Rio 2 - Zuckerhut - Kirche ohne Hut
9. december 2025, Brasilien ⋅ ☁️ 27 °C
Anleitung zum Lesen dieses Textes:
1. Spotify > Suche > "Am Zuckerhut" v. Willi Schneider, Danielle Marc und Rene Carol
alternativ:
2. Youtube > Suche > "Am Zuckerhut " v. Willi Schneider, Danielle Marc und Rene Carol
Und auf geht's mit maximaler Lautstärke:
"Am Zuckerhut, am Zuckerhut, da geht's den Señioritas gut...."
Mitsingen absolut erwünscht. Fremdsprachenkenntnisse nicht erforderlich!
So beschwingt und in der Hüfte bewegt geht's nun zum offiziellen Tag 2 meines Rio Aufenthaltes.
Tag 2! Sechs Stunden Stadtbesichtigung! Au Backe!
Ziel Nr. 1 des heutigen Tages: Der Zuckerhut!
Silvia nebst Fahrer holten mich pünktlich um 8 Uhr am Hotel ab. Wie bereits gewohnt war Silvia hervorragend vorbereitet. Sie hatte ihrem Mann aufgetragen dem Internet etwas über den Baum, der Namensgeber des Landes Brasilien ist, Informationen zu entlocken. Bin ja schließlich Holzhändler und da ist es quasi Berufsethos zu mindest ein bisschen über den Baum zu erfahren, der Namenspatron für dieses Land ist.
Caesalpina echinata >> kennt keiner unter diesem Namen. Bekannt ist es auch als Brasilholz, Fernambuk oder Pernambukholz. Ich gestehe, keiner dieser Namen ist mir auch nur ansatzweise untergekommen. Aber, bin ja hier auch wegen der Bildung von Bildung.
Also eben jener Baum hat ein leuchtend Rotes Holz was an glühende Kohnen erinnert (Brasas). Eingesetzt wird das Holz beispielsweise für Geigenbögen. Das Kernholz enthält einen roten Farbstoff, welcher vor Erfindung der synthetischen Farbstoffe eine wertvolle Handelsware (da Färbemittel) war.
Da dieser Baum nun eben aus jener Region kam, die die Portugiesen kolonialisierten und so wertvoll war, wurde das Land nach dem Baum = Brasilien benannt.
Dieser Bildungsteil am frühen Morgen überbrückte die Zeit im Stau bis wir an der Basisstation der Zuckerhut Gondel angekommen waren.
Ein weiteres nettes Detail an Rio: Ab 60 Jahren -quasi eben aus der Pubertät kommend- genießt man in Rio diverse Vorteile. So darf sich jemand, der 60 Lenze aufwärts zählt, in die VIP-Reihe (Fast Lane, Prioridade etc.) an allen öffentlichen Einrichtungen stellen. Perfekt! Ausserdem bekommen AutofaherInnen ab 60 eine Plakette, mit der sie kostenlos (!!) im gesamten Stadtgebiet parken dürfen. Hinzu kommen Ermäßigungen für Museen, Theater u.v.m..
Fazit: Volltreffer! Bin voll in der Zielgruppe!
Ergo: Nie mehr in der Masse anstehen. Yippiiieee!
Natürlich wollte ich dieses Privileg sofort ausspielen und an den Schlangen an der Seilbahn zum Zuckerhut ganz lässig vorbei schlendern. Schlendern konnte ich, allerdings deshalb, weil wir viel zu früh dran waren. Wir waren so zeitig, dass die Bahn noch geschlossen hatte. Deshalb zwar schlendern, aber nur um so langsam als möglich zum Einlass zu kommen.
Wir waren tatsächlich mit die Ersten, die an diesem Morgen die Gondel in Richtung Zuckerhut betraten.
Silvia hat diese Tour schon hunderte Male gemacht. Sie weiss genau wo und wie hin stehen, damit man schnell dran kommt. Durch ihr Knieproblem nimmt sie ausserdem immer den bequemsten Weg. Bequem heisst in diesem Fall, Aufzüge, Rolltreppen, Seitentüren, Schleichwege etc.. Mit ihr kommt ganz fix an allem vorbei was irgendwie Zeitraubend ist.
