• Cusco = Der Nabel der Welt! Teil 1

    December 3, 2025 in Peru ⋅ ☁️ 16 °C

    S'ist Nikolaustag heute.
    Samstag, 06.12.20125. Es ist kurz vor 11 Uhr vormittags und ich habe Zeit. Mindestens drei Stunden. Also kann ich schreiben. Schreiben über Cusco und meinen Besuch in Machu Picchu.
    Ich hab so viel Input bekommen, dass ich gleich mehrere Berichte erstellt habe (erstellen musste), um alles auch nur annähernd unter zu bringen.

    Los geht's mit Cusco.
    Cusco bedeutet "Nabel der Welt" und Cusco war die Hauptstadt des gesamten Inka Reiches und vor Gründung von Lima auch Hauptstadt Perus.
    Von Inkas ist nicht mehr allzuviel übrig geblieben, meist Ruinen, aber von den Spaniern bzw. der Nachfahren.
    Es ist sehr viel über den Zustand von Cusco in der Inka Zeit bekannt, weil die Spanier laufend berichteten und alles aufschrieben. So ist bekannt wieviel Gold, Silber und Edelsteine in Cusco zu finden war.
    Klar bekamen die Spanier Goldfieber als sie das alles sahen. Für die Inkas war Gold kein Zahlungsmittel. Es war Deko und Material der Götter. Für die Spanier war Gold alles. Für Gold mordeten und starben sie. Die armen Inkas, wenn die gewusst hätten mit wem sie sich da einließen, dann wäre sicherlich einiges anders gelaufen. Denn eingelassen haben sie sich mit den Spaniern. So hatte z.B. Pizarro eine Tochter des Inka Königs geheiratet und zwei Töchter mit ihr bekommen. Es war normal, dass die Inkas und die Spanier sich vermählten. Anders als die Weißen und die Indianer Nordamerikas waren Mischehen hier an der Tagesordnung.
    Weshalb haben denn wenige Spanier über Millionen Inkas gesiegt? Bekannt ist ja, dass durch die eingeschleppten Krankheiten viele, viele Inkas starben. Jedoch waren die Spanier nicht nur gute Virenverteiler (neudeutsch = Superspreader) sondern auch intrigante Politiker und Taktirer. Pizarro und Co. schafften es, dass sich verschiedene Inka Könige mit ihnen zusammentaten, um den großen Inka Kaiser in Cusco zu stürzen.
    Warum verbündeten sich die Inkas mit den Spaniern und kämpften gegen einander?
    Das Inkareich war -wie in Europa- ein Feudalsystem. Es gab einen Kaiser, mehrere Könige und viele, viele Adlige. Und wie in Europa gab es unter den Blaublütlern viel Neid und Missgunst, denn ansonsten hatten die Herren ja nichts zu tun. Sie mussten ja keine Felder bestellen oder Waren produzieren. Ihre Aufgabe war herrschen und sich überlegen wenn sie noch mehr beherrschen könnten.
    Bei den Inkas gab es Steuern. Gegenüber dem Kaiser waren die Könige und die Adligen steuerpflichtig. Diesen gegenüber wiederum deren Untertanen. Die Steuern wurden nicht nicht Geld bzw. Gold entrichtet, sondern in Gütern. Das was im jeweiligen Königreich wertvolles vorhanden oder hergestellt wurde, wurde als Steuerzahlung an den Kaiser übermittelt.
    Ein gewichtiger Anteil an der Steuer und auch ein großer Anlass für Unmut war die Fronarbeit. Fronarbeit kennt/kannte man ja auch in Europa. Unentgeltliche Arbeit für einen höheren (gemeinsamen) Zwecke. Da die Inkas keine Sklaverei kannten und somit keine Sklaven als billige Arbeitskräfte hatten, mussten die armen Bauern ran.
    Im Winter, wenn die Arbeit auf den Feldern ruhte und nichts zu tun war, wurden sie zur Arbeit (Fronarbeit) herangezogen. Bei dem was hier gebaut wurde (ist), mussten unzählige Steine geschleppt und gehievt werden. Über die Anzahl der Toten und der Krüppel, die es bei diesen Arbeiten gab, kann man nur spekulieren. Jedenfalls waren bauwütige Inkas nicht allzu gut gelitten beim normalen Volk. Der Neid der anderen adligen Inkas kam noch hinzu.
    So traf des Spaniers politisches Geschickt auf durchaus fruchtbaren Boden. Und so kam es, dass Inkas gegen Inkas kämpften, um am Schluß alles verloren und die Spanier alles gewannen.
    Den Reichtum (in Gold) den die Spanier gewannen war unermeßlich. Nur so lässt sich erklären wie beispielsweise diese unglaublichen Kunstwerke in der Basilika in Cusco überhaupt entstehen (und bezahlt) werden konnten.
    Die Basilika von Cusco! Ich erwartete nichts außergewöhnliches als ich als Teil einer kleinen Gruppe auf Cusco Besichtigungs Tour ging. Ein Pärchen aus England, ein weiteres Pärchen (sie=Peruanerin, er=Philipino >> Interessante Mischung und ein weiterer Beweis, dass die Welt ein Dorf ist) und meine Wenigkeit. Führerin durch Cusco war Clara. Ihr Englisch war so gut, dass ich gut folgen konnte.
    Als wir die Basilika betraten und Clara uns in die Geschichte einführte, blieb uns allen die Münder offen stehen. Was für eine Pracht! Die Engländer und ich schüttelten immer wieder ungläubig die Köpfe über diese unglaublichen Kunstwerke, über diese unglaublichen Gemälde, über diese unglaublichen Altäre. Wirklich, ich war ja in Rom, aber diese Basilika von Cusco ist mit Rom in einem Atemzug zu nennen. Wirklich, wirklich ein Reise wert!
    Und wiederum für mich erstaunlich, was alles im Namen des Glaubens geschaffen und erschaffen wurde. Ohne Religion und den Glauben würden viele dieser Weltwunder gar nicht existieren. Man kann somit zum Glauben (konkret: Der Religion und deren Organisation) stehen wie man will (z.B. ich=kritisch), anerkennen muss man (ich), das die Kunstschätze dieser Welt größtenteils aus dem tiefen Glauben der Menschen an ihre Religion entstanden sind.
    Nach der Basilika ging's weiter zu den Resten der Inka Tempel. Zu sehen sind überall die Mauern der Inkas und die Kanäle. Die Kunstfertigkeit der Inkas große (Basalt) Steine zu bearbeiten ist phänomenal. So exakt behauen, so glatt, das kann eigentlich von Hand nicht funktionieren. Hat es aber!
    Und wieder schleicht sich die Frage ein: Woher wussten die Inkas das alles? Woher hatten sie das Material? Woher hatten sie die Technik solche Monumentalbauten zu errichten? Woher kam dieses Wissen über Gestirne, Edelmetalle etc.?
    Menschen der Erde sind Wunder! Der menschliche Körper ist ein Wunder. Der menschliche Geist ist ein Wunder!
    Gab's da jemand, der diesem Wunder nachgeholfen hat. Nirgendwo sonst ist Hollywood mit den Ausserirdischen und die Geschichten um Besucher aus dem Weltall so präsent wie in Peru (für mich jedenfalls).
    Was uns Clara alles zeigte ist auf den Fotos gut zu sehen. Wir alle waren geplättet ob dem was wir von der Inka Welt erfahren und sehen durften.

    Im Teil 2 von Cusco schreib ich noch ein bisschen über die Inkas und deren Wanderwege und über die Cusco der Neuzeit.
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