten bereits um 0.30 Uhr- schrie der Hausgockel sein erstes „Kikkerikiii“ in die Nacht. Und dies nicht leise und zurückhaltend wie es sich für einen Gockel-von-Welt gehörte, sondern laut, ausdauernd und in regelmäßigen Abständen. Und dies nicht etwa einem gewissen Abstand zu unseren Zelten wahrend, sondern mittendrin! Der schrie sich echt den Hals raus und unsere Nacht war -für viele- gelaufen. Ich darf für mich sagen, dass ich sehr gut geschlafen habe. Zwar schon um 5.00 Uhr aus den Federn, aber auf jeden Fall ausgeschlafen.
    Seit 5.30 Uhr sitze ich nun an der Hauptstraße und beobachte das morgendliche Treiben. Jetzt gerade laufen drei Esel auf der Fahrbahn. An der Bushaltestelle warten Menschen auf Transport. Nebendran grast eine Herde Ziegen. Vereinzelt laufen JoggerInnen über den Asphalt. Es ist schon einiges los hier um diese Uhrzeit.
    Und, der offizielle „Zerstörer der Nachtruhe“ ist immer noch am Zerstören selbiger.
    Gehe nun zurück ins Lager. Vielleicht hat Micha schon einen Kaffee gemacht.
    Falls das mein letzter angolanischer Post ist, verabschiede ich mich und ziehe als Resümee: Angola ist eine Reise wert. Tolle Landschaften. Ursprüngliche Stämme. Nette Menschen. Und für mich das Schöne: Alles nicht perfekt. Alles im Umbruch/Aufbruch. Alles easy. Viel zu entdecken. Einziger Nachteil: Müll, Müll, Müll. Bis in die letzte Ecke, Busch, Strand: Plastik(Müll).

    Wünsche Allen alles Gute!
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    Trip end
    November 24, 2024