China 欢迎!& der Sommerpalast
24. november 2025, Hong Kong ⋅ ⛅ 21 °C
China! Das Reich der Mitte! Und ich mitten drin!
Seit heute und das für drei Tage.
Heute Nacht ging's via Hong Kong nach Peking. Der Flug mit Air India war super. Kann ich nur empfehlen. Im Vergleich zu Egypt Air (beides mal Business Klasse) ist wie der Umstieg von VW Polo auf Mercedes S Klasse. Krasser Unterschied bei gleicher Buchungsklasse. Air India bot sogar Wechselkleidung für's Schlafen an.
Der Flug ging von Dehli nach Hong Kong und von dort nach Peking. Dehli - Hong Kong etwas länger als 5 Stunden und von Hong Kong etwas mehr als 3 Stunden bis nach Peking. Jedes Mal nicht lang genug für einen richtigen Schlaf. Irgendwie geht's dann doch mit schlafen, aber irgendwie fühlte ich mich "durchgenuldet" an, als in Peking dem Flieger entstieg. Wie wird die Einreise nach China laufen? Man hörte ja schon manches. Fazit: Easy! Wenn man sich mal damit abfindet, dass die alles über einen wissen wollen, dann geht's ganz fix. Ähnlich wie in Indien, wurden die Fingerabdrücke genommen, Pass mehrfach eingescannt und etwas genauer gefragt was man denn hier mache, wo man wohne, wann und wohin man abreise. Alles in allem jedoch ruck-zuck, freundlich und nett.
Netterweise wurde ich am Ausgang mit filigran in chinesischer Kaligraphie designiertem Namensschild abgeholt. "Walter" stand da und lächelte mich chinesisch freundlich an. Walter?! Ich hätte fast laut losgelacht. Ich hätte viele wilde Namen erwartet, aber ein profanes "Mein Name ist Walter, Alter!" nun doch nicht. Natürlich heisst Walter im richtigen Leben anders. Er hat sich diesen Künstlernamen gegeben, damit sich seine Gäste den besser merken können. Ein Cleverle unser Walter.
Mit was ich nicht gerechnet hatte war die Kälte. Im Flugzeug wurde schon durchgesagt, dass es 11 Grad haben solle in Peking. Von was keine Rede war, war der eisige Wind. Man war das kalt. So ein garstiger Wind. Der hat jegliche Wärme aus den Knochen gezogen. Zeit zum großartig umziehen hatte ich nicht (hab tatsächlich Ski Unterwäsche dabei), denn Walter fuhr mit mir sofort zum Sommerpalast.
Anfangs wollte ich protestieren und mir etwas Ankommenszeit verschaffen, aber jetzt da ich im warmen Hotelzimmer diese Zeilen tippe, darf ich sagen, dass der Walter, das richtig entschieden hat.
Sommerpalast! Einer der großen Anziehungspunkte für Touristen aus aller Welt, inklusive der nicht kleinen Schar an Chinesen.
Während meine letzten Besichtigungen (Taj Mahal, Pyramiden etc.) alles Grabstätten waren, ist der Sommerpalast mal glücklicherweise für die Lebenden gebaut worden.
Genauer gesagt, hat ihn der Kaiser Quianlong seiner Mutter zum 60zigsten Geburtstag geschenkt. Das sind doch mal Geschenke!
Gebaut wurde der Sommergarten 1751-1764 in Form einer riesigen Gartenanlage mit allem was eine 60jährige Frau begehrt.
Der originale Sommerpalast wurde mehrfach bei Eroberungen zerstört und geplündert.
Walter erzählte immer von einer Kaiserin, deren Name ich als "Sissi" verstand. Häh, dachte ich, der kann ja auf keinen Fall unsere von allen geliebte KuK Sissi meinen?
Nein, es handelte sich um Cixi. Eine Witwe des Kaisers Xianfeng und eine mega einflussreiche Persönlichkeit. Der Kaiser stab. Der Tronfolger war erst sechs Jahre alt. Mit sechs hat man viele Wünsche, aber der Wunsch ein Kaiserreich gehört bestimmt nicht dazu. So begab es sich, dass der 6jährige Kaiser auf dem Thron saß und regierte, Cixi jedoch, hinter einem Vorhang hinter Thron, dem jungen Kaiser die richtigen Worte einflößte. Sie war per se nicht Kaiserin, aber tatsächlich liefen alle Regierungsgeschäfte über sie. Der junge Kaiser starb früh und so wurde nochmal ein junger Bub (der Neffe Cixi's) Kaiser. Wieder um saß Cixi hinter dem Vorhang und gab dem jungen Bub mit einfühlsamen Worten zu verstehen, wer jetzt geköpft werden musste, welche Reiche erobert werden sollten oder welchen Tee er zum Frühstück gereicht bekommen wollte. Eine mächtige und laut Walter auch eine prägende Frau.
