Regenzeit & Pension mit Familienanschluß
November 18, 2024 in Angola ⋅ ☁️ 26 °C
Letzter Tag in Angola. Ab heute Nachmittag gibt‘s keine Nachrichten mehr, da wir -so der Plan- wieder in Namibia sind. Und in Namibia geht Internet nur mit namibianischer Sim-Karte.
Nun zum gestrigen Tag. Die Wassermassen zwangen uns ja zu Plan B und einem großen Umweg zurück nach Namibe.
Heute morgen ging‘s in Namibe erst mal zum Reifendienst des Vertrauens. Micha gingen langsam aber sicher die Ersatzreifen aus. Und ohne Ersatzreifen ist Afrika nur halb so spannend. Während Micha den Ersatzreifen prüfen und reparieren lies (neues Ventil) pumpten wir wieder Luft in unsere Reifen, denn ab sofort geht’s auf geteerten Straßen Richtung Namibia. Und für Teer brauchen wir genügend Druck in den Rädern.
Los ging die wilde Fahrt über Lubango ins Gebirge und über die Hochebene.
Dass die Regenzeit naht bzw. schon da ist, war deutlich am Himmel ab zu lesen. Was für ein Spektakel. Am ganzen Himmel. Wolkentürme hell bis schwarz. Blitze und Regenfahnen über‘m ganzen Land. Der Himmel änderte laufend Form, Formation und Farbe. Absolut spektakulär. Spektakulär verlief auch die Suche nach einem Camp für die Nacht. Wir waren spät dran. Die Strecke zog sich und zog sich. Ziel ist es so gegen 16.30-17.00 Uhr ein Camp zu beziehen bzw. auf zu bauen. Das finden eines geeigneten Platzes ist allerdings entlang einer Hauptverkehrsader nicht so einfach. Zu viel menschliche Behausung, zu wenig (keine) Campingplätze, Hotels o.ä.. Ein erster Versuch einen Platz zu finden landete in einem Steinbruch. Ein Gelände mit riesigen geschnittenen, kubischen Granit/Marmorblöcken. Es sah aus als hätte eine Riese mit riesigen Würfeln gespielt. Wir waren schon dabei uns Stellplätze zu suchen, als Micha ein „Wartet mal kurz!“ ausgab. Martha hatte via Telefon einen Kontakt zu einer Pension bekommen, die Platz für Autos/Zelte hätte und auch noch vier Zimmer. Zimmer klingt immer nach Bett, Toilette und Dusche, quasi die Verheißung nach Zivilisation. Beschluss gefasst, aufgesattelt und los ging‘s in den 65 km entfernten Zielort Cahama. Es war schon dunkel als wir in Cahama ankamen. Und ja, wir fanden auch die Pension. Tatsächlich war diese auf den ersten Blick äusserst afrikanisch. Alles etwas in die Jahre gekommen und irgendwie ein Sammelplatz für Schrott. Aber wir hatten keine Wahl. Die Pension Kahama war die Wahl für die Nacht. Nach näherem Sondieren war dann doch nicht alles ganz so schlimm, denn es gab einen Innenhof, der überdacht und begrünt war. Und es gab Familienanschluß. menschlicher und tierischer Art. Die Chefin des Hauses und Herbergsmutter war mit Martha gleich ganz dicke. Für Martha ist es der letzte Abend mit uns. 2 1/2 Wochen begleitet sie uns nun schon durch ihr Angola. Sie kam als Fremde und geht als Freundin.
Martha gab ihr Abschiedsessen und gegrillte Hühnerbeine, Spinat, Tomatensoße und Papp (Maisgries) füllte die Teller. Lecker wie immer.
Dann kam die Nacht und der offzielle „Zerstörer der Nachtruhe“ hatte seinen Auftritt. Mitten in der Nacht -nach ersten Gerüchten bereits um 0.30 Uhr- schrie der Hausgockel sein erstes „Kikkerikiii“ in die Nacht. Und dies nicht leise und zurückhaltend wie es sich für einen Gockel-von-Welt gehörte, sondern laut, ausdauernd und in regelmäßigen Abständen. Und dies nicht etwa einem gewissen Abstand zu unseren Zelten wahrend, sondern mittendrin! Der schrie sich echt den Hals raus und unsere Nacht war -für viele- gelaufen. Ich darf für mich sagen, dass ich sehr gut geschlafen habe. Zwar schon um 5.00 Uhr aus den Federn, aber auf jeden Fall ausgeschlafen.
Seit 5.30 Uhr sitze ich nun an der Hauptstraße und beobachte das morgendliche Treiben. Jetzt gerade laufen drei Esel auf der Fahrbahn. An der Bushaltestelle warten Menschen auf Transport. Nebendran grast eine Herde Ziegen. Vereinzelt laufen JoggerInnen über den Asphalt. Es ist schon einiges los hier um diese Uhrzeit.
Und, der offizielle „Zerstörer der Nachtruhe“ ist immer noch am Zerstören selbiger.
Gehe nun zurück ins Lager. Vielleicht hat Micha schon einen Kaffee gemacht.
Falls das mein letzter angolanischer Post ist, verabschiede ich mich und ziehe als Resümee: Angola ist eine Reise wert. Tolle Landschaften. Ursprüngliche Stämme. Nette Menschen. Und für mich das Schöne: Alles nicht perfekt. Alles im Umbruch/Aufbruch. Alles easy. Viel zu entdecken. Einziger Nachteil: Müll, Müll, Müll. Bis in die letzte Ecke, Busch, Strand: Plastik(Müll).
Wünsche Allen alles Gute!Read more


















Tolle schreibe [Kay]
Toller Reisebericht! Gute Heimreise! [Willi]
Traveler
Vielen Dank für die tollen Geschichten und die dazu gehörenden Bilder. Weiterhin viel Erfolg in Namibia