• Jassen bei 20kn - wie geht das?

    September 2 in Italy ⋅ 🌬 28 °C

    Bonifacio verlassen wir um 10 Uhr, nachdem unser Fender vom Auslass des Fäkalientanks des Nachbarbootes gereinigt ist.

    Wieder mit perfekten Segelbedingungen geht es zuerst Richtung Südwesten und nach einer Halse Richtung Norden zur Ile Piana. Die Gegend um die Insel wird „Badewanne Korsikas“ genannt, weil sie, obwohl im offenen Wasser an vielen Stellen nur 50cm tief ist. Es wimmelt von Yachten dort drin und wir riskieren nichts und ziehen wieder ab.

    2 Stunden später ankern wir in der Cala Santa Maria, welche bekannt ist für türkis-farbenes Wasser und karibisches Flair. Und was bekannt ist, zieht Massen an. Sicher 30-40 Schiffe tummeln sich hier. Durch die engen Verhältnisse und den weiterhin starken Westwind sind wir erst mit dem 3. Versuch überzeugt, einen sicheren Platz für die Nacht zu haben. Wir erwarten Böen von deutlich über 20kn und wollen sicher sein, in der Nacht nicht auf Drift zu gehen. Bei 5m Wassertiefe sollten 30m Ankerkette reichen. Seit 3 Stunden schwojen wir nun sicher an Ort.

    Schnorcheln, baden, Apero und dann jassen. Um keine Karten in diesem Wind zu verlieren erfindet der Architekt einen Kartenfänger, der unter Anleitung von 2 Projektleitern installiert und dann durch einen Chirurgen mit grossem Skalpell optimiert wird. Aperogläser stellen sicher, dass der Kartenstock auch beim Team bleibt, zu welchem er gehört. Und gefüllte Aperogläser sind stabiler und erhöhen diese Sicherheit.

    (NB.: der Kartenfänger hat den ganzen Spätnachmittag keine einzige Karte gefangen. Was einmal mehr beweist, dass Architekten zwar gute Ideen haben, aber die erfolgreiche Umsetzung derselben durch die Projektleiter in der Regel gar nicht notwendig ist).

    Das Nachtessen, das aus der Kombüse gezaubert wurde war hervorragend und die Flasche aus dem Weinkeller (sprich: Bilge) hat perfekt dazu gepasst.

    Und was hat es mit der Abbruchliste auf sich?
    4 Caps haben wir an des Meer verloren (heute hat es auch noch das Cap des Skippers erwischt), eine Schnorchelausrüstung (die wir allerdings in 5m Tiefe wieder bergen konnten, deshalb läuft sie nun in der Kategorie „lost & found“), eine Amarettischachtel, 2 Salatblätter (siehe Bericht gestern), eine Lesebrille und einen Ehering.
    Read more