Indien ohne Menschen? Aber Hallo! Klaro!
23. november 2025, Indien ⋅ 🌙 12 °C
Hier kommt nun Teil 2 mit Weltwunder und Ratsch&Tratsch aus dem Mogul Palast.
Adi und ich drehten dem vernebelten Taj Mahal den Rücken und machten uns auf, die Rote Festung zu erobern.
Als Transportmittel für diesen Eroberungszug wählte Adi die nagelneue U-Bahn von Agra aus. Er meinte, dass der Zug bestimmt ganz leer sein. Ich erwiderte, dass ich mir einen leeren Zug in Indien nicht vorstellen können.
Die U-Bahn Station liegt direkt am Osteingang des Taj Mahal. Alles sauber und gepflegt... ...und... ...menschenleer! Aber so was von menschenleer! Ausser den Bediensteten keine Menschenseele. Kein einziger Fahrgast! Und das im Land mit über 1 Milliarde Einwohner. Über der Erde brummte der Verkehr mit Autos, Mopeds Tuk-Tuks, Fahrräder, Fußgänger, Kühen, Hunden... ...und hier... ...gähnende Leere!
Eine echtes Wunder am Platz des Weltwunders Taj Mahal.
Am Gleis niemand, gar nie mand! Der Zug fuhr ein. Die Türen gingen auf. Kein Mensch stieg aus! Nur wir beide stiegen ein. Und wir waren tatsächlich die einzigen lebenden Wesen in dieser super sauberen Bahn.
Ich fragte Adi an was es liege, dass hier so leer sei. Adi meinte, dass die Menschen über der Erde das Gefährt unter der Erde ablehnten. So kauen z.b. viele Inder Kautabak. Kautabak erhöht den Speichelfluß, so dass Kautabak kauende Menschen ständig am Spucken sind. Spucken ist über der Erde keine Problem. Hier unten in der Bahn absolut verboten. Also fahren sie nicht. Die Menschen oben würden sich lieber zu dritt, zu viert in ein Tuk-Tuk quetschen als die Treppen hierunter zu laufen. Am Preise liege es auf keinen Fall. Unsere Fahrkarte kostete 0,10€!!
Tolle Sache, die Bahn. Jedoch von den potentiellen Fahrgästen - noch - abgelehnt.
Nach kurzer Fahrt waren wir an der Station "Rote Festung" angekommen. Wir stiegen aus. Keine Menschenseele stieg ein. Schräge Sache!
Die Rote Festung! Bestehend aus roten Ziegeln im Großteil der Anlage und Marmor im kleineren Teil. Jahrhunderte lang war sie Herrschafts- und Wohnsitz der Mogule von Indien. Hier lebte auch jener Shah Jahan, der das Taj Mahal in Andenken an seine geliebte Frau Mumtaz erbauen lies. Tolle Anlage und ein MUSS eines jeden Besuchers in Agra.
Die rote Festung hat einen Umfang von 2,4 Kilometer und ist in der Grundform als Hufeisen angelegt. Besichtigen darf man ca. 20% der Anlage. Die restlichen 80% sind entweder stark renovierungsbedürftig oder werden auch heute noch vom Militär genutzt. Die Festung umgeben zwei Burggraben, wobei einer als Wassergraben ausgelegt war. In diesem lebten zur Freude aller Badewilligen jede Menge Krokodile. Wer die Krokodile überlebt hatte und in den zweiten -trockenen- Burggraben kam, der durfte jede Menge Tiger streicheln. So waren die äusseren Bereiche durch Krokodile und Tiger geschützt.
Einer der Erbauer der Roten Festung war der Vater unseres bereits bekannten Shah Jahan. Der wiederum liebte Frauen. Genauer gesagt 20 Ehefrauen gab er das Eheversprechen und des Gelöbnis auf ewige Treue. Die spannendste der 20 Ehefrauen ist die Letzte, die zwanzigste. Ihr Name war Noor Jahan. Noor Jahan bedeutet übersetzt "Licht der Welt". Ist das nicht ein schöner Name.
Schön im Sinne von bildschön war sie anscheinend auch. Es verlangte den Mogul so nach ihrer Schönheit, dass er sie unbedingt heiraten wollte. Da gab‘s nur ein Problem. Noor war bereits verheiratet. Tja, Pech gehabt. Allerdings, "Inshallah" starb der Ehemann bedauerlicherweise bei einem Jagdunfall. Also echt, das Schicksal nimmt doch manchmal seltsame Wendungen.
Der Weg war für Noon und den Mogul nun frei das Ehegelöbnis abzulegen. Gesagt getan.
