Welcome back to 1st World Africa
14 Jun 2025, Zimbabwe ⋅ ⛅ 12 °C
Sonntag, 11.30 Uhr!
Wir fahren auf einer Straße ohne (!!!) Schlaglöcher. Die Beschilderung ist lesbar, die Fahrbahnmarkierungen ebenso. Die anderen Verkehrsteilnehmer halten sich weitestgehend an die Regeln und ich hab gestern einen Strafzettel für „Speeding“ bekommen.
Was das alles in Summe bedeutet?
Wie sind in der 1sten Welt der Dritten Welt angekommen.
Wenn Afrika Dritte Welt ist, dann ist Botswana quasi Erster unter den Dritten.
Seit gestern sind wir wieder in Botswana. Einem reichen (Diamanten, Gold, Tourismus,Landwirtschaft) und vor allem politisch stabilem Land.
Wenige Faktoren reichen aus, um ein Land aus dem Niedergang heraus zu holen.
Grundvoraussetzung ist hierfür tatsächlich das Fehlen von Korruption (wahrscheinlich gibt‘s versteckte) und politische (friedliche) Stabilität.
Wir hatten/haben innerhalb von einem Tag beides erlebt. Niedergang = Zimbabwe und Prosperität = Botswana.
Und so wandeln wir die nächsten drei Tage weiter Paul Graetz Spuren. Jetzt jedoch auf der Route durch Botswana.
Während sich unsere Straßenbelagsprobleme mit dem Grenzübertritt aufgelöst haben, musste Paulchen anno dazumal weiterhin mit der Widerwärtigkeit der hiesigen Fauna, Flora, Wetter, Wind und „Wilden“ kämpfen.
Nachdem sich sein Status von „Pleite“ auf „Knapp vor der Pleite“ durch die Spenden verbesserte, ging‘s auch für ihn in Richtung Garbarone. Garbarone, heute Hautpstadt, war damals lediglich eine Bahnstation mit Plumpsklo. Bahnstation bedeutete jedoch immer auch Kommunikationsstation. Die Bahn brachte Material, Briefe, Informationen. Es konnten Nachrichten aufgegeben und empfangen werden. Da die Bahngleise ein verlässlicher Parameter für Wege in die Zivilisation waren, und links und rechts der Gleise die Flächen gerodet waren, fuhr Paul Graetz mit seiner Wundermaschine so oft es ging entlang oder auch auf den Gleisen.
Das Auto vom Paul Graetz war ja ein Unikat. Es wurde in Gaggenau, im späteren Unimog Werk, gabaut. Das Fahrzeug selbst gibt es nicht mehr. Carsten nimmt an, dass in den Wirren des 1. Weltkrieges verschrottet bzw. ausgeschlachtet wurde. Auch über die PS-Zahl herrscht keine exakte Kenntnis. Irgendwas zwischen 30 und 50 PS soll der Wagen gehabt haben. Verbrauch lag - lt. Carsten - bei ca. 10 Liter.
Sodele, nun reicht‘s mit dem „täglichen Graetz“.
Hier in der Gruppe passieren jeden Tag kleine Geschichten, die erzählt werden wollen.
So z.b. die Geschichte über eine Gas Verpuffung in unserem Küchentrailer oder die Geschichte des Überfahens eines Reisepasses im Niemandsland zwischen zwei Grenzen.
Dieses und andere Geschichten zu einem späteren Zeitpunkt.
Jetzt muss ich erst mal wieder meinen Daumen eine Pause gönnen.
Ausserdem -viel wichtiger- Udo ruft nach einem Apfel. Und so werde ich mich jetzt am das Schälen eines ebensolchen machen.
Wünsche einen schönen Sonntag!Baca lagi















