Serengeti: Gestrandet mit Wlan&Foodporn
17 maggio 2025, Tanzania ⋅ ☀️ 24 °C
Gestrandet! WLan! Satt!
Was ein Prolog für einen Samstagabend, an dem ich meine Daumen lange „quälen“ muss, denn es gibt durchaus etwas zu erzählen!
Wie im letzten Footprint geschrieben stand/steht die Erfüllung eines Kindheitstraumes an: Serengeti & Ngorogorokrater!
Während der Großteil unserer Truppe die Seelen auf Sansibar baumeln lässt, sind Udo und ich heute morgen um 4 Uhr aufgebrochen, um in den Nordosten Tansanias zu reisen.
Gebucht hatten wir über Carsten (Mr. Namibia) und dieser wiederum bei einem lokalen Reiseveranstalter. 4 Tage, 3 Nächte Serengeti und Ngorogoro Krater! Zwei Highlights, die ihresgleichen suchen.
Um vier Uhr war das Taxi am Camp. Um 5.20 waren wir am kleinen Inlandsflughafen von Dar Es Salaam. Viel zu früh! Um sechs Uhr wird das Gebäude geöffnet. Also mussten wir draussen auf den Parkbänken ausharren bis es soweit war. Da Udo und ich immer mit Engeln reisen, tauchte ein „Kaffee“Engel auf und erfreute uns mit heißem Kaffe ausserhalb der Öffnungszweiten. Warum das?
Wir hatten beim Ankommen unseren Taxifahrer gefragt, ob wir hier irgendwo einen Kaffee bekommen könnten. Der fragte herum und die Frage wurde verneint. Wir seien zu früh. Eine junge Frau hatte dies jedoch mitbekommen und wollte den zwei einsamen älteren Herren auf den kalten Metallbänken etwas Gutes tun und brachte uns zwei Tassen Kaffee. Das ist nicht nur sehr freundlich, das ist Weltklasse!!
Geflogen sind wir in einer Propellermaschine mit 12 Sitzplätzen. Der Flug nach Arusha war ruhig und angenehm. Ich hatte das Privileg, von meinem Fenster aus in Richtung Osten zu schauen. Aufgehende Sonne und den Kilimandscharo im Blick. Das ist schon speziell!
Im Arusha gelandet, wurden wir von Julius in Empfang genommen. Julius kannten wir zwar bis dato nicht, aber das Schild, welches er in der Ankunftshalle schwenkte, machte ihn als unseren „Freund-auf-Zeit“ erkennbar. Nach einem ersten Händeschütteln führte er uns zum Parkplatz , wo ein voll aufgemotzter Toyota Landcruiser Safari Edition uns erwartete.
Was für ein Paradies! Geflogen werden! Gefahren werden! Gefüttert werden! Welch wundervolle Aussichten für die nächsten vier Tage!
Der Plan war wie folgt: Von Arusha am Ngorogorokrater entlang fahren, durch das Massai Gebiet hindurch, in die Serengeti. Dort mittendrin in ein Tented Camp gehen, um uns in den nächsten vier Tagen zurück nach Arusha zu „arbeiten“. Guter Plan!
Der Plan hatte Bestand, und die Stimmung war gut, bis das verlässlichste aller verlässlichen Fahrzeuge, der Landcruiser - und zwar unser Cruiser -, mitten auf der Strecke am Kraterrand einmal kräftig hustete, dann röchelte, dann starb! Futsch! Aus! Fertig! Schöne Sch…e!!
Julius guckte zwar gekonnt unter die Kühlerhaube, aber vom Gucken erwachte der Cruiser nicht wieder zum Leben.
Fahrzeuge hielten und es wurde gefachsimpelt. Unter diesen Fahrzeugen war ein weiterer Cruiser, der mit zwei Guides und zwei Safarigästen besetzt, in unsere Zielrichtung fuhr. Julius musste die Sache mit unserem defekten Auto klären. Wir mussten weiter in die Serengeti. Dankenswerter Weise erklärten sich die zwei Safarigäste (die den Cruiser gebucht hatten) und die zwei Guides sich bereit, uns temporäres Asyl zu gewähren. Julius war erleichtert, wir waren erleichtert. Unsere Asylgeber (vor allem die Dame) war eher ambivalent einverstanden. Denn wie im wahren mitteleuropäischen Wohlstandsdasein, waren da Fragen und Bedenken: Wie lange bleiben die bei uns? Liegen die uns auf der Tasche? Können die sich integrieren? Stören die unser Leben/Pläne/Urlaub?
Tausend Fragen! Und wie lauteten die Antworten?!
Klar war, dass wir abends in unserem eigenen gebuchten Camp schlafen wollten. Auf der Tasche liegen mussten wir nicht, denn wir hatten Essen und trinken selbst dabei. Integrieren war einfach, denn das Touristenpaar waren Deutsche und einer der Guides konnte Deutsch sprechen. Pefekt! Der Asylaufenthalt sollte somit abends wieder erledigt sein.
