• Tuk-Tuk-Safari & Roadside Pictures

    27. maj 2025, Tanzania ⋅ ⛅ 26 °C

    Tuk-Tuk! Ein edles Gefährt!

    Udo und ich hatten uns im Hilltop Hotel einquartiert. Eine nette Bleibe hoch über dem Tanganjikasee. Wie schon geschrieben standen einige Besichtigungen auf dem Programm. Wir wollten aber nicht mit dem Landy in die Stadt fahren. Weg finden, Parkplatz suchen, alles ätzend.

    Aber wie sind wir mobil bei Sightseeing, Shopping und Spiel?
    Die Antwort knatterte auf den Innenhof unseres Hotels und war ein 3rädriges Tuk-Tuk. Alex, so der Name unseres Fahrers, war ein Mann in um die 30 (schätze ich). Er sprach kein Wort Englisch, nur Suaheli (Landessprache in Tansania). Mit Hilfe der übersetzenden Rezeptionistin gaben wir an wohin wir wollten und erkundigten uns nach dem Preis. Ziel war die Lodge Jacobsen, wo der Hauptteil unserer Truppe logierte. Dort gab es Abendessen. Wir vereinbarten mit Alex einen Preis für Hin-und-zurück von 10.000 Schilling (ca. 3,50 €). Ein wirklich günstiger Preis.
    Es war unsere erste Tuk-Tuk Erfahrung. Es wurde eine tolle Erfahrung. Diese kleinen Fahrzeuge sind erstaunlich. Mit ihren kleinen Rädern überwinden sie alle Hindernisse. Schlaglöcher, Bodenwellen, Steine, alles kein Problem. Drin sitzend muss man sich zwar gut festhalten, aber das geht gut.
    Das Schöne am Tuk-Tuk- fahren ist, dass man so nahe am Geschehen ist. So nahe an den Menschen, den Geschäften, dem Leben auf der Straße.
    Alex fuhr uns in die ca. 5 Kilometer entfernte Jabcosen Lodge. Es ging über Stock und Stein. Coole Sache! Wir vereinbarten mit Alex, dass er uns um 21 Uhr wieder abholen solle. Das war mutig, denn die Jacobsen Lodge liegt durchaus abgelegen und über die Zuverlässigkeit Alex‘ wussten wir nichts. Beim Eintreffen an der Lodge gab ich ihm den kompletten Fahrpreis von 10.000 Schilling. Ich wollte so eine Art Verpflichtung aufbauen uns wieder ab zu holen. Falls nicht hätten wir 5.000 Schilling verloren und für‘s Leben gelernt.
    Und was soll ich sagen, kurz vor 21 Uhr knatterte unsere Alex durch die Büsche und Bodenwellen. Perfekt! Das Vertrauensband war geschmiedet und wir buchten Alex für den nächsten Tag. Das war vorgestern. Die letzten beiden Tage sind wir immer mit Alex durch Kigoma gefahren. Wunderbare Art der Fortbewegung. „Unterhalten“ haben wir uns via google Online-Übersetzter. Geht! Aber nix für lange Lebensgeschichten.
    Ich habe viele Fotos gemacht, von denen ich nur 20 online stellen kann (maximale Bilderzahl). Immer wieder ein Highlight sind die farbigen Kleider/Tücher der Frauen. Die Männer sind eher nachlässig gekleidet (zweckmäßig, wenn man‘s positiv beschreiben will). Aber die Frauen, echte Farbknaller.
    Udo und ich sind mit Alex auch in den Markt von Kigoma. Viele, viele kleine enge Gassen mit vielen engen, kleinen Läden. Und es gab alles. Von Ladekabeln, über Lebensmittel, Haushaltswaren, Elektrogeräte… …und Stoffe! Ein riesige Auswahl von Stoffen in allen Farben und Mustern. Udo war am ehesten an einem Stoff interessiert. Ich denke ja immer „Oh Mann, ich muss das ja alles mitschleppen. Ich lass‘ mal lieber“. Udo fing an wie ein Einkäufer von Dior sich die einzelnen Stoffe und Muster zeigen zu lassen. Gleich war klar: Keine gewachsten Soffe. Und: Keine China Ware. Es ist nämlich so, dass die allermeisten Stoffe, die die Frauen um ihre wunderbaren Körper gewickelt haben, aus China stammen. Wir fragten explizit nach tansanischen Stoffen. Wir ernteten nur verneinendes Kopfschütteln. Unser Entschluß stand fest, wir kaufen keine China Ware. Wenn, dann nur afrikanisch. Bei einem Stand zog die Dame dann Stoffe aus Nigeria hervor. O.k., mit Nigeria konnten wir leben. Also wieder in den Shopping Modus umgeschaltet und geschaut, gefühlt und getastet. Via WhatsApp standen wir auch mit Damen aus dem heimischen Europa in Verbindung, da wir wussten, dass sie an afrikanischen Stoffen interessiert sind.
    Schlußendlich wurden es drei bunten Stofftücher. Eines für Udo, eines für eine Dame in D und eines für mich. Was ich mit dem Stoff mache? Keine Ahnung. Tischtuch, Kissenbezug, Überdecke oder Unterwäsche. Die Verwendungsmöglichkeiten sind vielfältig.
    Zufrieden mit der Ausbeute und dem Erlebten fuhren wir zurück in unser Hotel. Wir verabschiedeten Alex in seinen tansanischen Alltag und wir uns zum Mittagessen ins Restaurant.

    Nun hab ich 3 Berichte geschrieben. Noch viel mehr spukt in meinem Kopf herum, aber die Konzentration und meine Finger sagen: s‘reicht!
    So sag auch ich: s‘reicht und verabschiede mich mit dieser Folge 3 aus Kigoma.

    Morgen geht‘s in Richtung Süden. Kigoma war der nördlichste Punkt unsrer Reise. Von nun an geht‘s bergab.

    Was wir auf dem „bergab“ fahren erleben? Wer weiß?!

    Sicher ist: s‘bleibt spannend.
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