Manchmal kommt es anders als geplant
November 17, 2024 in Angola ⋅ ☁️ 21 °C
5.30 Uhr. Die Nacht-der-Skorpione liegt hinter uns. Der Tag im Busch erwacht und ich mach mich auf den Berg hinauf. Wunderbar! Die schönste Zeit des Tages. Wenn die Nacht geht und der Tag kommt. Nur die Rufe, Gesänge und Geräusche der Tiere begleiten die ersten Sonnenstrahlen. Eine sehr schöne Landschaft breitet sich zu meine Füßen (ich auf‘m Berg) aus, Es hat etwas erhabenes, etwas mystisches, hier oben zu sitzen und Landschaft, Geräusche und den kommenden Tag in sich auf zu nehmen.
Nur das Meckern einer Ziege stört. Wo ist sie denn? Meine Augen suchen den Busch ab. Da sehe ich sie. Auf den Rücken eines Einheimischen geschnallt. Und der biegt auch noch in Richtung unseres Camps ab. Na da bin ich mal gespannt. Wie ein heimlicher Voyeur sitze ich auf‘m Berg und beobachte die Szene. Was will der Mann mit der Ziege bei uns. Frauen kaufen (bekanntlich sind Ziegen das hiesige Zahlungsmittel hierfür)? Milch verkaufen? Die ganze Ziege verkaufen?
Bis er am Lager ist steht Martha schon da und ist ebenfalls gespannt auf dessen Begehr. Die Konversation kann ich nicht hören, nur sehen wie der Eingeborene inklusive Ziege wieder abmarschiert.
Als ich vom Berg runter kam, hieß die Antwort: Er wollte die Ziege verkaufen.
Ziege stand/steht jedoch nicht auf unserem Speiseplan, so dass wir seinen Wunsch nicht erfüllen konnten.
Nach dem Frühstück ging‘s zu einem nahen Mucubal Dorf und zu Felszeichnungen. Die Dorfbewohner (nur Frauen, Kinder und ein alter Mann) waren -leider- aufdringlich geschäftstüchtig. Obwohl wie ihnen Brot, Wasser und anderes essbares mitbrachten (die üblichen Gastgeschenke) wurde immer wieder Geld gefordert wenn wir Fotos machen wollten. Etwas genervt brachen wir den Besuch ab und gingen zu den Felszeichnungen. Auf dem Rückweg passte uns die Chefin des Dorfes ab und wollte uns unbedingt ins Dorf locken. Wir winkten jedocj ab. Martha, Andreas und Regine waren jedoch die letzten unserer Truppe und penetrant bearbeitet. Die Geschichte war, dass die Männer -die nicht anwesend waren- bei ihrer Rückkehr anhand der Fuß- und Reifenabdrücke sehen würden, dass Fremde im Dorf waren und die Frauen fragen würden wieviel Geld sie von den Fremden bekommen hätten. Wenn die Freuen kein Geld vorweisen könnten würde es Prügel geben (so Martha). Puuhh, das war natürlich harter Tobak und na ja, für uns ist das ja nicht viel Geld. Und so gab Andreas der Mucubal Frau 5.000 Kwanzas (5€) und damit hatten wie unsere Schuldigkeit getan.
Nachdem wir unser Lager zusammengeräumt hatten ging‘s in Richtung Südosten, Richtung Berge. Wir fuhren schon einige Zeit als unser Weg jäh durch fließendes Wasser unterbrochen wurde. In der Nacht hatte es in den Bergen geregnet und ein ansonsten trockenes Flußbett wurde zum Strom. Das war ein echtes Problem. Der Fluß war mindestens 80 m breit. Micha, der Mutige, ging rein, um zu testen wie tief und wie der Untergrund sei. Ergebnis: Knietief und schlammig. Mit Knietief hätten wir leben können, aber mit schlammigem Untergrund: tödlich!
Da standen wir nun etwas bedröppelt und überlegten Was nun? Wohin? Wie? Wir brauchten Brücken. Und die sind hier in Angola Mangelware. Nach Kartenstudium und Abwägen aller Möglichkeiten war der einzige gangbare Weg wieder zurück Namibe am die Küste. Eine Tagesfahrt an den Ausgangspunkt unserer Tour vor zwei Tagen. So war das nicht geplant! Aber das ist Afrika und so ist das Leben!
Nach hartem Ritt über die Pisten und Steine kamen wir Spätnachmittag in Namibe an. Das Glück war uns in Form des Oasis Campingplatzes nebst Bar und Restaurant hold. Ein Platz direkt am Strand mit Dusche, Bar und Internet.
So darf der Tag enden!
Und die Nacht beginnen!
Ä guet‘s Nächtle 💫Read more





















TravelerLieber Meinrad, vielen Dank für Deine ausführlichen Beschreibungen. Es ist wirklich spannend Euch aus der Ferne zu folgen, ohne Immodium. Allen Erkrankten gute Besserung und euch noch eine angenehme Zeit und viele tolle Eindrücke. Wir freuen uns auf Deine weiteren Berichte!