So der Plan! Was uns, und auch den Guides nicht klar war, war die Lage unseres Camps in der Serengeti. Nach Sichtung unserer Buchung meinten die Beiden zwar, dass unser Camp in der Nähe des Camps ihrer Gäste (der Asylgeber) liege und deshalb alles easy wäre. Die uns abends erwartende Realität war durchaus eine andere.
Zunächst war aber Friede-Freude-Eierkuchen. Asylgeber, Asylsuchende und einheimische Guides fuhren frohen Mutes in die Weiten der Serengeti.
Und es war/ist wirklich so wie in den Filmen. Diese Weite. Diese Graslandschaft. Der Himmel, der so nah scheint. Die Vielfalt der Tierwelt. Diese riesigen Herden an Gnus, Zebras und Antilopen. Sehr, sehr schön!
Gegen 18 Uhr wurden unsere Asylgeber an deren Tented Campsite abgesetzt, um den verdienten Sundowner zu genießen.
Udo und ich waren auch bereit für den Sundower. Aber an unserer Campsite.
Dann ging‘s los. Die zwei Guides, die beim Lesen unserer Buchung noch genau wussten wo unser Platz war fingen an zu suchen. Ei-jei-jei, das wurde zu einer Art Schnipseljagd ohne Schnipsel. Wir fuhren hierhin. Wir fuhrem dorthin. Nirgendwo waren wir richtig. Die Jungs telefonierten und fragten andere Fahrer. Und wieder hierhin und dorthin. Nichts fühlte sich richtig an. Irgendwann jedoch meinten sie: „Yes! This is it!“
Hmmh, also ich empfand uns fehl am Platz, auf dem Camp, welches die Jungs als unser Endziel erkoren. Es waren zwar Leute da (Einheimische) aber keine anderen Safariautos. Es gab keine Rezeption zur Anmeldung und auch keine Feuerstelle -die es immer gibt- um die die Stühle für den Sundowner stehen. Und als der bemühte junge Mann (Rezeptionist) uns auf keiner Gästeliste fand, war klar: Wir sind hier falsch! Es war bereits spät (fast dunkel), unsere Asylgeber-Guides genervt, da sie ja auch nur jemand einen Gefallen taten, und wir, wir waren irgendwie so in „alles-egal-Hauptsache-Essen-Bett-Stimmung“. Unsere ungewollten Gastgeber versprachen sich via Telefon um unseren Status zu kümmern. Sie wollten mit dem Veranstalter klären, wo unser ursprünglicher Fahrer abgeblieben ist, wie es bei uns morgen weitergeht und wie wir bei ihnen unterkommen. Mehr konnten und wollten wir nicht erwarten. Wir sind die einzigen Gäste hier. Niemand da, ausser den Angestellten. Keiner hatte mit uns gerechnet. Wir waren/sind nicht eingeplant. Ein Safarizelt mit drei Himmelbetten durften wir beziehen. Dann wollten sie wissen wann wir Abendessen wollten? Häh?! Wie waren doch garnicht geplant! Ja, da sei so, aber Abendessen sei kein Problem. Na denn auf, dachten wir und begaben uns ins Essenszelt. Im Zelt ist/war für rund 50 Gäste eingedeckt. Nur zwei Plätze waren belegt. Unsere!
Anfangs machten wir uns noch über die Anzahl Besteck lustig. 1 Löffel, je zwei Gabeln, je zwei Messer. Volle Menü-Besetzung!
Es ging los mit einer Nudelsuppe. Vorzüglich!
Dann so ein kleiner Burger (ohne Brot) auf einer Art Kartoffelrösti. Genial! Dann Rinderfiletscheiben an Kürbispürree (Butternut). Lecker, Lecker, Lecker! Und als wir dachten alles sei nun rum, gab‘s noch ein leckeren Nachtisch.
Wir waren platt! Platt, weil wir papp-satt waren. Platt, weil wir das nie, nie, nie erwartet hatten.
Wir haben dann nach dem Koch gefragt. Der kam tatsächlich, und wir bedankten uns mit einem im Handschlag überreichten $-Schein.
Geniales Essen!
Ebenso genial: die Nachtgeräusche!
Ich sitze im „Prinzenzelt“ und tippe diese Zeilen. Die einzigen menschlichen Laute sind Udos gleichmäßige Atemzüge. Aber die tierischen Laute von jenseits der Zeltwand!!!Tiefes Grollen von Löwen aus unterschiedlichen Richtungen. Das Keckern der Hyänen. Vereinzelt Schreie von Nachtvögeln. Die Untermalung durch das Zirpen der Grillen.
Wie laut es ist wenn es ruhig ist!
Guten Nacht 💫
P.S. Morgen 9.30 soll ein neues Fahrzeug kommen und uns abholen.
S‘ bleibt spannend!Leggi altro























herrlich …..it‘s afrika 😅 [Reggin]