So stand ich dann ruck-zuck oben auf dem Zuckerhut. Dem zweiten Wahrzeichen von Rio.
Einfach toll! Wie viele Fotos hat man (ich) im Laufe des Lebens schon von diesem zuckersüßen Berg gesehen?! Und jetzt steh ich dort und kann nicht anders: grinsen!
Ich lief hierhin und dorthin machte ein Bildchen hier, ein Erklärbär Video da, bis alles geknipst war und die Menschenmassen kamen.
Wir waren schon unten, als am Eingang Busladung nach Busladung an Touris ausgekippt wurden.
Silvia beförderte mich zum Junior-Assistenten der Reiseleitung mit der Verantwortung für das ordentliche Falten (das können wir Deutschen ja gut) von Eintrittskarten. Am kommenden Sonntag hat sie eine Gruppe von 24 Deutschen. Damit das mit dem Eintrittskarten holen kein Tagesprojekt wird, hatte sie die vorab bestellt und jetzt druckten wir sie aus. 24 Touris in einem Paket?! Puuhh, ich kann mir schöneres vorstellen.
Vom Zuckerhut ging's in die Stadt. Alles historisch interessante wurde mir gezeigt, beschrieben und erklärt. Ich lass hier vieles weg, denn das wäre zu Zeilen füllend und Zeit raubend. In den Fotos sind einige der wichtigen Orte enthalten.
Lustig war/ist die Selaron Treppe.
Der chilenischer Señor Selaron, seines Zeichens Künstler, lebte in Rio. Auf dem Nachausweg von einer seiner Geliebten oder von der geliebten Kneipe musste er immer eine Treppe hochgehen. Diese Treppe war ihm in ihrer Schlichtheit (in seine Augen Hässlichkeit) zu wider und tat seinen nach Ästhetik sehnenden Augen weh.
Er war ein Mann der Tat. So tat er was, indem er anfing die Treppe mit Kacheln (Fliesen) zu dekorieren.
Dies wiederum führte zu Nachahmern und beförderte eine regelrechten Boom. Heute ist die Selaron Treppe eine fester Bestandteil jeder Stadtführung und ein gern dokumentierter "Ich war hier" Punkt in entsprechendem Instagram Profil.
Erstaunlich war, wer dann da schon alles hingekachelt hatte. Also was mein persönliches Umfeld/Leben betrifft ist alles vorhanden, was Meinrad ausmacht.
Ein "Schwoobe" Kächeli mit dem Motiv "Stuttgart" ist auch vorhanden. Hier war Silvia höchstpersönlich dabei. Sie war Reiseleiterin einer Kleingruppe mit dem Namen "Kretschmann". Herkunft Baden-Württemberg. Es stellte sich heraus, dass Herr und Frau Kretschmann niemand anderes waren als der Herr Minischderpräsident und seine Firschd Lady des badisch-schwäbischen Paradieses auf Erden.
Frau Kretschmann kachelte die Stuttgart Fliese. Schöne Geschichte, oder?
Nach profanem Fliesen anschauen ging's in höhere geistliche Gefilde mit der Kathedrale als finaler Punkt. Die Kathedrale ist ein moderner Bau, der von aussen dahingehend auffällt, dass da was fehlt. Nämlich der Spitze, der Turm, der Topf auf den Deckel. Schön sind die vier bunten Glasfenstern mit den Säulen der katholischen Lehre. Der restliche Bau ist architektonische Geschmackssache.
So langsam ging mir die Puste aus. Es reichte mit Stadtbesichtigung.
"Ein Juwel noch" meinte Silvia. "Ein Juwel noch!"
Dieses Juwel kommt im nachfolgenden Bericht ans Licht.Læs mere


























Rejsendedie Musik hab‘ ich heut morgen noch nicht gepackt 😏