• Die wahren Helden fahren dicke Dinger!

    9 maggio 2025, Malawi ⋅ ☀️ 26 °C

    Der Kaffee ist heiß, der Tisch gedeckt und die Wellen des Lake Malawi plätschern gemächlich an‘s Ufer. Ein idyllisches Bild!
    Das ist allerdings nur das finale Bild nach zwei heftigen Tagen auf Malawis Straßen.
    Gestern fuhren wir in Lilonge los. 338 km lagen vor uns bis zum Ziel „Flame Tree Lodge“ direkt am Malawisee. Acht Stunden später bog ich in die fantastisch gelegene jedoch deutlich in die Jahre gekommene Lodge ein. Acht Stunden, in denen meine linker Oberschenkelmuskel kurz vor‘m krampfen war und mein linker Arm ein „Schalt-Trauma“ hatte. Empfehlung: Nie mit einem Schaltwagen durch Afrika fahren. Horror bzw. das ist Leistungssport!
    Die Straße aus der Hauptstadt Lilonge raus waren gut und neu. Aber schon nach wenigen Kilometern gerieten wir in das „Aufbau Malawi“ Programm (so hab‘ ich‘s getauft). Die wichtigsten Verbindungsstraßen, die Lebensadern, sind in einem sehr miserablen Zustand. Es gibt weitaus mehr Löcher und Abbruchkanten als zusammenhängend befahrbare Spuren (egal ob Teer oder Piste).
    Aber, da gibt einen großen Sponsor der viel, viel Geld hat und dies liebend gerne den afrikanischen Freunden spendet. Genau! Ich spreche von der EU! Unsere allseits heiss geliebte Europäische Union ist der Geldgeber für dieses riesige Infrastrukturprojekt, welches alle lebenswichtigen Schlaglochpisten in befahrbare Straßen umwandeln soll. Und wer baut die Straßen? Genau: Die Chinesen! Bei allen Baustellen/Bauabschnitten sind jede Menge einheimische Arbeitskräfte am Werkeln und irgendwo am Rande oder auf einer Maschine sitzt ein Chinese. Zu erkennen an den breitkrempigen Sonnenhüten, der passiven Arbeitshaltung (er deligiert / beaufsichtigt / weisst an) und dem asiatischen Gesichtsausdruck. Das war echt überall so. Gestern und heute. Große Baustellen, viele Arbeitet und 1 Chinese.
    Wie bei uns, veranlassen solche Großbaustellen immer Verkehrsstress, Umleitungen und Staus. In Malawi kommt hinzu, dass die Straßen eh in einem katastrophalen Zustand, da sind die Umleitungen (Provisorien) noch viel schlimmer. Für uns im Pkw ist das schon eine echte Herausforderung. Aber Helden, die wahren Helden sind die Lkw Fahrer. Sie schleppen mit ihren Lkws alles lebensnotwenige ins Land und im Land herum. Sie sind oft so vollgepackt, dass man denkt die fallen gleich auseinander. Es werden die gängigen Marken gefahren. Scania, MAN, Volvo und einige, die ich nicht kenne, vermutlich chinesische Fabrikate. Und genau die voll beladenen, überladenen, Lkw quälen sich durch die gleichen Schlaglöcher wie wir. Die Berg schnaufen sie hoch als ob die letzte Stunde geschlagen hätte und bergab stinkt‘s und qualmt‘s. Die (original) Straßen sind eng und lassen oft keinen -befahrbaren- Platz für einen entgegenkommenden Lkw. Und es ist wirklich nicht übertrieben wenn ich sage, dass pro Kilometer mindestens 2 Lkw auf der Straße stehen, die irgendwelche Motor- oder Reifenproblem haben. Manchmal steht da win Lkw, an ein Rad/Felde weg ist aufgebockt ist. Es ist niemand zu sehen, weil der Lkw-Fahrer irgendwo unterwegs ist Ersatzteile/Reifen zu besorgen. Was diese Männer leisten sind echte Heldentaten.
    Und dann die kleinen Taxis/Busse. Viele, viele kleine Autos (kleine Siuzukis, Daihatsu etc.) dienen als Minibus. Wieviele Menschen in solch kleines Gefährt passen ist echt unglaublich. Eine zertifizierte deutsche Legehenne hat mehr Platz in ihrem Stall, als ein Fahrgast in diesen Minigefährten. Die sind immer überlasen. Immer! Und auch die schaukeln durch die Schlaglochpisten und kämpfen sich durch.
    Heute morgen lagen rd. 200 km vor uns. Verabschiedet aus der Flame Tree Lodge wurden wir von einem grandiosen Sonnenaufgang über dem Malawisee.
    Für diese 200 km brauchten wir 5 Stunden. Udo fuhr heute. Er war echt fertig. Schalten, kuppeln, überholen, ausweichen, bremsen und dass alles in permanenter Konzentration, das schafft selbst den routiniertesten Landy Fahrer. Unsere Mitfahrer, die alle Toyota mit Automatik und funktionierende Klimaanlage haben, haben „halben Spaß“.

    Hiermit endet mein Footprint vom Malawisee. Malawi ist ein sehr schönes Land (die Straßen ausser acht gelassen) mit super freundlichen Menschen.
    Morgen geht‘s nach Tansania.
    Der Grenzübergang soll angeblich der korrupteste unserer Reise sein.
    Ich werde berichten!
    Leggi altro