Geschichten aus dem Reich der Mitte
November 25, 2025 in China ⋅ ☀️ -1 °C
Geschichten aus dem Reich der Mitte.
So nenne ich den Beitrag zum Abschluß des heutigen Tages. Er soll ein kleines Sammelsurium sein an Informationen die mir Walter gegeben hat und Eindrücke aus Peking.
Beginnen möchte ich mit dem ersten Programmpunkt des heutigen Tages.
Der Besuch im Tal der Kaiser.
In Ägypten liegt das Tal der Könige ja in der Wüste und ist ziemlich verschüttet.
Das Tal der Kaiser in China liegt in der Nähe von Peking, idealerweise an der Strecke zur chinesischen Mauer.
Insgesamt sind im Tal der Kaiser 13 Kaiser bestattet. Nur ein einziges Kaisergrab wurde geöffnet und archäologisch untersucht. Ähnlich wie in Ägypten waren die Grabbeigaben allesamt Schätze aus der Welt von "Reich & Mächtig", mit anderen Worten sehr kostbar.
Alle Kaisergräber sind nach dem gleichen Prinzip gebaut. Es sind riesige Gartenanlage mit mehreren Pavillons (große Holzhallen). Der Zugang erfolgt über eine Allee, welche von steinernen Tieren und Menschen gesäumt sind.
Alles ergibt einen Sinn und eine Reihenfolge, wenn man sich mit der chinesischen Mythologie befassen möchte.
Aber will ich das? Vielleicht im nächsten Leben. ...oder im übernächsten...
Ich lebe ja im hier und jetzt, deshalb Geschichten aus dem Hier und Jetzt.
Walter übergab mir am Morgen eine Seiten zu lesen. Unter anderem "Chinesisch für Anfänger" . Interessant und auch lustig finde ich wie die Chinesen Deutschland bezeichnen: Dé Guó.
Was bedeutet Dé Guó?
Und jetzt festhalten! Übersetzt bedeutet es... ...Spannung steigt... Trommelwirbel... ...Täterätäää:
Die Tugendhaften!
Ja meine lieben Mitdeutschen und Mitdeutschinnen. In der chinesichen Sprache werden wir als "Die Tugendhaften" bezeichnet. Tolle Sache, oder?!
Die deutschen Tugenden! Die sind so richtig und wichtig, sie in der chinesischen Sprache unser gesamtes Volk repräsentieren!
Aber was sind die deutschen Tugenden? Darüber meine lieben Mit- und Ohne-LeserInnen dürfen gerne alle heute Nacht nachdenken und mir morgen schreiben.
Was die Schriftzeichen anbelangt, so hatte ich Walter gefragt ob den die Chinesen nie ihre eigenen Zahlen hatten, denn im täglichen Leben werden ausschließlich die unseren, die arabischen Zahlen verwendet.
Doch, doch, meinte Walter und zog einige Geldscheine hervor.
Auf den Scheinen ist der Betrag in arabischen Zahlen gedruckt und darunter steht die Zahl in chinesisch. Ich hab in den Fotos den Hunderter abgebildet. Unter der Zahl 100 sind drei Zeichnungen abgebildet. Die erste 1, die zweite 100 und die dritte Yoan (Währung). Also wenn man sieht wie kompliziert es ist 100 mit diesen Schriftzeichen zu schreiben, dann versteht man die Chinesen, dass sie die arabischen Zahlen adaptiert haben.
Was gibt's noch?
Ach ja, das mit den Autos und den Nummernschildern.
Gestern hatte ich ja bereits geschrieben, dass für Verbrenner die Innenstadt Peking je nach Endziffer des Nummernschildes an bestimmten Tagen gesperrt ist.
Heute hab' ich bei Walter nachgehakt. Es ist sogar so, dass dies nur für Autos mit Pekinger Kennzeichen gilt. Auswärtige Fahrzeuge dürfen erst garnicht reinfahren. Für alle auswärtigen Autofahrer ist Peking tabu. Die müssen vor der Stadt parken und mit Bahn, Bus, Taxi oder Rad in die Stadt fahren. Trotz dieser restriktiven Maßnahmen ist die Stadt geflutet mit Autos. Nicht so chaotisch und laut wie in Kairo und Dehli, aber die Anzahl der Fahrzeuge ist gigantisch.
