Tanzania - Welcome to Banana Paradise
10 maggio 2025, Malawi ⋅ ☀️ 26 °C
Malawi Adieu! Tanzania Willkommen!
Gestern war Grenzübertritt.
Kasumulu, so heißt er und wird als der korrupteste und stressigste Grenzposten Tanzanias bezeichnet.
Beides können wir (Udo und ich) nicht bestätigen. Andere aus unserer Gruppe schon.
Korruption ist allerdings bei niemandem aufgetreten. Während Udo und ich jedoch nach 1 1/2 Stunden durch waren, wurde es bei den anderen zu einem Ganztagesprojekt. Manchmal sind es Kleinigkeiten, die Zeit kosten bzw. Wirbel-Zeit-und-Geld koten. Aus einschlägiger Erfahrung haben Udo und ich von all unseren Papieren Kopien dabei (Pass, Führerschein etc.). Für uns war es nur ein Griff in unsere Dokumentenmappe und wie konnten das geforderte (Pass und Führerschein) präsentieren. Andere hatten nichts dabei oder nur digital auf dem Handy. Also mussten sie irgendwo in diesem Grenzpostengetümmel einen Kopierer finden -der funktioniert-, den Preis aushandeln, alles kopieren und dann wieder zurück. Da geht locker eine Stunde dafür drauf.
Zurück zu unserer letzten Nacht in Malawi. Nach der abenteuerlichen Fahrt über Schlaglochpisten in schöner Umgebung, bogen wie in am frühen Nachmittag in unser Camp „Kings Highway“ ein. Gelegen direkt am See machte es einen sehr guten Eindruck. Gepflegt und gut ausgestattet ist es eine gute Destination für alle Malawi Reisenden. „Kings Highway“ gehört bzw. wird betrieben von den Zeugen Jehovas. Das wissen wir, weil Carsten uns das gesagt hatte. Die Betreiber (ein weißes Pärchen) klopften jedoch nicht an unsere Zelttüren, um uns zu missionieren. Sie waren, freundlich und nett. Das ganze Camp war auch nicht so angelegt, als ob der Weltuntergang vor der Türe steht (wie es die Zeugen Jehovas schon oft vorhergesagt hatten), sondern machte den Eindruck als solle es noch lange auf dieser unserer Erde verweilen.
Abends gab es Lagerfeuer am Strand und wieder mal ein leckeres Essen von Christoph. Satt, zufrieden und müde ging ich ins Bettchen. Es hätte eine angenehme Nacht werden können, wenn, ja wenn es nicht angefangen hätte zu regnen. Mein Zelt ist ein gutes Zelt für Sommer und Sonne. Aber Regen? Da war ich mir nicht so sicher. Und so lag ich im Zelt, wach, lauschte dem Trommeln der Regentropfen und war ängstlich gespannt ob meine „sweet home“ Regen abkann. Von oben und von der Seite kam nichts. Aber irgendwann merkte ich wie meine Matratze in höhe meines Allerwertesten feucht wurde. „Sch…e! Das kann doch jetzt nicht wahr sein!“ Und es wahr. Die Nässe kam durch den Zeltboden. Das Gute am Schlechten war, dass es nur meine Hüftregion betraf. Oberkörper und Füße blieben trocken. Aber da gibt es nix zu beschönigen, es war eine beschissene Nacht. Schon vor fünf Uhr war die Nacht für mich rum, Ich ging duschen ohne Licht, mit kalten Wasser (die Zeigen Jehovas sind umweltbewusst und sparen Strom und Energie) und begutachtete dann das Malheur. Der Boden des Zeltes war nass, die Matratze feucht und an einer Stelle durchweicht. Mein Schlafsack war an einzelnen Stellen nass. Insgesamt ein überschaubares Schadensbild. Die Lösung für die Zukunft sind Planen. Eine Plane auf den Zeltboden und wenn‘s dicke kommt noch eine Plane über das Zelt geworfen. Das sollte reichen.
Wie sich herausstellte war ich nicht der Einzige mit einem Nässeproblem. Bei einem anderen Auto war das Dachzelt undicht und die beiden schliefen auf einem Wasserbett. Hört sich lustig an, aber ist ein ernsthaftes Problem. So eine Dachzeltmatratze wieder trocken zu bekommen braucht Zeit und viel Sonne.
