• Rom I: Kolosseum & Forum

    28 nov–1 dic 2024, Italia ⋅ ⛅ 13 °C

    Rom ist wirklich eine außergewöhnliche Stadt, das fiel bereits gestern auf, als ich über die alte römische Straße bis ins Zentrum des alten Roms fuhr. Überhaupt hat man das Gefühl, dass überall hier das alte Rom zu sehen ist. Egal wohin man blickt, in jeder Richtung gibt es alte Gebäude, Tempel, Triumphbögen oder Statuen zu sehen.

    Für heute habe ich mir den Besuch des Kolosseums und des Forum Romanum vorgenommen. Am liebsten würde ich dafür noch einmal 25 Jahre alt sein, denn dann kostet der Eintritt nur zwei Euro; aber auch so ist der Preis mit 18 Euro im Vergleich zu Attraktionen in der Türkei wirklich moderat. Auch die Besuchszeit von 75 Minuten scheint nicht so ernst genommen zu werden – zumindest bleibe ich deutlich länger.

    Dass das Kolosseum beeindruckend ist, muss ich wohl kaum erwähnen. Einfach Wahnsinn, dass man so etwas bereits früher bauen konnte. Der Name Kolosseum wurde übrigens wohl erst im Mittelalter erfunden – da habe ich im Lateinunterricht wohl nicht so ganz aufgepasst.
    Noch beeindruckender als das Kolosseum empfinde ich allerdings das Forum Romanum. Die schiere Anzahl an Triumphbögen, Tempeln, Kirchen und etlichen Säulen in der hügeligen Landschaft zwischen Palatin und Kapitol ist einfach atemberaubend. Und das, obwohl die Gebäude heute größtenteils Ruinen sind. Was für ein Anblick muss dies erst vor 2000 Jahren gewesen sein!

    Seit 2000 Jahren hat sich hier allerdings viel getan; inzwischen gibt es WLAN auf dem Forum, sodass man sich etliche Audioguides anhören kann. Dabei ist es gar nicht so einfach, den richtigen bzw. einen guten zu finden. Glücklicherweise komme ich mit einem Amerikaner ins Gespräch, der mir eine Empfehlung gibt: „Rick Steves Audio Europe“ ist weder zu lang noch zu kurz und hat nicht nur etwas zum Forum, sondern auch zu anderen Orten und, wie der Name schon sagt, zu ganz Europa zu bieten.

    Es ist verrückt, wie die Römer ihr Imperium von hier so lange Zeit regieren und beherrschen konnten – habe ich doch selbst in den letzten Monaten erfahren, wie lange es dauert, von der einen Seite (Spanien/Marokko) auf die andere Seite (Türkei bzw. eigentlich noch etwas weiter) zu fahren, und das auf modernen Straßen. Genauso erstaunlich ist auch, wie die antike Millionenstadt im Mittelalter nahezu in der Bedeutungslosigkeit versinken und auf circa 10.000 Einwohner schrumpfen konnte.

    Kolosseum und Forum nahmen den ganzen ersten Tag in Anspruch, auch weil ich abends noch ein paar Fotos in der Gegend schießen wollte. Am nächsten Tag schlenderte ich dann etwas weiter durch die Stadt und besuchte das Pantheon – vermutlich Pflicht für jeden Ingenieur –, die Spanische Treppe, den Trevi-Brunnen und die Vatikanstadt (von außen) (Fotos im nächsten Footprint). Am Abend traf ich mich mit Vincenzo, den ich aus meinem Erasmussemester kenne, und wir flitzten auf seinem Scooter eine Runde durch Rom, um im Anschluss noch typisch römisches Streetfood (Trapizzino und Supplì) zu probieren und ein Bierchen zu trinken. Der Scooter ist übrigens wirklich die einzige Möglichkeit, in Rom voran zu kommen, da Autos quasi nur stehen und die Öffis ebenfalls limitiert sind – Metrolinien gibt es nur zwei, da eben überall etwas gefunden wird, sobald man anfängt zu buddeln.
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