Dann die Sache mit den Nummernschildern. Bei uns ist ja so, dass es immer neue Kennzeichen gibt, wenn mann das Fahrzeug wechselt. Bei den Chinesen ist dem nicht so. Wer ein Kennzeichen bekommt, der hat es für immer. Ist in etwa so wie bei einer Hausnummer, der Ausweisnummer o.ä..
Und es gilt: Nur wer ein Nummernschild hat darf ein Auto kaufen. Also zuerst das Nummernschild dann das Auto. Ohne Nummernschild kein Auto.
Die Nachfrage nach Nummernschildern (Autos) ist riesig. In Peking werden Nummernschilder via Losverfahren verteilt. Man muss sich bewerben, wir in eine Lostrommel geschmissen und wenn man gezogen wird muss man innerhalb von 6 Monaten ein Auto kaufen. Wenn nicht, verfällt das Nummernschild. In Peking kostet die Teilnahme an der Lotterie rund 300 Euro.
In Shanghai werden die Nummernschilder versteigert! Dort liegt der Preis für 1 Nummernschild schon mal bei 11.000 Euro (lt. Walter).
Heute Abend war ich auf der Suche nach Nahrung in der Innenstadt von Peking. Vom Hotel aus bin ich in rd. 10 Minuten in der Fußgängerzone. Und was soll ich sagen, Pekings Einkaufsmeile unterscheidet sich nich von den Paris, London, New York, Berlin, Glottertal. Überall bekannte Marken mit ihren Flagship Stores (Apple, Ferrari, Omega Uhren u.v.m.) Hinzu kommen die chinesischen Marken. Alle mit riesigen Leinwänden und Geblinke hier, Geblinke da.
Und auf der Flaniermeile, ja da laufen auch diese jungen Damen in den kaiserlichen Kostümen und mit der maskenhaft geschminkten Gesichtern. Und auch hier ist es so, dass Passanten Fotos mit den Mädchen machen. Es ist irgendwie wie auf einem Laufsteg.
Nett fand ich die Gruppe von Frauen (und 1 Herr) welche auf dem Flanierweg chinesische Tänze darboten. Ob es Tänze sind mag ich nicht sagen, es erklang jedenfalls chinesische Musik und Damen und der Herr drehten ihre Hände und Körper . Erst sah es so aus, als ob dies eine einzelne Gruppe wäre, aber als ich mich zum Hotel bewegte war auch hier eine andere Gruppe ebenfalls am Tanzen.
Und Essen, ja das musste ich auch noch was. Ich also rein in ein chinesisches Restaurant. Zuerst mal gefragt, ob ich mit Kreditkarte zahlen könne. Die Dame an der Rezeption war des Englischen nur wenig mächtig und so klärte einer der Kellner die Situation. Karte wäre o.k., ich also rein. Der einzige Nicht-Asiate im Raum. Hmmh, man(n) muss sich ja erst mal orientieren. Glücklicherweise nahm sich der englisch sprechende Kellner meiner Person an und bugsierte mich zu Tisch Nummer 2. Die Karte, die er mir aushändigte war A3 oder größer. Essen nach Bildern! Die konnte ich allerdings gut sehen/deuten. Also gab' was mit Garnelen, Fleisch (Huhn), Pilzen und Reis. Dazu einen Jasmintee. Fertig war das China Menü. Lecker war's wenn's auch ein bisschen schärfer hätte sein dürfen. Wahrscheinlich hätte ich aber nach einer scharfen Soße fragen solle, was ich jedoch nicht machte.
Voll voll liege ich nun auf dem Bett und beschließe diesen Bericht.
Peking ist Deutschland um 7 Stunden voraus. Hier ist 22.45 Uhr und die Nacht lockt mit schönen Träumen.
...und wer kann schönen Träumen widerstehen? Ich nicht!Read more


