Udo und ich hatten ausgemacht so früh als möglich auf zu brechen, damit wir für den bevorstehenden Grenzübertritt genügend Luft nach hinten hatten. Gesagt, getan! Unser Landy steuerte in wunderbarer Morgensonne und sehr schöner Landschaft auf die Grenze zu.
Schon weit vor der Grenze kündigte sich diese in einer schier endlosen Schlange an Lkw‘s an.
Im Prinzip geordnet und doch vollkommen chaotisch stehen die Lkw‘s rum. Einer hatte eine Motorproblem und stand mitten auf der Fahrbahn. Andere Lkw‘s bugsierten drum herum, wir mittendrin und irgendwie ging‘s.
Und dann sind wie rein in dieses chaotische und trotzdem irgendwie funktionierende Grenzgebebiet. Überall Matsch, Lkw‘s, Menschen, Tiere. So richtig afrikansich. Chaotisch, lässig, aber doch funtionierend.
Gleich bei der Zufahrt zum malawischen Grenzposten winkte uns ein Mann heran. Um den Hals trug so eine Erkennungs/Identifizierungsmarke. Aha, dachten wir, ein Offizieller. Andrew, so hieß er, war war ein Versicherungsagent. Dieses System war uns schon von sambisch-malawischen Grenze bekannt. Da Tanzania auch eine Pflichtversicherung für jedes Fahrzeug fordert, muss jedes Fahrzeug an der Grenze einen Versicherungsvertrag abschließen. Das machen Jungs wie Andrew. Aber sind weit mehr. Sind sind -jedenfalls unser Andrew- ein helfender Engel in diesem verwirrenden System von Immigration und Verzollung und Parkchaos und Währungschaos. Für uns war‘s echt easy. Andrew kümmerte sich um alles. Perfekt! Und so waren nach 1 1/2 Stunden aus Malawi raus und in Tanzania drin. Ohne Korruption bzw. nicht mal den Anschein von Korruption. Andrews‘ Gebühr waren 20$! Das ist kein Geld für die Zeit und die Nerven, die er uns gespart hat. Nach der Grenze ging‘s dann rein ins neue Land, rein nach Tanzania. Ziel war ein Wildniscamp an einem Kratersee. Auf dem Weg dahin fuhren wir durch Wälder an Bananenstauden. Bananen, Bananen, Bananen! Wer im Himmels Willen ist all diese Bananen? Zwischendrin gab es auch Hänge mit Teepflanzen. Alles sehr schön anzuschauen, wenn nicht dicke, fette Regenwolken sich über die Region senkten. Dann begann‘s zu regnen! Stark und dauerhaft! Die Aussicht eine weitere Nacht im nassen Zelt auf nasser Matratze zu verbringen, trug nicht zu Erheiterung der Stimmung bei.
Von den anderen unserer Gruppe wussten wir, dass diese noch am Zoll festhingen. Es bestand die Möglichkeit/Gefahr, dass sie es nicht bis zum Einbruch der Nacht schaffen würde. Um mein Nass-Schlecht-Schlaf-Problem zu beheben entschloss ich mich nach einem Hotel oder Herberge Ausschau zu halten. Und siehe da, im Kukuye steht das Landmarkhotel und dieses Hotel war offen und hatte jede Menge Zimmer. Perfekt! Ich informierte die Gruppe, dass Udo und ich für diese Nacht ins Hotel ziehen würden.
Und so geschah‘s, dass ich heute morgen diese Zeilen tippe, in einem großen warmen Bett liege und gleich zum Frühstück gehe.
Der Gedanken mit Hotel fand in unserer Gruppe noch weitere Anhänger, so dass das Landmark diese Nacht wohl dem Umsatz des Jahres macht/machte.
Wünsche allem einem guten Start in die Woche!
P.S. Ich bitte nochmals alle meine Tippfehler zu entschuldigen. Meine zwei Daumen sind vom der Evolution nicht auserkoren worden, um meinen Wortschwall zu tippen. Sie tun ihr bestes, aber sind nicht perfekt.Leggi altro












