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  • Day6

    Unmut, unverschämt und Unwetter

    October 14, 2021 in Greece ⋅ 🌧 10 °C

    Leider sollten die Wettervorhersagen recht behalten. Früh am Morgen wird Julita bereits durch den laut auf die Klimaanlage prasselnden Regen geweckt. Als wir dann schließlich aufbrechen Richtung Flughafen (Abholstation unseres Mietwagens), ist es immer noch am schütten. Dennoch sind wir eigentlich guter Dinge als wir uns den Weg zur Bushaltestelle bahnen. Doch gleich folgt die erste Ernüchterung: der Bus fährt nicht an der von uns gedachten Haltestelle ab. Da Google enttäuscht, beginnen wir uns durchzufragen und landen schließlich nach viel Verwirrung und über zwei weitere falsche Stationen an der korrekten Bushaltestelle. Positiv beeindrucken können uns hier die guten Englischkenntnisse der Thessalonikis. Nach Wartezeit erklimmen wir endlich den völlig überfüllten Bus, in dem man nur mit passenden Münzen Tickets kaufen kann und das Ticket jeweils so feststecken bleibt, dass man erst noch am Automaten rütteln muss, bevor es dann rausfällt. Magisch.
    Arnulf kämpft sich im überfüllten Bus noch schnell durch die automatisierten Roboterstimmen von Check24, da wir soöter als angegeben am Auto sein sollten. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir schließlich den Flughafen in Thessaloniki. Hier müssen wir allerdings ernüchtert feststellen, dass die Abholstation 30 Minuten Fußweg entfernt ist, lesen dann aber zum Glück noch, dass es einen Shuttle gibt. Schließlich regnet es weiterhin unaufhörlich und der Weg würde über eine Schnellstraße führen. Aufgrund der Freundlichkeit des Shuttlefahrers, sind wir fast wieder optimistisch für den weiteren Verlauf des Tages. Bis wir auf die Dame am Schalter der Autovermietung treffen. Schnell stellt sich heraus, dass diese leider keine nette Dame ist, sondern uns versucht hart abzuziehen, indem sie uns vorrechnet, was wir im Schadensfall alles bezahlen müssen. Wenn Touristen unser Auto beschädigen - von denen es trotz Unwetterwarnung angeblich noch viele gibt - müssen wir das bezahlen. Und das obwohl wir natürlich im Vorfeld bereits alles ohne Selbstbeteiligung gebucht haben. Ihr letzter Versuch ist dann ein Monolog über steigende Benzinpreise, die in nächster Zeit noch drastisch steigen werden und ob wir nicht auf einen Diesel upgraden wollen. Sie spricht permanent übrigens in maximaler Geschwindigkeit in sehr gebrochenem Englisch. Und am Ende, nachdem wir alles abgelehnt haben und sie immer angepisster wird, gibt sie uns ein "Upgrade" auf ein Dieselfahrzeug. Danke für nichts.
    Als wir es dann endlich ins Auto schaffen, erwartet uns auf Achmuts Handy eine Unwetterwarnung der griechischen Regierung, mit der Bitte Zuhause zu bleiben. Natürlich wussten wir bereits Bescheid - Christel wusste uns früher zu informieren.
    Los geht die Fahrt! Auto fahren in Griechenland geht in Ordnung - kein Vergleich zu Polen oder Italien. Nach 1,5 h und drei Mautstationen kommen wir im kleinen Städtchen Leptokarya an. Dieses scheint in Sommermonaten von Touristen überrannt zu werden, da geschätzt 80% der Gebäude Hotels, Apartments oder Ferienwohnungen sind. Trotz des nicht aufhörenden Regens schlendern wir am Meer zu einer authentischen Taverna und gönnen uns paar klein geschnittene Tomaten und griechischen Kaffee. Zweiterer ist absolut ungenießbar. Tageshighlight bildet ein "Videospiel" in einer Spielhalle, bei dem man mit Spritzpistolen seinen kleinen Fisch vor bösen Meeresbewohnern schützen muss. Natürlich haben wir alle 4 Level mit dem 1 € Startkapital geschafft. Ein kleiner "Sommerhaus der Stars"-Marathon im zu kalten Apartment ist dann genau das richtige für diesen verkorksten Tag.
    Halt Stop, das wars noch nicht. Die Kirsche auf der Torte dieses Tages sollte die in der Nacht tropfende Decke exakt über unserem Bett werden.
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