Mbeya! Fest f.d.Augen-Horror f.d.Atmung
12 maggio 2025, Tanzania ⋅ ⛅ 21 °C
Old Farmhouse Kisolanza! Da sitze ich nach einer weiteren 6-stündigen wilden Fahrt.
Die letzten zwei Tage haben wir Kilometer gemacht auf Tansanias Straßen. Die Straßen entsprechen durchaus der Qualität der bundesdeutschen Landstraßen. Die Verkehrsregeln sind sicherlich die gleichen wie bei uns, die Auslegung, die Auslegung ist jedoch sehr, sehr anders. Durchgezogene weiße Linien, sind lediglich optische Akzente auf schwarzem Teer. Bedeutung haben sie keine. Auch der Überholvorgang bei Gegenverkehr wird nur daran bemessen, ob der Entgegenkommende vier Räder hat und ob er stärker ist als man selbst. Alles andere ob Fahrräder, Motorräder, Menschen oder Tiere haben keine Bedeutung, der Überholvorgang wird selbstverständlich durchgezogen. Wir hatten die Situation, dass wir zwei Lkw vor uns hatten. Wir setzten zum Überholvorgang ein, als der vor uns fahrende ebenfalls zum Überholen des ersten Lkw ansetzte. Da gab‘s nur eines: Gas geben! An einem Punkt waren wie alles drei auf gleicher Höhe. Der 1. Lkw auf der Fahrspur, der 2. Lkw über der Überhol-/Gegenspur und wir als Landy-Turbo auf dem Standstreifen. Und das bei 80 kmh. Es funktioniert! Bei all dem toleranten Auslegen aller Regeln passiert nichts. Wir haben bis dato keinen einzigen Unfall gesehen! Das einzige was die ganze Karawane bremst sind die Speedbumps. Aber nur dann, wenn die Speedbumps so hoch sind, dass das Auto fast auseinanderfliegt wenn man „d‘rüber gleitet“. Ansonsten ist der rechte Fuß stets am Gas! Udo hatte während der Fahrt einen Krampf im rechten Fuß bekommen, obwohl er nicht gefahren ist. Wahrscheinlich hat er im Unterbewußtsein mit mir Gas gegeben 😁!
Gestern Abend übernachteten wir in der Utengule Coffee Lodge. Ein wunderbarer Platz mit Annehmlichkeiten, die dem Europäer die Seele streicheln. Heimelig und authentisch eingerichtet. Sehr gute Küche und gute Auswahl an Weinen. Und Zimmer! Meine Matratze ist immer noch feucht und gestern regnete es wieder. Ergo: feste Wände und ein Dach. Wirklich sehr, sehr hübsch.
Hübsch ist nicht der Ausdruck, den ich für die Fahrt durch Mbeya verwenden kann. Eine große Stadt mit einer Hauptstraße und irrsinnigem Verkehr. Hinzu kommt, dass die neben der alten eine neue Straße gebaut wird. Die ganze Durchfahrt ist eine Baustelle. Und alles trifft sich und benutzt diese Baustelle. Das berühmte Nadelöhr. Es bedürfte eines extra Beitrages um zu schildern wie‘s da zugeht. Wir standen im Stau vom vorne bis hinten. Für die Augen war das Durchfahren ein Fest. So viele Eindrücke! So viele verschiedene gleichzeitig stattfindende Ereignisse. Fantastisch! So reizüberflutend für die Augen, so herausfordernd war‘s die Nase und die Atmung. Die Luft war ein Gemisch aus Abgasen aller Viertakter. Hinzu kam der Geruch der Abgase der Tuk-Tuk-Dreiräder und Motorräder. Dann die Kochfeuer entlang der Straße. Der Geruch von aufgerissener frischer Erde und von altem dreckigen stinkendem Schlamm. Und dann natürlich der Duft der tausenden Menschen, die unterwegs sind.
Eine durchaus herausfordernde Geruchs- und Atemlage für die verwöhnten europäischen Organe.
Die Utengule Coffee Farm entschädigte jedoch vollumfänglich! Nach einer wunderbaren Nacht mit leckerem Essen, leckeren Wein, heißem Duschwasser, wunderbarem Bett, ging‘s heute Morgen weiter in Richtung Daressalam. Sechs Stunden Fahrt auf tansanischer Landstraße (wie oben beschrieben). Und jetzt das „Old Farmhouse Kizongula“. Eine Perle für die Reisenden. Abgeschirmt vom der Straße bietet es alle Annehmlichkeiten, die man/frau sich wünscht. Wir haben wieder Zimmer bezogen und genießen dieses „Luxusleben“.
Für heute soll‘s das gewesen sein.
Ich wünsche allen einen schönen Feierabend und eine geruhsame Nachtruhe 💫Leggi altro

ist hier auch so 🤣 [Reggin]




















