• Machu Picchu. Teil 1 v. 3

    December 5, 2025 in Peru ⋅ ☁️ 8 °C

    Immer noch Nikolaustag. Immer noch der 06.12.2025. Jetzt 15.30 Uhr und ich sitze im Vistadome Zug von Agua Caliente (Machu Picchu) zurück nach Cusco.
    Wieder 90 Kilometer und wieder rund 3.30 Stunden Zugfahrt. Genug Zeit um die Eindrücke von zwei Tagen Machu Picchu textlich zu verarbeiten.
    Fangen wir von vorne an.
    Gestern 5.20 Uhr holte mich Eimy mit einem strahlenden "Guten Morgen Meinrad" vom Hotel in Cusco ab. Es stand die Zugfahrt ab Poroy nach Agua Caliente auf dem Programm. Agua Caliente ist die Basis für die "Eroberung" Machu Picchus.

    Auf unserer Fahrt nach Poroy lernte Eimy sogar ein neues deutsches Wort. Nachdem sie mir berichtete, dass sie Jura studiert hätte, nun ein Tourismus Studium dranhänge und nebenbei Sängerin sei und sie nicht wisse in welche Richtung ihr Leben gehen solle, meinte ich zur ihr: "Eimy, in Deutschland würde man sagen, Du hast ein Luxusproblem."
    "Luxusproblem, was ist das. Dieses Wort kenne ich nicht“.
    "Na ja" meinte ich, "Du hast ein abgeschlossenes Studium in Jura, bist auf dem besten Weg Dein Tourismusstudium abzuschließen und zusätzlich dazu singst Du noch. Eimy, Dir stehen alle Welten zur Auswahl. Und zwar die guten Welten. Und Du weisst nicht mit welcher Welt zu leben willst? Klarer Fall eines Luxusproblemes!"
    Eimy lachte laut auf und meinte dann, dass sie mir sehr dankbar sei, so ein wichtiges Wort gelernt zu haben.
    Luxusproblem! Wer hat das nicht alles? Bewusst oder unbewußt?
    Hab ich eines? Hmmh, ich sag' m' mal so, wer so eine Reise macht, der hat zwar Probleme, die unterscheiden sich aber deutlich von dem Problem der täglichen Nahrungssuche oder dem lösen von gordischen Knoten im Beruf.
    Ergo: Wenn überhaupt ein Problem, dann ein Luxusproblem.
    Ich sag's mal so, auch mit einem Luxusproblem kann man überleben. Grad so, aber Leben ist möglich.
    Nach solchen philosophischen Gesprächen am frühen Morgen ging's in Poroy auf den Vistadom. Der Vistadom ist ein Zug wie etwa der Glacier Express oder der Bernina Express in der Schweiz. Panoramafenster und Bewirtung. Sehr schön!
    Der Zug fährt mehr oder weniger entlang der Flüsse. Er bietet Einblick in die landwirtschaftlichen Gebiete dieser Region. Nett und kurzweilig.
    Gegen 10 Uhr kamen wir in Agua Caliente an. Zwei Personen erwarteten mich. Bryann, mein Guide und der Kofferträger vom Hotel. Kofferträger, tatsächlich? Nachher sollte ich verstehen weshalb. Nett war Bryanns' Namenschild: "Kunde Steger". Wie sich herausstellte dachte er mein Vorname sei "Kunde". Er kann ja kein Deutsch und so war der Name "Kunde" ein so guter Vorname wie Hans, Albert oder Meinrad.
    Es ging gleich los mit Machu Picchu. Nicht erst Hotel, ankommen und bereit machen, nein, gleich aufi zu meinem 6. Weltwunder.
    Bryann meinte, dass täglich ca. 5.000 Touristen geregelt Machu Picchu besuchen dürfen. Und geregelt ist wirklich alles perfekt. Hoch geht's in einer 20 minütigen Busfahrt auf engen Serpentinen. Es gäbe auch die Möglichkeit senkrecht zur Höhenlinie in ca. 2 Stunden zu Fuß hoch zu wandern. Das war allerdings nicht unser Plan. Es ist nämlich heiß in Agua Caliente. Sehr heiß. Nix Cusco Temperaturen. Sondern tropisch heiß und tropisch feucht.
    Also auf ging's mit dem 11 Uhr Bus. Mit dem Ticket bucht man eine Uhrzeit und eine Route. Wir hatten Route 2. Was beinhaltete, dass wir in die hohen Ebenen von Machu Picchu steigen durften. Route 1 weiß ich nicht. Route 3 hatte ich heute. Das ist die Route in den unteren Ebenen Machu Picchus.
    Bryann, der arme Kerl, war krank. Er entschuldige sich zu Beginn mehrfach. Er sei erkältet und falls er etwas langsam sei, solle ich ihm das verzeihen. Ich meinte, er solle doch Zuhause bleiben wenn er krank sei. Nein, er brauche das Geld und Zuhause bleiben hieß kein Geld zu verdienen.
    -Da heben wir doch mal den Kaffeebecher und danken der bundesdeutschen Lohnfortzahlung im Krankheitsfall!-
    Dieser gestrige Tag war ein perfekter Tag. Perfektes Wetter Perfekte Bedingungen. Hoch lebe die Nebensaison! Es sind zwar Menschen/Touris da, aber Bryann versicherte mir, dass es in der Hochsaison deutlich, deutlich mehr seien.
    Wunderbar!
    Dann hielt der Bus. Wir stiegen aus. Stiegen bei Route 2 ein und da dann lag es vor mir: Machu Picchu.

    Mehr im Teil 2 der Machu Picchu Trilogie
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