Zur Hochzeit schenkte der Mogul Noon eine riesige Schüssel, die aussieht wie eine Tasse (ist in den Fotos). Diese Schüssel war bis zum Rand gefüllt mit Schätzen aus dem gesamten Mogul Reich. Das war mehr als so manche Briefmarkensammlung wert ist. Moon gefiel diese Tasse so gut, dass sie sie fortan als Badewanne benutzte. Und zwar immer und überall. Es wurde extra ein Karren konstruiert, der von zwei Elefanten gezogen wurde. So war das erste portable Bad erschaffen worden.
Randnotiz: Der Mogul hatte wie beschrieben zwanzig Ehefrauen. Damit diese auch alle in seinen Gemächern, wenn er denn Bedarf hatte, Platz fanden, wurde ein riesiges Bett konstruiert. So wurde die Bettgröße "King Size" kreiert, die auch heute noch -zugegebenermaßen nicht mehr für 20 Frauen- in Gebrauch ist.
Noon war nicht nur schön, sondern auch sehr intelligent und stammte auch noch aus einer einflußreichen Familie. So war ihre Nichte (!) jene Mumatz, wegen der das Taj Mahal gebaut wurde. Ihr Vater und ihr Bruder waren die obersten Berater des Moguls und Bestandteil der Führungselite des Reiches. Auch Noon, dank Schönheit und Intelligenz, war in relativ kurzer Zeit, diejenige, die an Stelle des Moguls das Reich regierte. Somit ist bestätigt, das Schönheit und Intelligenz eine sehr wunderbar und Macht bringende Kombination ergeben kann.
Zurück zur Festung. Die Festung hatte einen militärischen, einen administrativen und einen privaten Teil. Der administrative Teil bestand aus den üblichen Büros - damals noch ohne Computer und Wlan - und einem riesigen Empfangsraum (ist bei den Fotos). Diese Empfangshalle trug den Namen "Halle der 40 Säulen". Tatsächlich sind es 64. Jedoch ist die Zahl 40 sowohl im muslimischen wie auch christlichen Kontext bekannt und wichtig:
40 Tage verbrachte Moses auf dem Berg Sinai bis der liebe Gott endlich mit dem Hämmern der 10 Gebote fertig war.
40 Tage und 40 Nächte dauerte die Sinflut, bevor Noah endlich mal wieder auf festem Boden seine Notdurft verrichten konnte.
40 Tage meditierte Mohammed nachdem er im Alter von 40 Jahren den Koran vom Erzengel Gabriel erhielt.
Und... wieviel Räuber hatte Ali Baba? Genau! 40! Ali Baba und die 40 Räuber.
Die Fotos zeigen nur noch den Rohbau, d.h. die Steinmauern der Festung. In ihren besten Zeiten waren alle Räume mit den Schätzen Asiens ausgestattet. Überall gab es Springbrunnen und Wasserfälle. Auf den Fotos ist auch der ehemalige See der Festung (heute Rasen) zu sehen. Ein große rechteckige Fläche im Palastinneren war geflutet und gefüllt mit Fischen und Pflanzen. Drumherum gab es Wandelgänge in denen zum Einen die Verwaltung des Reiches untergebracht war und zum Anderen auch Markträume, in denen Händler aus fernen Ländern (z.B. Europa) ihre Waren vorstellen und anbieten durften. Rings um die Balustrade konnten Fackeln zur Beleuchtung gesteckt werden. Das war 1001 Nacht!
Als Abschluß noch eine indische Weisheit, die jeder aufrichtige -reiche- Vater seinem Sohn mitgab:
Sohn, heirate mindestens 4 Frauen:
Die 1. Frau muss Perserin sein. Das sind die schönsten Frauen. Sie schenkt Dir die schönsten Kinder.
Die 2. Frau muss eine Inderin sein. Sie kann Deine Kinder am besten erziehen.
Die 3. Frau muss eine Türkin sein. Eine Türkin kocht die besten Gerichte der Welt.
Die 4. Frau muss eine Mongolin sein. Die Mongolen sind fruchtlose Krieger. Sie wird Dich und Deine Familie verteidigen.
Das oberste Gebot blieb unerwähnt, da ins Großhirn gemeißelt:
Sohn, bedenke immer: Liebe vergeht, Hektar besteht.
In diesem Sinne: Auf geht‘s nach China!Læs mere



























Du bist der grösste [Kay]
RejsendeGanz großes Kino! Deine Berichte sind eine großartige Mischung aus Info und Erlebtem. Wir freuen uns auf jeden weiteren Tag Deiner Reise!