Kleine Nicklichkeiten lies sie sich jedoch nicht nehmen. Beispiel: Drachen stehen für den Kaiser, Phönixe für die Kaiserin (Frauen). Normalerweise ist die Rangfolge so, dass der Drache in der Mitte steht und Phönixe den Drachen flankieren. Cixi hat das jedoch rumgedreht. Vor einem Haus im Sommerpalast hat sie die Phönixe in die zentrale Mitte stellen lassen und die zwei Drachen links und rechts daneben. Will heißen: Die zentrale Macht liegt bei den Frauen. Damals wie heute! Ob Mann es will oder nicht. Ob er es bemerkt oder nicht. S' isch wie's isch.
Jetzt noch ein bisschen was zu China bzw. Peking.
Walter ist ein wirklicher Quell des Wissens.
Peking hat 22 Mio. Einwohner. Sie damit die dritte Mega City in Folge die ich Besuche. Kairo und Dehli sind in der gleichen Größenordnung. Sowohl Kairo wie Dehli kamen ungefähr die gleiche Mentalität in Sachen Verkehr, Straßen, Regeln. In beiden Städten ist die Hupe das wichtigste Utensil am Auto.
Und in Peking? Nichts! Ruhe! Ein-, zwei Mal hörte ich ein "Hup, Hup", aber ansonsten Ruhe. Und der Verkehrsfluss? Das Chaos auf auf der Straße? Ruhe! Man könnte fast sagen "germanische Ruhe und Regeln" auf Pekings Straßen. Aber Hallo! Welch ein Unterschied zwischen den drei Städten. Alle mit über 20 Mio Einwohnern.
Und, meine lieben deutschen Autobauer, China ist für uns verloren! Jedenfalls wenn das Stadtbild von Peking repräsentativ ist. Es sind schon Mercedes, BMW etc. im Stadtbild zu sehen, aber der allergrößte Teil sind chinesische Marken.
Der Anteil Elektroautos liegt in Peking bei ca. 30%. In Shanghai liegt dieser schon bei 50%. Tendenz steigend. Schlecht für Deutschland!
Beispiel: In Peking wirdVerbrenner nach bestimmten Regeln verboten in die Innenstadt von Peking zu fahren. Diese Regeln orientieren sich an den Nummernschilder. Heute durften z.B. Verbrenner deren Nummernschilder die Endziffer 4 und 9 haben nicht in die Innenstadt Peking fahren. Das sind -lt. Walter- über 1 Mio Fahrzeuge, die heute aus dem Innenstadtbereich herausgehalten wurden.
Morgen sind es zwei andere Endnummern der Nummernschilde. So geht es die ganze Woche. Dies gilt nur für Verbrenner! Wer Besitzer eines Elektroautos ist, hat jeden Tag Zutritt zu Pekings Innenstadt. Ergo: Verbrenner verlieren, Elektro gewinnt!
Ansonsten lauft es lt. Walter mit der chinesischen Wirtschaft nicht gut. Vergangenes Jahr schloßen 12 Mio. Studenten ihr Studium ab. Von diesen 12 Mio. haben lediglich 6 Mio. einen Arbeitsplatz gefunden. Der Rest: arbeitslos. Dieses Jahr werden es über 12 Mio. Studiumsabgänger sein. Die Quote wird hier eher noch schlechter, d.h. noch mehr Arbeitslose, sein. Die offizielle Arbeitslosenquote liegt bei rd. 5%.
Die ist falsch -sagt Walter. Denn, in der offiziellen Statistik werden die Wanderarbeiter nicht gezählt. Und dies sind die Masse der ArbeiterInnen. Wanderarbeiter rekrutieren sich hauptsächlich aus dem ländlichen Bereich, sind Bauern. Früher gab es 900 Mio. Bauern. Heute sind es noch 600 Mio., 300 Mio. verdingen sich als Wanderarbeiter. Arbeiten so sie denn einen Job bekommen. Wenn nicht dann nicht. Sie ja quasi Selbständige Unternehmer, die ihre Arbeitskraft vermarkten.
Soweit mal der erste Eindruck von Peking. Ich bin sehr positiv gestimmt.
Morgen früh geht's zum 4. Weltwunder auf meiner Liste: Der chinesischen Mauer.
Um 8 Uhr holt mich Walter ab. Ich werde parat stehen in Ski Unterwäsche und Handschuhen. Die Temperatur sollen um die 0 Grad sein, hinzu kommt der Wind.
Eisige Aussichten für das 4. Weltwunder der Neuzeit.Læs mere


























Rejsende… aber der kleine Koffer reicht !? Ich bin begeistert von deinen Berichten und Fotos
RejsendeAlso mit dem Internet-Zugang, das hast du ja auch ohne VPN hinbekommen, prima, nehm ich mir ein Beispiel. wir sind kurz vor Ostern in der Stadt, 🙋🏼♂️
Schöner Start in den Tag, jeder sollte so einen Geschichten Erzähler haben, sitze bei 22 grad in der Sonne, du auf dem weg zur großen Mauer,toll [Kay]