Rio 2! Copacabana! Doce Vida bei Marius!
8. december 2025, Brasilien ⋅ ⛅ 26 °C
Es ist immer noch der gleiche Abend und das gleiche Bett wie in meinem ersten Bericht über Rio. Das war sozusagen der Tagesbericht.
Nun mein Bericht zu Spätnachmittag und Abend an der Copacabana.
Italien, Jordanien, Ägypten, Indien, China, Mexiko, Peru. Das waren meine bisherigen Stationen. Nun Brasilien. Nun Hochsommer. Nun brasilianisches Lebensgefühl.
Mein bisheriger Eindruck. Alles entspannt. Alles organisiert. Alle freundlich. Sommer, Sonne, Strand, String Tanga.
Ehrlich, das mag jetzt sexistisch klingen und mir Ärger einbringen, aber was mir sehr auffällt ist der kulturelle Sprung von der Vollkörper Verhüllung der Frauen in Jordanien und Ägypten (selbstverständlich nicht alle), hin zur offensiv zur Schau gestellten Weiblichkeit mit relativ wenig Stoff am Laib und/oder der Betonung der Weiblichkeit durch elegant geschnittene Körper betonende Kleidung, hier in Rio.
Die Frauen sind der Hauptunterschied. Die Männer sind auch anders. Selbstverständlich! Man(n)/frau möge mir jedoch nachsehen, dass ich diese Veränderung zwar wahrnehme, aber für mich nicht so ins Auge stechen.
Rio, so wie ich es erlebe (weil ich hier am Strand wohne) ist Strandleben. Wie schon geschrieben liegt mein Hotel an der Copacabana, nur durch eine Straße getrennt.
Brasilianisches Strandleben. Viel Körperkultur, viel Bar, viel Musik, viel "leichtes" Leben und extrem viel Sport. Gott sind die -sportlich- gut drauf.
Futevôlei (Fussvolley) ist der Trensport hier. Wie Volleyball, nur dass alle Körperteile benutzt werden dürfen, mit Ausnahme der Arme. Das sieht hochgradig akrobatisch aus was die Herrn und Damen da im Sand fabrizieren. Von denen braucht niemand ins Fitness zu gehen, die haben Fitness am Strand.
In Rio liegen Favellas und Normalbürger-Wohngegenden dicht beieinander. Ein Sheraton Hotel gebaut am Strand ist umringt von einer Favella. Auf der einen Straßenseite teure Appartementhäuser auf der anderen Seite einfache Häuser einer Favella. Favellas sind keine Townships wie in Afrika, aus Wellbelch bestehend, sondern sind Häuser im einfachsten Baustiel. Gemauert mit Dach.
Silvia meinte, dass man (ich) nicht in Favellas rein gehen solle. Es müsse nichts passieren, aber wenn ich verschwinden würde, würde kein Hahn nach mir krähen.
Also bleib ich brav im touristischen Teil der Stadt.
Für's Abendessen gab mir Silvia den Tip mit "Marius Degustation". Sie meinte, dass es ein tolles Restaurant sei und gleich bei mir um die Ecke liegen würde. Na gut, dachte ich, dann mal los zu Marius. Und ich kann sagen, es hat sich gelohnt.
Auf den Fotos ist die Einrichtung zu erkennen und auch das System wie Marius arbeitet. Es gibt im Prinzip keine Speisekarte. Es gibt ein riesiges, sehr leckeres Buffett von Salaten (vom Wurstsalat, über grünen Salat zu Meeresfrüchte Salat) und warmen Essen (Paella, Muscheln, Braten, Nudel u.v.m). Von diesem Buffett bedient man sich, so oft und so viel wie man will. Der Gag ist jedoch die "Degustation" von allen Arten an Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte. Die Kellner kommen laufend mit Platten vorbei, auf denen alle Arten Fleisch, Fisch in gegrillter Form angeboten wird. Fleisch in allen Arten. Fisch aus allen Meeren. Bis zum Abwinken!
Ich hatte meinen Tisch für 18.30 reserviert. Viel zu früh, ich weiß. Ich war auch relativ alleine in dem Essbereich. Ausser mir waren noch zwei andere Tische belegt. Gleich zu Anfang wurde ich gefragt, woher ich den komme. Alemanha! Da wurde mir dann ein Deutschland Fähnchen auf den Tisch gestellt. Das fand ich eine lustige Geste. Es sprach mich zwar kein Kellner auf Deutsch an, aber ich fand/finde die Idee zu sehen welche Nationalität am Tisch sitzt ganz nett. Mein Nachbartisch hatte beispielsweise eine russische Flagge auf dem Tisch. Ein großer Tisch, der später kam, hatte vier Flaggen auf dem Tisch (USA, Brasilien, Mexiko, Kanada). Wurde bezahlt und Trinkgeld gegeben, wurde eine große Schiffsglocke geschlagen. Während die Schiffsglocke ihr "Ding-Dong" durch den Raum hämmerte, wurden die Trinkgeld-Scheine in eine Arte von Skulptur gesteckt, die von der Decke herunterhing (Hände). Das war ganz lustig. Allerdings bei genauerer, kritischer Betrachtung, zeigen zum einen die Fahnen, ob viel Trinkgeld zu erwarten ist (die Russen haben viele Scheine dagelassen und es gab eine sehr langes Ding-Dong), zum Anderen baut es natürlich Druck auf für alle anderen "Nationen". Klar, die Amis geben immer viel Trinkgeld, da es bei denen das Gehalt der Kellner bedeutet. Wir Deutschen sind ja eher die "Aufrunder". Also von 16,80 auf 17,00, oder wenn man großzügig ist auf 20,00 Euro. Die Russen haben die Bündel auf den Tisch geschmissen, damit man sie liebt -und die Kellner liebten sie lauthals-. Wieviel ich dann letztendlich gegen habe, wird mit dem Mantel des Schweigens verhüllt.
Nach dem Essen über die Straße und rauf auf den Strand. Das war so gegen 20 Uhr. Es war/ist wunderbar warm. Strand und Sommerfeeling eben. Es wurde immer noch gesportelt und aus den Kneipen drang Musik. In den Kneipen an denen ich vorbei ging war immer eine Liveband bzw. ein DJ. Ein Absacker durfte es noch sein. Und so gab es noch ein kühles Bierchen mit nettem Gespräch (normaler small talk: wo man herkommt, was mann macht, wie man es hier findet etc.). Kurz vor 22 Uhr war dann gut und der Bub schlurfte über die Straße in sein Hotel.
In dem ist er immer noch und tippt mal wieder was die Synapsen so hergeben.
Aber nun ist gut. Es ist kurz nach 23 Uhr. Morgen stehen 6 Stunden Stadtrundfahrt und Stadtbesichtigung mit Silvia auf dem Programm. Da will der Bub ausgeschlafen sein (s' geht um 8 Uhr los).
In diesem Sinnen: Ä guet's Nächtle!Læs mere























Wunderbar [Kay]