Konspirative Dorfbewohner
30 novembre 2024, Italia ⋅ ☀️ 11 °C
Rom - Calcata Vecchia
Den Vormittag in Rom habe ich noch genutzt, um ein paar Einkäufe zu erledigen. Unter anderem eine externe Festplatte, Black-Friday kam passend, zum Fotos sichern. Die Uploadgeschwindigkeiten sind hier (aber auch in Griechenland und dem Osten der Türkei) nämlich so katastrophal, dass ich mich vermutlich ne Woche irgendwo einmieten müsste, um das Zeug in die Cloud zu bekommen.
Später geht es dann auf dem Eurovelo am Tiber entlang aus der Stadt hinaus. Der Abschnitt ist sehr schön zu fahren, und auch einige Rennradler sind unterwegs. Später verläuft der Radweg weiter auf der Straße und ist relativ unspektakulär, sodass ich fast keine Fotos mache. Glücklicherweise komme ich am Abend dann aber noch in Calcata Vecchia vorbei, wo ich im Wald ein paar Picknickbänke ansteuern wollte. Die Stadt scheint aber ganz hübsch zu sein, und so mache ich noch einen kleinen Abstecher in die Altstadt, die auf einem steilen Felsen über dem Tal liegt, und schieße noch ein paar Fotos.
In der alten Stadt haben sich vor allem KünstlerInnen niedergelassen. Gleichzeitig kennen sich die Leute hier alle untereinander, wie das rege Hin- und Hergrüßen beim Schließen der Geschäfte zeigt. Bei einer Vierergruppe vor der Bäckerei nutze ich die Gelegenheit, mich noch kurz zu erkundigen, ob ich unten im Tal wohl zelten könnte. Nun beginnt ein konspiratives Gespräch zwischen den doch etwas alternativen Dorfbewohnern, bei dem mir Christina, so heißt eine, die ganz gut Englisch spricht, erst von ein paar Höhlen und dann von einem Grundstück mit offenem Tor direkt in der Stadt erzählt, dessen Besitzerin wohl immer in Rom sei. Wenn ein weiterer Dorfbewohner vorbeikommt, senkt sie immer die Stimme, flüstert ihre Gedanken und bekommt ein Nicken, dass man hier wohl eine Nacht zelten könnte. Im Flüsterton kommt dann die Wegbeschreibung: Zurück durchs Burgtor, am Olivenbaum vorbei, dann kommt ein Eisentor, welches aber offen ist. Dort müsste ich durch. Und wenn ich Lust hätte, sollte ich später noch in die Bar kommen, wo sie und die Leute aus der Altstadt ein Gläschen trinken würden.
Der Zeltplatz klingt vielleicht nicht ganz so, als wären alle damit einverstanden, aber zumindest klingt er aufregend. Also begebe ich mich zum Zeltplatz (der Weg wird mir dann doch noch von jemandem gezeigt) und husche in einem Moment, wo keiner schaut, durchs Tor. Gar nicht so einfach ohne Geräusche und schwerem Fahrrad, da es auf der anderen Seite direkt steil hinuntergeht. Unten angekommen ist der Platz aber wirklich ganz gut geeignet. Ich schlage mein Zelt auf und schaue dann noch auf ein Bierchen in der Bar vorbei.Leggi altro









