• Cusco = Der Nabel der Welt! Teil 2

    4 dicembre 2025, Perù ⋅ ☁️ 14 °C

    Im weiteren Verlauf von Claras' Stadtführung ging es raus aus der Stadt, hinauf in der Berge. Noch höher als Cusco selbst. Den höchsten Punkt erreichten wir mit fast 3.800 m Höhe. Hier oben ist die Hauptanbaufläche von Cuscos Landwirtschaft. Feuchtigkeit (Wasser) gibt's genügend und auch der Boden ist dunkelbraun, saftig und fruchtbar. Clara zählte uns auf wieviele Sorten Kartoffeln die Peruaner anbauen. Die exakte Zahl weiss ich nicht mehr, aber es waren sehr viele. Dann natürlich Mais. Mais ist allgegenwärtig und Grundnahrungsmittel. Ansonsten gibt's das übliche Gemüsegemisch aus Karotten, Tomaten, Zwiebeln etc.. Das alles auf 3.800 m.
    Das wir hier oben waren lag an zwei Dingen. Zum einen an der Ruine einer riesigen Inkafestung und zum anderen an dem Beginn des Weges von Cusco nach Machu Picchu.
    Die Festung Saqsaywaman (den Namen kann ich nich aussprechen und werd' den bestimmt gleich wieder vergessen) liegt über der Stadt Cusco.
    In ihrer Glanzzeit war sie eine riesige Festungsanlage und gleichzeitig Tempel für den Wassergott. Was die Spanier und die Zeit übrig liesen sind riesigen Mauersteine. Wiederum unglaublich wie diese Steine an Ort und Stelle kamen und wie sie verbaut wurden.
    Erwähnenswert ist der Wassertempel oben auf dem Festungshügel. Es gibt keine Überbleibsel. Was bekannt ist, stammt alles aus den Aufzeichnungen der Spanier. Und die, die haben Bauklötze bestaunt, als die diesen Tempel das erste Mal sahen. Der Tempel war ein rundes Gebäude mit einem riesigen Wasserbecken. Das gesamte Wasserbecken (so die Spanier) war innen mit Gold verkleidet. Da blieb den Spaniern die Spucke weg. Und bei Sonnenschein dürfte die Spiegelung des Goldes im Wasser selbst die Ungläubigsten zu Gläubigen bekehrt haben.
    Für die Spanier war klar "Zum Segen unseres Königs und unseres Herrn Jesus Christus" müssen wir das Gold besitzen. Habgier und Glaube sind schon durchaus perfide Kombination.
    So fand auf dem Platz auf dem unsere kleine Truppe stand im Jahr 1534 ein munteres Gemetzel statt, in dessen Endergebnis "Habgier und Glaube" siegte.
    Uns bleibt die Überbleibsel dieser unglaublichen Festungskonstruktion zu besichtigen und wieder mal über die Inkas und deren Fertigkeiten zu staunen.
    Dann hoch auf die 3.800 m und zum Beginn des Weges von Cusco nach Machu Picchu. Die Inkas kannten keine Pferde oder Esel. Sie hatten keine Wagen oder sonstige rollende Transportmöglichkeiten. Sie hatten Lamas und ihre eigenen Schultern. Ergo wurde alles zu Fuß von Berg zu Berg, von Dorf zu Dorf gebracht.
    Laut Clara dauert die Wanderung von Cusco nach Machu Picchu 25 Tage. Zu Beginn des Weges war der heilige Brunnen, an dem für eine gute Reise gebetet wurde. Unterwegs hatten die Inkas kleine Höhlen als Rastplätze und weitere Brunnen gebaut.
    Touristisch wird dieser Inka Weg nicht genutzt. Für die wanderlustigen Touristen gibt's einen anderen Wanderweg nach Machu Picchu. Gringo Killer genannt. Der dauert vier Tage und beinhaltet 44 Kilometer mit durchaus anspruchsvollen Höhenmetern. Beginnend auf 2.000 m geht' mal hoch bis 4.200 m, dann wieder runter und dann wieder hoch. Netter Sonntagsspaziergang.
    Nachdem wir Weg und Brunnen besichtigt hatten ging's als Abschluss auf eine Farm. Diese Farm ist -wiedermal- ein Sozialprojekt. Es werden dort diverse einheimische Tierarten gehalten. Wir lernten Alpakas, Lamas und Vicuñas kennen. Vicuñas sind kleine zarte Tiere, die ähnlich wie Lamas aussehen. Sie stehen unter strengstem Schutz und sind eigentlich nur in freier Wildbahn an zu treffen. Deren Fell (Haare) ist das teuerste was Peru an Fell (Haaren) zu bieten hat. Ein Schal, ein Pullover aus Vicuña Fell/Haaren kostet mehrere tausend US-Dollar.
    Das war unsere letzte Station mit Clara.
    Voller Wissen und Staunen trennten wir uns und ich ging auf Nahrungssuche (Abendessen). Spezialität in Peru ist Alpaka Fleich und das Fleisch der großen Meerschweinchen, Cuy genannt. Cuys' entsprechen den Hasen bei uns. Der Geschmack des Fleisches ist ähnlich nur beim Aussehen, da erinnert ein Cuy an ein übergroßes Meerschweinchen. Leider fand ich auf Anhieb kein Restaurant mit Cuy, da ich echt Knast hatte. So wurde es Alpaka. Lecker! Für Vegetarier ist meine Herangehensweise wohl eher unakzeptabel, aber wer in fremde Länder reist, muss auch essen was in fremden Ländern auf den Tisch kommt. Und das ist in Peru Alpaka.

    Ein Wort zu Corona. Cusco lebt zu 100% vom Tourismus. Corona war für diese Stadt und ihre Menschen ein absolutes Desaster. Keine Touristen, keine Einnahmen, nichts zu essen auf dem Tisch, kein Geld mehr für Arzt, Krankenhaus, Kleidung, Schulde etc.. Clara erzählte uns wie es war in der Corona Zeit. Meine lieben Leserinnen und Leser, wir waren während Corona im Paradies! Auch wenn das manche nicht so sehen, aber im Vergleich zu anderen Ländern ist es so.

    Cusco ist unbedingt eine Reise wert. Wie das gesamt Land Peru. Diese Verknüpfung von Inka, Spanieren, Kunst, Kultur, Landschaft, Mystik und Ausserirdischen ist schon ne tolle Sache.

    Somit schließe ich Cusco und wende mich meinem eigentlichen Ziel zu: Machu Picchu! "Meinem" sechsten Weltwunder.
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